WILLISAU: Fasnachts-Märli im Hinterland

Fasnacht hat viel mit Märchen zu tun: Das und gute Laune lehrte am Sonntag die Städtlifasnacht Willisau.

Drucken
Teilen
Die Napfrugger Willisau gestern an der Städtlifasnacht. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Die Napfrugger Willisau gestern an der Städtlifasnacht. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Kalte Füsse bekommen konnten nur die Daheimgebliebenen – und davon gab es nur wenige. Zu viele Leute drängten an der 15. Städtlifasnacht ins schmucke Willisau, und es schien am Sonntagnachmittag förmlich aus den Fugen zu geraten. Kaum ein Durchkommen gab es, in aufgeheizter Fasnachtsstimmung spielten und schränzten und tanzten die Guuggenmusigen, die Kostümierten und die Dekorierten. Konfettiregen noch und noch setzte weitere bunte Akzente.

Bereits die Narrenmesse in der Pfarrkirche war fasnächtlich unterlegt gewesen: Karnöffel-Zunftmeister Rolf Villiger spannte in der Predigt den Bogen von Bibelworten zum Fasnachtsmotto «Wie im Märli»: «Tragt die Fasnachts-Lebensfreude über die närrischen Tage hinaus in den Alltag hinein», riet der Zunftmeister.

Damen besten Alters
26 Nummern stark und angemessen laut war um 14 Uhr der Einzug ins Städtchen. Tausende verfolgten ihn und beklatschten nebst den Guugger-Rhythmen auch originelle Gruppendarbietungen: Die Napfrugger posierten auf dem Laufsteg, die «Best-Age-Ladies» inszenierten ein Gartenfest der besonderen Art: Der ehemalige Radrennprofi Ueli Sutter kehrte mit dem Besen den Gartenplatz, dann räumten die zehn Ladies das «Buff im Garten» auf.

Auch wenn Donner und Blitz Blumenbeet und Gartenzwerg bedrohten: Es gab eine zünftige Gartenparty mit Witz und Tanz und «den schönsten Beinen», wie Best-Age-Lady Rosi Korner formulierte. «Die pure Lust am Leben kann mir keiner nehmen»: So plärrte es aus dem Lautsprecher – die Willisauer Fasnächtler setzten dies in bester Manier um.

«Sensationell, aussergewöhnlich, schlicht einmalig: So ist die Städtlifasnacht, und das können Sie gleich so schreiben»: So das fasnächtliche Urteil der Willisauerin Nicole Kaiser und der Zellerin Andrea Lustenberger. Und sie haben Recht.

Hannes Bucher