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Nach Rücktrittsforderungen: Wikon grübelt nach Lösungen

Die von SVP und SP an Gemeindepräsident René Wiederkehr (parteilos) gerichtete Rücktrittsforderung bleibt erfolglos. Die Wikoner Parteien interpretieren die Situation unterschiedlich.
Ernesto Piazza
Die Gemeindeverwaltung von Wikon (Gebäude mit grünem Dach) steht vor Herausforderungen. (Bild: Dominik Wunderli, 15. November 2018)

Die Gemeindeverwaltung von Wikon (Gebäude mit grünem Dach) steht vor Herausforderungen. (Bild: Dominik Wunderli, 15. November 2018)

«Zu einer Demission lasse ich mich nicht drängen. Ich bin nach wie vor gewillt, in Zusammenarbeit mit allen meinen Gemeinderatsmitgliedern die anstehenden Aufgaben anzupacken», erklärt der parteilose Präsident der Wikoner Exekutive René Wiederkehr. Damit reagiert er auf die massiven Vorwürfe von SVP und SP. Diese beiden Parteien hatten ihn in einem offenen Brief aufgefordert, «Verantwortung für die begangenen Fehler zu übernehmen und zurückzutreten» (Artikel vom 8. Januar).

Die politische Lage in der 1500-Seelen-Gemeinde ist verworren und beeinträchtigt den Ratsbetrieb. Doch wie beurteilen die Parteien die für Wikon ungemütliche Situation? CVP-Präsidentin Rosmarie Brunner findet die Aktion von SP und SVP «nicht unbedingt zielführend». Es sei aber sehr schwierig, die offensichtlichen Gräben im Gemeinderat zuzuschütten. «Die Situation scheint verfahren zu sein.» In Wikon müsse nun sinnvolle Politik betrieben und kein Sonderzug gefahren werden. Die CVP will sich in den nächsten Tagen treffen, um die Situation zu analysieren.

«Es hat uns enttäuscht, wie es gelaufen ist»

Dasselbe Prozedere steht auch auf der Agenda der SVP. Doch deren Ortsparteipräsident Silvan Schütz weiss: «Der Gemeindepräsident ist für diese Legislatur, also bis 2020, gewählt. Daran gibt es grundsätzlich nichts zu rütteln.» Er befürchtet aber, «dass jetzt alles wieder kaputtgeht». Damit spricht Schütz «das zarte Pflänzchen» an, das an der Gemeindeversammlung begonnen habe, zu wachsen. Ratsvizepräsidentin Michaela Tschuor (CVP) führte damals infolge krankheitsbedingter Abwesenheit von Wiederkehr am 27. November mit viel Fingerspitzengefühl durch die Geschäfte. Dort plädierte sie unter anderem für einen Neuanfang. Diesem Umstand ist es wohl auch zu verdanken, dass die für Wikon sonst üblichen, oft die Gürtellinie ritzenden Voten ausblieben.

In der Stimme von SP-Vorstandsmitglied Roger Wymann ist schon fast leise Resignation rauszuhören. «Es tönt immer noch gleich», sagt er und zielt so auf die Statements von Wiederkehr. «Wir werden sehen, was die noch hängigen Strafverfahren bringen.» Diese sind von Finanzvorsteher Wolfgang Kunzelmann (SVP) wegen des Dossierentzugs gegen seine vier Ratskollegen eingeleitet worden. Und vielsagend meint er:

«Jetzt muss der Druck von der Bevölkerung kommen.»

Für FDP-Parteipräsident Andreas C. Brändle ist klar: «Nur der Bürger kann eine Person wählen oder eben nicht mehr wählen.» Deshalb erübrigt sich für ihn die Diskussion über einen Rücktritt. Bei den Verfassern des offenen Briefes handle es sich um eine offene Rechnung von betroffenen Personen. Diese seien nicht unabhängig. «Die FDP Wikon betrifft diese Situation nur begrenzt», so Brändle. Wiederkehr ist wieder aus der Partei ausgetreten. «Klar – es hat uns enttäuscht, wie es gelaufen ist. Auch, weil wir ihn bis zum Schluss unterstützt haben. Doch seinen Entscheid gilt es zu akzeptieren», sagt der Präsident. Die FDP will sich in Wikon künftig noch vermehrt auf die Sachpolitik konzentrieren und keine Personaldebatten führen.

Erste Sofortmassnahmen sind eingeleitet

Dass die Causa «Dossierentzug» vor allem zwischen dem betroffenen Finanzvorsteher Wolfgang Kunzelmann und René Wiederkehr tiefe Furchen hinterlassen hat, ist nicht wegzudiskutieren. So empfindet der Gemeindepräsident beispielsweise die Arbeit «sehr erschwerend» und nach seinem Dafürhalten «eher grenzwertig». Und auch Tschuor bestätigt: «Sie ist schwierig.» Nicht einfacher macht das Wirken im Rat, dass der wieder Parteilose Markus Dietrich (ehemals FDP) auf Ende März demissioniert hat. Ivan Zanin (parteilos) komplettiert die aktuelle Exekutive.

Weiter hat Wikon auf der Verwaltung seine Probleme – und daher erste Sofortmassnahmen in die Wege geleitet. Nach dem Ausscheiden von Janine Bron führt Andreas Kalt interimistisch die Geschäfte des Gemeindeschreibers. Eine Dauerlösung muss gesucht werden. Die schon längere Zeit überlastete Bauverwaltung hat Unterstützung durch eine externe Kraft erhalten. Und es läuft die in Auftrag gegebene Organisationsanalyse. Diese soll bis im April erste Resultate mit einem Massnahmenkatalog bringen.

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