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Wiggertaler Gemeinden wollen bei der Bildung stärker mit Eltern und der Wirtschaft zusammenspannen

Am ersten regionalen Bildungs- und Wirtschaftsforum in Nebikon haben sich die Teilnehmer aus sieben Gemeinden, aus dem Bereich Bildung und der Wirtschaft eine bessere Vernetzung zum Ziel gesetzt.
Susanne Balli

Wie bringen Eltern das Engagement für Familie, Schule und Arbeit unter einen Hut? Wie sieht ein bedürfnisorientiertes Angebot an Kinderbetreuung aus? Wie können Eltern, Schule und Vertreter der Wirtschaft besser zusammen kommunizieren? Dies sind nur einige wichtige Fragen im Spannungsfeld von Arbeit, Familie und sozialem Umfeld. Der Schlüssel dazu liegt in der Vernetzung der verschiedenen Partner. Dieses Fazit zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten regionalen Bildungs- und Wirtschaftsforums. Insgesamt waren es 43 Vertreter aus sieben Wiggertaler Gemeinden (Nebikon, Altishofen, Dagmersellen, Reiden, Schötz, Egolzwil und Wauwil), zudem Vertreter der kantonalen Dienststelle Volksschulbildung, der Kesb, der Fachstelle für die Beratung und Integration von Ausländerinnen und Ausländern (FABIA) und der Wirtschaft.

Der Anlass, der von der «Sozialraumorientierten Schule» Nebikon angestossen wurde, fand am Freitag im Auditorium der Galliker Transport AG in Nebikon statt. Nach einem intensiven Block aus Vorträgen von fünf Referenten wurden in Workshops Erfahrungen ausgetauscht und Lösungsansätze diskutiert.

Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinaus

Am Ende der Veranstaltung wurde eine gemeinsame Absicht formuliert. Dies mit dem Ziel einer überregionalen Vernetzung, die gemeinsame Projekte über die Gemeindegrenzen hinaus ermöglichen soll. «Das ist erst der Startschuss. Das Bildungs- und Wirtschaftsforum soll innerhalb eines Jahres erneut durchgeführt werden», sagt Daniela Oppliger, Fachmitarbeiterin Bildung und Beratung bei FABIA, die den Anlass moderierte. Leider seien am Freitag neben den bereits vorhandenen keine neuen konkreten überregionalen Projekte entstanden. Nun würden aber die wichtigsten Punkte herausgepickt und priorisiert. Einer davon sei eine gute Kommunikation. «Sie ist Grundlage für eine gelungene Vernetzung über einzelne Ämter und Gemeinden hinweg», so Oppliger. Es mache keinen Sinn, wenn beispielsweise eine Gemeinde bei einem Projekt bei null anfange, obwohl die Nachbargemeinde bereits wertvolle (Vor-)Arbeit geleistet habe. «Der Ball liegt jetzt bei den Teilnehmenden. Es kann gut sein, dass das Forum erst im Nachhinein Früchte trägt, nämlich dann, wenn eine Teilnehmerin zum Telefon greift und einen Teilnehmer fragt, wie sie damals ein gewisses Projekt aufgezogen haben. Das wäre genau das, was wir bewirken wollen», sagt Daniela Oppliger weiter.

Dass es sich lohnt, in den Fragen der Bildung, der Arbeit und des sozialen Lebens zusammenzuspannen, kam bereits bei einem Vorgängerprojekt zu Tage. Im letzten April organisierte die Schule Nebikon mit der Galliker Transport AG einen Workshop, der sich an portugiesische Mitarbeiter mit Kindern richtete. 60 Mitarbeitende, die damals daran teilnahmen, konnten ihre persönlichen Schwierigkeiten im Spannungsfeld von Beruf und Familie aufzeigen. «Dieses Hinhören hatte eine riesige Wirkung», sagte Joachim Redondo, Schulleiter der Primarschule Nebikon in seinem Vortrag. «Drei Monate nach dem Workshop verzeichneten wir bei den Tagesstrukturen einen Anstieg von 100 Prozent und mussten innert kurzer Zeit massiv ausbauen. Nun schicken auch portugiesische Eltern ihre Kinder in die Tagesstrukturen», so Redondo.

Schulen öffnen sich immer mehr gegen aussen

Im Bereich der Volksschule wird Kommunikation gegen innen sowie aussen immer wichtiger, wie Charles Vincent, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung, erläuterte. Während Lehrer bis Mitte der 90er-Jahre in Schulen mit abgeschlossen Räumen «mit relativ dicken Wänden und wenig Türen», tätig waren, bewege man sich auf die «Sozialraumorientierte Schule» zu. Laut Vincent sind sozialraumorientierte Schulen untereinander, mit der Wirtschaft und anderen Partnern vernetzt. «Sie beschäftigen sich nicht nur mit Information, sondern auch Elternbildung», so Vincent.

Doch bereits zu einem viel früheren Zeitpunkt als der Einschulung werden wichtige Weichen gestellt. Dies legte Claudia Meier Magistretti, Leiterin des Forschungsinstituts für Sozialpädagogik und Bildung der Hochschule Luzern, in ihrem Vortrag dar. In einer Studie konnte sie zeigen, wie wichtig frühe Förderung – vom Wochenbett über Mütter- und Väterberatung bis hin zu Spielgruppen und Kitas – ist, um Eltern im Alltag zu unterstützen. Doch die Studie zeigte auch, dass sozial belastete Familien mit und ohne Migrationshintergrund bereits nach der Geburt der Kinder nur unzureichend erreicht werden.

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