Einfamilienhaus thront nun auf 28 Meter hohem Silo in Wikon

Der Traum einer Luzerner Familie ist Wirklichkeit geworden. Die Nosers aus Wikon werden bald in einem Haus wohnen, von dem man eine grandiose Aussicht geniesst. Am Montagmorgen wurde ihr neues Haus aufs Silo gehoben und in Position gebracht.

Marc Benedetti
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Das 115 Tonnen schwere zweistöckige Haus wird mit diesem Kran auf das 28 Meter hohe Silo rechts gehievt. (Bild: Alexandra Wey/Keystone)

Das 115 Tonnen schwere zweistöckige Haus wird mit diesem Kran auf das 28 Meter hohe Silo rechts gehievt. (Bild: Alexandra Wey/Keystone)

Die einen wollen auf der grünen Wiese bauen, in einem Dorf oder aber in der Stadt. Familie Noser hat sich hingegen ein ausgedientes Silo in Wikon als Wohnort ausgesucht. Seit sechs Jahren träumen die Nosers davon, hier zu wohnen, und am Montag ist der grosse Moment gekommen: Das 115 Tonnen schwere, vorfabrizierte Einfamilienhaus wurde mit einem Spezialkran aufs Silo gehoben und fixiert.

Es handelt sich um einen Raupenkran der Firma Fanger Kies + Beton AG aus Sachseln. Dieser wird oft im Brückenbau eingesetzt und kann bis zu 750 Tonnen stemmen. «Die Aktion mit dem Haus war auch für uns einmalig», sagt Firmenchef Fredy Fanger gegenüber unserer Zeitung, «es hat hervorragend geklappt, und das Wetter passte. Bei Wind hätten wir nicht arbeiten könnten.»

Familie Noser hat auf einem alten Getreidesilo in Wikon ein Haus gebaut. (Bild: Manuela Jans-Koch, Wikon, 16. August 2019)
25 Bilder
200 Stufen führen ins Haus auf 28 Metern Höhe. (Bild: Manuela Jans-Koch, Wikon, 16. August 2019)
Blick ins neue Badezimmer der Familie Noser. (Bild: Manuela Jans-Koch, Wikon, 16. August 2019)
Blick ins neue Badezimmer der Familie Noser. (Bild: Manuela Jans-Koch, Wikon, 16. August 2019)
Schlafzimmer mit Aussicht: Familie Noser kann Weitblick geniessen. (Bild: Manuela Jans-Koch, Wikon, 16. August 2019)
Die neue Küche der Familie Noser. (Bild: Manuela Jans-Koch, Wikon, 16. August 2019)
Blick auf den Balkon der Familie Noser. (Bild: Manuela Jans-Koch, Wikon, 16. August 2019)
360-Grad-Aussicht auf der Dachterrasse. (Bild: Manuela Jans-Koch, Wikon, 16. August 2019)
Wenige Stufen führen vom Wohngeschoss auf die Dachterrasse auf 35 Metern Höhe. (Bild: Manuela Jans-Koch, Wikon, 16. August 2019)
Wenige Stufen führen vom Wohngeschoss auf die Dachterrasse auf 35 Metern Höhe. (Bild: Manuela Jans-Koch, Wikon, 16. August 2019)
Aussicht auf die Bahnlinie Luzern–Olten. (Bild: Manuela Jans-Koch, Wikon, 16. August 2019)
Sandra (35) und Clemens Noser (36) mit Ben (7), Kevin (6) und Lena (4,5 Mt) in ihrem neuen Haus. (Bild: Manuela Jans-Koch, Wikon, 16. August 2019)
Fotoshooting in der neuen Küche der Nosers. (Bild: Manuela Jans-Koch, Wikon, 16. August 2019)
Heute hat die Familie Noser erstmals Medienvertretern ihr Haus gezeigt. (Bild: Evelyne Fischer, Wikon, 16. August 2019)
Blick durch die Glasfenster auf die Umgebung. (Bild: Evelyne Fischer, Wikon, 16. August 2019)
Es scheint, als würde das Bahntrassee direkt unter dem Silo hindurch verlaufen. (Bild: Evelyne Fischer, Wikon, 16. August 2019)
Auf der Etage der Schlafräume steht bis jetzt erst ein Laufgitter für den Nachwuchs. (Bild: Evelyne Fischer, Wikon, 16. August 2019)
So sieht die Küche der Familie Noser aus. (Bild: Evelyne Fischer, Wikon, 16. August 2019)
Ein Highlight des Hauses: die Dachterrasse. (Bild: Evelyne Fischer, Wikon, 16. August 2019)
Ein 115 Tonnen schweres Haus wurde im Herbst 2018 mit einem Kran auf ein 28 Meter hohes Silo gehievt. (Bild: Alexandra Wey/Keystone)
Das Silo in Wikon. (Bild: Alexandra Wey/Keystone)
Die aussergewöhnliche Aktion zog viele Schaulustige und Fotografen an. (Bild: Alexandra Wey/Keystone)
Zuschauer der Aktion. (Bild: Alexandra Wey/Keystone)
Der Kran hievt das zweistöckige Einfamilienhaus in die Höhe. (Bild: Alexandra Wey/Keystone)
So sieht das Haus aus, das die Familie Noser bewohnen wird. (Bild: Alexandra Wey/Keystone)

Familie Noser hat auf einem alten Getreidesilo in Wikon ein Haus gebaut. (Bild: Manuela Jans-Koch, Wikon, 16. August 2019)

Laut Fanger kam derselbe Kran diesen Frühling in Reichenau (GR) zum Einsatz, als die zweite Hinterrheinbrücke der Rhätischen Bahn realisiert wurde. «Die neue Brücke wurde vorfabriziert und nachts mit diesem Kran eingesetzt», erklärt er.

Wie kam die junge Familie auf die Idee? Der Vater Clemens Noser arbeitet in der Nähe und fuhr täglich an diesem Silo vorbei, erklärte er «20 Minuten». Er habe es schade gefunden, dass das Gebäude nicht mehr genutzt wird. Im Inneren wollte die Familie aber nicht wohnen. Laut Clemens Noser war es aber statisch möglich, das Silo mit einem Haus aufzustocken; der Bau brauchte viele behördliche Sonderbewilligungen, und das Baubewilligungsverfahren dauerte deshalb lange.

Die Noser freuen sich nun auf die unverbaubare Rund-Sicht von ihrem aussergewöhnlichen Silohaus. In das Haus mit 6,5 Zimmern und 200 Quadratmetern Wohnfläche wird man über ein Treppenhaus oder den bereits im Silo realisierten Lift gelangen.