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Kanton mahnt Bevölkerung: Wildtiere brauchen jetzt vor allem Ruhe

Trotz den kalten Temperaturen und des vielen Schnees machen nicht alle wilden Tiere einen Winterschlaf. Umso mehr gilt also für den Menschen, den Tieren Ruhe und Schutz zu gewähren.
Sandro Renggli
Rehe im Schnee: Sie gehören zu zahlreichen Wildtieren, die zu dieser Jahreszeit Ruhe brauchen. (Bild: Getty Images)

Rehe im Schnee: Sie gehören zu zahlreichen Wildtieren, die zu dieser Jahreszeit Ruhe brauchen. (Bild: Getty Images)

Am Dienstag sind in Giswil (OW) Quadfahrer kreuz und quer durch den Grundwald gefahren. Die Polizei sucht nach den Verantwortlichen. Denn: der verursachte Lärm ist für die Wildtiere im Wald problematisch. Viele der Tiere halten im Moment ihre Winterruhe und sind durch den Lärm unnötig gestört worden. Dies raubt ihnen wertvolle Energie, die sie benötigen, um den Winter zu überstehen. Auch der Kanton Luzern mahnt nun zur Vorsicht.

Tiere werden von Streusalz angelockt

Die aktuelle Wetterlage mit ihren starken Schneefällen sorgt dafür, dass sich Wildtiere auf Nahrungssuche oft in die Nähe von Strassen und Wohngebieten wagen. Der Schnee ist für die Lebensbedingungen der Tiere eine Herausforderung. Gerade das Streusalz auf den Strassen lockt sie an, weshalb auch Verkehrsteilnehmern Vorsicht geboten ist. Vor allem Rehe und Hirsche sind in der Nähe von Siedlungen und Strassen anzutreffen.

Betroffen sind grundsätzlich alle Wildtiere, ob sie nun einen Winterschlaf halten oder nicht. Der Winter bedeutet für sie jedes Jahr eine Herausforderung.

Störungen rauben den Tieren Kraft

Aussergewöhnlich sind die aktuellen Bedingungen zwar nicht. «Die Schnee- und Witterungsbedingungen sind nicht ausserordentlich oder extrem, sondern entsprechen dem, was nach dem Kalender zu erwarten ist», erklärt Peter Ulmann, Leiter der Abteilung Natur, Jagd und Fischerei des Kanton Luzern, auf Anfrage unserer Zeitung.

Gerade weil der Winter für die Tiere immer schwierig ist, müsse man sie trotzdem berücksichtigen. «Ruhe gewähren und Störungen der Tiere im Wildlebensraum vermeiden, ist das Allerwichtigste», sagt Ulmann. «Die Tiere müssen ihre Aktivität und damit ihren Stoffwechsel tief halten können, sonst verbrauchen sie mehr Energie, als die spärliche Nahrung her gibt und das führt letztlich zu existenziellen Problemen.»

Nebst der Futterknappheit sind es Naturgefahren wie zum Beispiel Lawinenabgänge, die den Tieren schaden. Umso wichtiger also, dass man die Wildtiere im Winter in Ruhe lässt. Laut Ulmann heisst das konkret: «Auf den gepfadeten Wegen bleiben, Tiere nicht in ihren Rückzugsgebieten stören, Hunde an der Leine halten, Wildruhezonen respektieren, nicht durch die Einstandsgebiete der Wildtiere fahren (Variantenskifahrer, Schneeschuhgänger etc.), sondern auf den Routen bleiben.»

Tiere nicht füttern

Auch im Kanton Schwyz ist die Ruhestörung ein Problem. «In der Ruhe liegt die Kraft», mahnt das Umweltdepartement in einer Mitteilung. Auch hier wird an die Autofahrer appelliert: «Fahren Sie bitte vorsichtig.»

Auch wenn der eine oder andere nun Mitleid haben mag mit den Tieren: Füttern sollte man sie nicht. Auch Kompoststellen müssen sicherheitshalber abgedeckt werden. «Falsche Nahrung kann bei Wiederkäuern zu Stoffwechselproblemen und gar zum Tod führen», so der Kanton Schwyz.

Fürs Erste hat also die Ruhe und Ungestörtheit der Tiere oberste Priorität. Werden diese Bedingungen eingehalten, dürften die Wildtiere der Innerschweiz einen weiteren Winter gut überstehen.

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