Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

WILLISAU: Draussen spürt sie Gottes Nähe

Kathrin Meyer präsidiert als erste Frau die Schweizerische Katholische Bauernvereinigung. Das Vereinsleben wurde ihr aber nicht in die Wiege gelegt.
Niels Jost
Kathrin Meyer (34), neue Präsidentin der Schweizerischen Katholischen Bauernvereinigung, mit Sohn Remo auf ihrem Hof in Willisau. (Bild Pius Amrein)

Kathrin Meyer (34), neue Präsidentin der Schweizerischen Katholischen Bauernvereinigung, mit Sohn Remo auf ihrem Hof in Willisau. (Bild Pius Amrein)

Niels Jost

In der breiten Öffentlichkeit ist der Verein kaum bekannt, er feiert nächstes Jahr aber bereits sein 75-jähriges Bestehen: die Schweizerische Katholische Bauernvereinigung, kurz SKBV (siehe Kasten). Vor gut drei Wochen gab es ein Novum in der Vereinsgeschichte: Erstmals wurde an der Generalversammlung eine Frau zur Präsidentin gewählt, Kathrin Meyer aus Willisau. Die bisherige Männerdominanz habe aber «nichts mit dem Katholischen zu tun», sagt die 34-Jährige schmunzelnd. «Es ist einfach der Zeitgeist, dass auch Frauen in Vereinen aktiv sind.»

Wir treffen Kathrin Meyer auf ihrem Bauernhof, gelegen zwischen malerischen Hügeln ob Willisau. Die warmen Temperaturen der letzten Tage liessen die vielen Blumen ums Haus erblühen («der Garten ist meine Tankstelle») und das Gras auf den Hügeln im Napfgebiet saftig grün wirken («dort ist mein Mann gerade am Güllen»). Neben den 20 Hektaren Land, den Mutterkühen und -sauen haben Meyers auch Ziegen, Bienen, Enten, Hühner und Lamas – für jene Gäste, die den hofeigenen Partyraum mieten oder in einem der 28 Betten übernachten.

Schon in Jugendzeit aktiv

Dass ausgerechnet Kathrin Meyer ins präsidiale Amt gewählt wurde, erstaunt wenig. Bereits während ihrer Erstausbildung als Hauspflegerin (heute Fachfrau Gesundheit) packte die gebürtige Surentalerin das Vereinsleben. Obwohl: «Ich bin in einer Familie aufgewachsen, die nicht sonderlich aktiv in Vereinen tätig war.» In der Landjugend sowie in der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft Katholischer Landjugend (SAKLJ), einem Tochterverein der SKBV, übernahm sie Vorstandsarbeiten. «Mit 22 Jahren war ich als SAKLJ-Präsidentin Kontaktperson zur SKBV und nahm deshalb an deren Sitzungen teil. So bin ich in die Vereinigung gerutscht.» Seit neun Jahren ist die vierfache Mutter nun im SKBV-Vorstand.

Dass sich Kathrin Meyer in einer katholischen Vereinigung engagiert, hat seine Gründe. «Ich wurde sehr katholisch erzogen und war neun Jahre Ministrantin. Das hat mich wohl geprägt.» Dennoch: Das Klischee einer streng gläubigen Katholikin erfüllt Meyer keinesfalls. Gottesdienste zu besuchen, sei mit Familie und Betrieb nicht gut zu vereinbaren, so Meyer. Zudem habe sie sonntags vielfach Gäste vom agrotouristischen Bereich. «Ich fühle mich Gott oft näher, wenn ich draussen arbeite oder mit der Familie im Grünen spaziere. Dann spüre ich Dankbarkeit für all das Glück, das wir erfahren dürfen.»

Neue Statuten sollen her

Zu ihren Freizeitbeschäftigungen gehören – neben der Familie und dem Betrieb – Jodeln und ihr Engagement in den bäuerlichen Vereinen. Sie ist Regionalvertreterin der Bäuerinnen Napf und in der IG Landwirtschaft Willisau aktiv. «Wenn ich von einer Sache überzeugt bin, möchte ich mich auch dafür einsetzen.» So liegt ihr die Kernaufgabe der SKBV am Herzen – das Wohl der Bauernfamilien. «In den jährlichen Herbsttagungen mit einem Referat und Besinnung sollen die Mitglieder positiv heimkehren können. Der Austausch und die Gemeinschaft nehmen eine wichtige Rolle ein.»

Die gelernte Bäuerin und Sozialpädagogin möchte in ihrer Rolle als Präsidentin die Statuten und das Leitbild ändern und die Anlässe bekannter machen. Eine Idee, um dies umzusetzen, hat sie bereits: Aufgaben wie etwa die Organisation eines Raumes oder der Referenten sollen auf die Vorstandsmitglieder aufgeteilt werden. «Ist man selber an einem Projekt beteiligt, motiviert das. Zudem erfährt der Bekanntenkreis davon, wodurch wir neue Mitglieder gewinnen können.» Sie denkt dabei nicht nur an junge Familien. «Die Durchmischung von Jung und Alt bereichert die Gespräche und macht unseren Verein so einzigartig.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.