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Wikoner Gemeindepräsident René Wiederkehr nimmt per sofort Auszeit von seinem Amt

Die Affäre Kunzelmann habe ihn zu viel Kraft gekostet: Deshalb tritt der Wikoner Gemeindepräsident René Wiederkehr (FDP) per sofort nicht mehr öffentlich auf und bleibt Ratssitzungen fern – aus Rücksicht auf seine Gesundheit, wie er sagt.
Kilian Küttel
Der Wikoner Gemeindepräsident René Wiederkehr (FDP) nimmt eine Auszeit. (Bild: PD / Mark Leippert)

Der Wikoner Gemeindepräsident René Wiederkehr (FDP) nimmt eine Auszeit. (Bild: PD / Mark Leippert)

«Jetzt ist der Zeitpunkt da, ich muss auf die Bremse treten.» Das sagt der Wikoner Gemeindepräsident René Wiedekehr (FDP) am Montag Nachmittag im Gespräch mit unserer Zeitung. Der 47-Jährige nimmt per sofort eine Auszeit von seinem Amt als Gemeindepräsident.

Wenige Stunden bevor unsere Zeitung Wiederkehr kontaktiert, war der FDP-Politiker beim Arzt. «Dieser hat mir deutlich nahegelegt, die Signale meines Körpers ernst zu nehmen. Aus gesundheitlichen Gründen ist es mir daher vorerst nicht möglich, an der nächsten Gemeindeversammlung und an Sitzungen teilzunehmen.»

Fall Kunzelmann zollt seinen Tribut

Der grosse zeitliche Aufwand sowie der Stress, den sein Amt mit sich gebracht habe, seien zu viel für ihn und seinen Körper geworden. Ganz werde Wiederkehr die Geschäfte aber nicht ruhen lassen: Er wolle weiter für die Gemeinde und den Rat arbeiten und seine Kollegen aus dem Hintergrund unterstützen. Dies sei so abgesprochen: Die Gemeinderäte wüssten seit Montag von Wiederkehrs Entscheid.

Unter dem Strich ist es die politische Situation in der 1500-Einwohner Gemeinde, die Wiederkehr zur Pause zwingt. «Die letzten Monate waren zeitlich und emotional sehr intensiv», so der Familienvater. Das neue Budget mit der Umstellung auf das Modell HRM2, die neuen Leistungsaufträge, besonders aber «die nicht enden wollenden Gespräche mit Juristen im Fall Kunzelmann», hätten ihren Tribut gezollt. «Gerade Letzteres war eine zeitliche Herausforderung», so Wiederkehr.

Bekanntermassen hatte der Gemeinderat dem Finanzvorsteher Wolfgang Kunzelmann (SVP) seine Dossiers entzogen, was gemäss dem kantonalen Justiz- und Sicherheitsdepartement aber nicht rechtens war. Dieses teilte Ende Oktober mit: Die «vorläufige oder endgültige Amtsenthebung» einer von Stimmbürgern gewählten Person sei «alleine dem Regierungsrat vorbehalten».

Sozialvorsteherin springt in die Bresche

Doch zurück in die Gegenwart: Für Wiederkehr springt ab sofort seine Stellvertreterin Michaela Tschuor (CVP) in die Bresche. Die Sozialvorsteherin übernimmt den Posten als Gemeindepräsidentin interimistisch. «Ich nehme die Auszeit von René Wiederkehr zur Kenntnis und die Herausforderung, die sich mir nun stellt, an», so Tschuor auf Anfrage. Sie spricht von einem grossen Druck, der nun auf ihr laste – besonders mit Blick auf die anstehende Gemeindeversammlung vom 27. November.

Allerdings gibt sie sich zuversichtlich, die Herausforderung zu meistern: «Im Leben und in der Politik gibt es spezielle Situationen, die spezielle Massnahmen erfordern. Ich glaube, dass wir als Gemeinderat gut mit dieser Situation umgehen werden können.» Auf ihre eigene Gesundheit angesprochen lacht die 41-Jährige und sagt: «Bis jetzt geht es mir gut und es sind keine Arztbesuche terminiert.»

Welche Rolle spielt der Schulverwalter?

Offen ist noch eine Frage: Wie stark fällt der Rücktritt des Wikoner Schulverwalters Markus Dietrich (FDP) hierbei ins Gewicht? Ende der letzten Woche wurde bekannt, dass dieser «aus beruflichen Gründen» per Ende März demissioniert. Laut Wiederkehr spielt dieser Rücktritt aber eine untergeordnete Rolle: «Natürlich hat diese Tatsache die Gesamtsituation nicht verbessert, aber er ist nicht alleine ausschlaggebend für meine Auszeit. Es war in den letzten Monaten für mich einfach ein wenig zu viel.»

Vielleicht dauert die Pause keine drei Wochen

Ewig soll dieser Zustand in Wikon aber nicht anhalten. Einerseits unterstreicht Wiederkehr mehrmals, dass es sich um ein Time-Out und nicht um einen Rücktritt handelt. Andererseits lässt er durchblicken, dass er seinen Posten relativ bald wieder beziehen wird: «Es ist noch nicht ganz klar, wie lange meine Auszeit dauert. Im November werde ich aber sicher nicht mehr öffentlich auftreten – also in den kommenden zweieinhalb Wochen.»

In dieser Zeit will sich Wiederkehr von den Strapazen der vergangenen Monate erholen: «Und zwar indem ich so viel Zeit wie möglich mit meiner Familie verbringe.»

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