Willisau: Hier werden 38 Millionen in eine Grossüberbauung investiert

Drei Player machen für ein Generationenprojekt gemeinsame Sache. «Im Grund»
entsteht ein Bauwerk für 38 Millionen Franken. Im Herbst 2020 sollen die Räume bezugsbereit sein.

Ernesto Piazza
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So soll in Willisau das Generationenprojekt «Im Grund» dereinst aussehen. (Visualisierung: PD)

So soll in Willisau das Generationenprojekt «Im Grund» dereinst aussehen. (Visualisierung: PD)

Der Rückbau diverser Gebäude war schon im Sommer passiert. Mittlerweile ist der Aushub in vollem Gange. Gestern erfolgte nun in Willisau beim 38-Millionen-Franken teuren Generationenprojekt der «historische Spatenstich», wie es Stadtpräsidentin Erna Bieri (FDP) formulierte. Unweit vom Obertor entfernt gelegen, entsteht «im Grund» im Wesentlichen ein neues Pfarreizentrum, sechs Kindergärten, Tagesstrukturen, 43 Wohnungen und eine Tiefgarage mit 170, teils öffentlichen, Parkplätzen.

«Wovon wir vor vier Jahren nie zu träumen gewagt haben, nimmt konkrete Formen an.»

«Wovon wir vor vier Jahren nie zu träumen gewagt haben, nimmt konkrete Formen an», sagte Evelyne Huber mit Blick in die Baugrube von bereits stattlichem Ausmass. Es sei nicht immer einfach gewesen, allen Wünschen gerecht zu werden, schaute die Präsidentin der katholischen Kirchgemeinde nochmals zurück. Um dann aber schnell wieder in der Gegenwart präsent zu sein. «Jetzt freuen wir uns.»

Sechs Kindergärten entstehen

In der Verantwortung der katholischen Kirchgemeinde liegt der Bau des Pfarreizentrums, der sechs Kindergärten und Tagesstrukturen im Rohbau, der 24 Mietwohnungen sowie 69 Parkplätze. Dafür veranschlagt die Kirchgemeinde einen Betrag von 23 Millionen Franken. Des Weiteren hat sie mit der Stadt einen Mietvertrag für die Räumlichkeiten Kindergarten/Tagesstrukturen für 40 Jahre abgeschlossen.

Das Generationenprojekt Willisau im Quartier «Im Grund» kommt neben dem heutigen Gemeindehaus (links) zu stehen. (Visualisierung: PD)
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So soll in Willisau das Generationenprojekt «Im Grund» dereinst aussehen. (Visualisierung: PD)
Blick in den Innenhof des Generationenprojekts «Im Grund» in Willisau. (Visualisierung: PD)
Innenansicht des Generationenprojekts «Im Grund» in Willisau. (Visualisierung: PD)
Blick in den künftigen Pfarreisaal im Willisauer Quartier «Im Grund». (Visualisierung: PD)

Das Generationenprojekt Willisau im Quartier «Im Grund» kommt neben dem heutigen Gemeindehaus (links) zu stehen. (Visualisierung: PD)

Die Lupe AG, Willisau, baut zwei private Wohnhäuser mit 19 Eigentumswohnungen und 30 Parkplätzen. Die Investoren rechnen mit einem Betrag von zehn Millionen Franken. Verwaltungsratspräsident Lucas Peter sagte: «Anfangs Oktober haben wir mit dem Verkauf begonnen und bereits sind mehr als die Hälfte der Objekte reserviert.» Die Wohnungen – ob Miete oder Verkauf – befinden sich im Segment 2½- bis 4½-Zimmer.

Die Stadt besorgt den Endausbau der Kindergärten und Tagesstrukturen, baut 71 Parkplätze und ist im bereits erwähnten Mietvertrag eingebunden. Die Stimmbürger bewilligten hierfür einen Rahmenkredit von 18,3 Millionen. Davon entfallen 13 Millionen auf Miete und Endausbau. Der Rest betrifft Parkplätze.

«Es sind keine modischen, aber zeitgemässe Bauten»

Das Siegerprojekt heisst «Vicinia» – was soviel wie «Nachbarschaft» bedeutet. Es stammt von Leismann AG, Bern und Cukrowicz Landschaften, Winterthur. Dazu erwähnte Roman Lehmann von Architektenseite gestern: Wichtige Aspekte seien Verdichtung gegen innen, Vernetzung mit der Umgebung oder Nutzungsmischung gewesen. Auch habe man der Langlebigkeit und dem zum neuen Komplex dazu gehörenden Gemeindehaus Rechnung getragen. «Es sind keine modischen, aber zeitgemässen Bauten.»

«Ab Herbst 2020 hat Willisau sein erstes öffentliches unterirdisches Parkhaus.»

Stadtpräsidentin Erna Bieri betonte den «langen Weg», auf dem «viele Hürden genommen werden mussten». Zudem betonte sie: «Es ist ein städtebaulich überzeugendes Bauwerk, das den Ortskern gegen Westen qualitätsvoll erweitert.» Kirchenratspräsidentin Huber freute sich vor allem darüber, dass es den drei Playern gelungen ist, «gemeinsam das Projekt zu realisieren». Im Herbst 2020 sollen die Räume bezugsbereit sein. «Dann hat Willisau auch sein erstes öffentliches unterirdisches Parkhaus», so Bieri.