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WIKON: FDP wagt prominenten Neustart

Die FDP-Ortspartei wurde am Donnerstag neu gegründet. Mit zwei bisher parteilosen Gemeinderäten hat die Partei sogleich bekannte Gesichter in ihre Reihen aufnehmen können.
Ernesto Piazza
Wikon.

Wikon.

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

In den vergangenen Jahren war es in Wikon um die FDP still geworden. Als Toni Purtschert per 31. Mai 2015 als Gemeinderat demissionierte, musste die Ortspartei diesen Sitz mangels Kandidaten kampflos preisgeben und verschwand fortan praktisch in der Versenkung.

Jetzt wagt die FDP in Wikon einen Neustart – mit einer Neugründung. Und diese erfolgt mit einem veritablen Paukenschlag. Mit René Wiederkehr (46, Gemeindepräsident) und Markus Dietrich (56, Ressort Bildung) gehören der Parteileitung künftig auch zwei aktuelle, bisher parteilose Exekutivmitglieder an. Damit setzt sich der Rat neu aus zwei FDP-, je einem CVP- und SVP-Vertreter sowie einem Parteilosen zusammen. Den neuen FDP-Vorstand komplettieren als Präsident Andreas C. Brändle (62), Wirtschaftsförderer der Region Zofingen, und Sabine Siegrist (52), Geschäftsführerin des Roten Kreuzes Basel.

Dass sich Wiederkehr für die FDP entschieden hat, sei naheliegend. «Freisinn, liberal und wirtschaftsnah passen für mich.» Das deutliche Volks-Nein zum Verkauf der Spychermatte war für den Gemeindepräsidenten ein zusätzlicher Punkt. «Es gab für die Vorlage eine deutliche Abfuhr, und nicht eine Ortspartei hat im Vorfeld des Urnengangs ihr Gesicht gezeigt.» Deshalb ging Wiederkehr im Anschluss der Abstimmung auf die Suche nach Sympathisanten. Jetzt sagt er: «Für uns war es wichtig, qualitativ gute Personen für den Vorstand zu finden.» Was sie hiermit erreicht hätten.

FDP erwartet Mitarbeit bei der Problemlösung

Für die am Donnerstag offiziell wieder aus der Taufe gehobene FDP ist die Rückkehr zu einem ausgeglichenen Finanzhaushalt ein besonders wichtiger Aspekt. Momentan drückt die Gemeinde ein strukturelles Defizit von rund 1,1 Millionen Franken. Eine Steu­ererhöhung wird kaum mehr zu umgehen sein. René Wiederkehr dazu: «Wikon hat aber die Chance, seine Zukunft aus eigener Kraft zu bestimmen.» Doch gerade bezüglich Gesundung der Finanzen erwartet er jetzt auch «von CVP, SVP und SP die Mitarbeit bei der Problemlösung».

Für die FDP birgt aber ebenfalls der Bereich Soziales einige Defizite. Wiederkehr erklärt: «Im kantonalen Vergleich hat Wikon eine relativ hohe Quote an Sozialhilfebezügern.» Zudem ortet er bei der Infrastruktur Baustellen und bezeichnet die künftige Nutzung der Marienburg als «Spezialfrage». Die dort wohnhaften Benediktiner-Schwestern sollen ungefähr Mitte 2018 definitiv wegziehen. «Die FDP will für eine Lösung Hand bieten», betont René Wiederkehr.

Die «neue» FDP will in den nächsten Wochen möglichst viele bisherige Mitglieder reaktivieren und Wikon unter liberalen Grundsätzen mitgestalten und entwickeln, schreibt die Partei. Zudem strebe sie eine Versachlichung der Politik an, die in der jüngeren Vergangenheit mit anonymen Kampagnen und Verunglimpfungen einen Tiefpunkt erreicht habe. Generell erhofft sich FDP-Präsident Brändle «einen konstruktiveren Austausch – auch mit den Parteien». Er sieht zudem viel Arbeit auf Wikon zukommen: «Denn die bisherigen politischen Kräfte haben die Gemeinde zu Boden gefahren.»

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