WIKON: Kommission kritisiert Idee des Gemeinderats

Die Schüler vom Weiler Hintermoos sollen künftig in Wikon statt in Reiden die Schulbank drücken. So will es der Gemeinderat – und sorgt damit bei der Bildungskommission für Unverständnis.

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Rund 2,8 Kilometer trennen den Weiler Hintermoos von der Schule Reidermoos. Diesen Weg legen aktuell acht Unterstufenschüler täglich zurück. Während der Weiler zur Gemeinde Wikon gehört, befindet sich das Schulhaus Reidermoos auf Reider Boden.

Dass die Schüler vom Hintermoos in die Nachbargemeinde gehen, verursacht laut dem Gemeinderat Wikon unnötig Kosten. Er hat deshalb entschieden, dass die Schüler bei Neueinschulungen ab dem nächsten Schuljahr in Wikon zur Schule gehen (Ausgabe vom 10. Februar). Der Gemeinderat begründet den «Grundsatzentscheid» im jüngsten «Wiigger Blättli»: So rechnet er etwa mit Einsparungen von bis zu 90 000 Franken pro Jahr. Heute zahlt die Gemeinde zirka 125 000 Franken an die Nachbargemeinde. Schülern, die bereits eingeschult seien, stehe es aber frei, weiterhin die Schule im Reidermoos oder die Primarschule Reiden zu besuchen.

Transportkosten sind noch offen

Ein Fragezeichen gibt es hinsichtlich der Kosten für den Schülertransport, der organisiert werden muss. Gehen die Schüler vom Hintermoos künftig nach Wikon, haben sie einen fast doppelt so langen Schulweg. Die Bildungskommission Wikon zeigt sich erstaunt über das Vorgehen des Gemeinderats. Deren Präsidentin Marianne Tschan führt auf Anfrage aus: «Am 10. Januar 2017 hat uns der Gemeinderat noch gesagt, dass es dauere, bis ein Entscheid gefällt werde. Kurz darauf haben wir in den Medien vom Beschluss erfahren.» Die Art der Kommunikation habe die Kommission irritiert, so Tschan weiter.

Im «Wiigger Blättli» begründet die Kommission ihre Haltung damit, dass beim Entscheid das Kindswohl im Zentrum stehe. Auch die vom Gemeinderat ausgewiesenen Einsparungen sind für die Kommission nicht realistisch. Tschan begründet den Entscheid, die Stellungnahme im Mitteilungsblatt der Gemeinde zu publizieren, so: «Ein Schweigen von unserer Seite hätte als stille Zustimmung gedeutet werden können. Doch wir wollten sachlich unsere Argumente gegen den Entscheid vorbringen.»

Der Gemeinderat hat auf diese Stellungnahme prompt reagiert – und eine eigene Stellungnahme abgedruckt, «da gewisse Aussagen Gerüchte schüren könnten». Der Gemeinderat betont: «Es werden keine Kinder aus bestehenden Klassen gerissen.» Zwar würde begrüsst, wenn die Schüler freiwillig nach Wikon wechseln würden. Eine Verpflichtung zum Wechsel sei aber kein Thema. Weiter zeigt sich der Gemeinderat befremdet darüber, dass «die Bildungskommission den Informationen des Gemeinderats keinen Glauben schenkt». In einem nächsten Schritt will der Gemeinderat nun eine Transportlösung prüfen.

 

Roseline Troxler

roseline.troxler@luzernerzeitung.ch