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WILLISAU: Gemachte Betten sind gefragt

Die Zahl der Hotelbetten sank in der Region Willisau kontinuierlich. Nun hat der Trend gekehrt – und es wird weiter investiert.
Roseline Troxler
Geschäftsführerin Monika Perren bereitet eines der Zimmer im Dagmerseller Aparthotel Wiggertal für die nächsten Gäste vor. (Bild Dominik Wunderli)

Geschäftsführerin Monika Perren bereitet eines der Zimmer im Dagmerseller Aparthotel Wiggertal für die nächsten Gäste vor. (Bild Dominik Wunderli)

Roseline Troxler

Die Zahl der Gastbetten in der Region Willisau hat in den letzten Jahren stetig abgenommen. So ist die Anzahl Betten der Hotelbetriebe zwischen 2006 und 2014 um 28 Prozent gesunken – von 378 auf 274 Betten. Seit dem letzten Jahr tut sich aber etwas in der Hotellerie der Region. Mit der Eröffnung des Bed & Breakfast Peter und Paul beispielsweise gibt es in Willisau seit gut einem Jahr 23 neue Gästezimmer mit 60 Betten. Ebenfalls seit letztem Jahr beherbergt das Aparthotel Wiggertal in Dagmersellen Gäste. Doch auch bestehende Häuser haben ausgebaut – so etwa das Hotel Mohren in Willisau. Durch den Bau von Studios sollen auch Gäste beherbergt werden, die über einen längeren Zeitraum eine Bleibe suchen.

Betten während Anlässen knapp

Ein Blick auf die Statistik der Logiernächte zeigt zwischen 2006 und 2014 einen Anstieg von 23 800 auf knapp 28 200 Übernachtungen. Da die Anzahl Betten in demselben Zeitraum abgenommen hat, stieg die Auslastung der einzelnen Betriebe. Nebst der traditionellen Hotellerie hat in ländlichen Regionen auch die Parahotellerie grosse Bedeutung. Darunter fallen etwa Bed & Breakfast, Privatzimmer oder der Agrotourismus. Für das Jahr 2014 wird die Anzahl Logiernächte in diesem Bereich in der Region Willisau auf rund 40 000 geschätzt, sie wird nicht systematisch erhoben.

Corinne Müller, Geschäftsführerin von Willisau Tourismus, sagt zur Entwicklung der Hotelbetten in der Region Willisau: «Nach Jahren der Abnahme haben wir wieder an Hotelbetten dazugewonnen.» Die Zunahme sei vor allem auf die Parahotellerie zurückzuführen. Müller sagt aber: «Nach wie vor besteht in einzelnen Bereichen und zu gewissen Zeiten das Bedürfnis nach weiteren Unterkünften.» Saisonal habe es nicht ausreichend Betten. «Während der Sommermonate oder bei Veranstaltungen wie dem Jazz Festival fehlen uns Zimmer.»

Gefragte Apartmentzimmer

Eine gute Auslastung gab es laut Müller aber nicht ganzjährig. «Deshalb ist eine Erweiterung des Angebots vorsichtig zu prüfen.» Corinne Müller sieht insbesondere eine Nachfrage nach weiteren Apartmentzimmern und Unterkünften für Sportler. «Grössere Betriebe wie beispielsweise die Swiss Krono AG in Menznau suchen für Mitarbeiter oder Geschäftskunden regelmässig Unterkünfte für eine längere Zeit.» Diese könnten von «traditionellen» Hotels teils nicht zur Verfügung gestellt werden. «Im Bereich Aparthotel gibt es bereits eine gute Grundlage, aber dieser Bereich hat wohl noch Potenzial.» Dass ein Bedürfnis nach Unterkünften für Sportler besteht, hat laut Müller das Ja der Willisauer zum Sonderkredit für das Projekt «Bed & Sport» gezeigt. Damit wird in Willisau in den nächsten Jahren eine neue Sportlerunterkunft realisiert.

Durchreisende und Geschäftsleute

Investor Karl Rölli hat an der Lang­nauerstrasse in Dagmersellen vor gut einem Jahr das Aparthotel Wiggertal eröffnet. Er zieht eine positive Bilanz: «Wir sind mit der Auslastung zufrieden. Vor allem Geschäftsreisende, Durchreisende oder Ausflugsgäste übernachten in unserem Hotel», sagt er auf Anfrage. Auch bei Anlässen wie dem bevorstehenden Heitere-Open-Air in Zo­fingen sei die Nachfrage gross. Seine Gäste würden aber aus ganz Europa stammen, auch Amerikaner hätten schon in seinem Hotel übernachtet. Beliebt seien seine Apartments auch bei Familienfeiern. Die gute Auslastung führt Rölli, der einen Betrieb für Holzbau, Bedachungen sowie eine Spenglerei besitzt, auch auf die Lage zurück. «Wir sind mit dem Autobahnanschluss sehr zentral gelegen.»

Neues Hotel in Dagmersellen

Nun hat Rölli bereits ein nächstes Projekt in der Pipeline. Geplant sind an der Stermelstrasse weitere 14 Apartments, wie der «Willisauer Bote» berichtete. Baubeginn soll im Spätherbst sein. Das dreistöckige Gebäude soll 250 Meter vom bestehenden Hotel entfernt errichtet werden. Zur Höhe der Investitionen will sich Rölli noch nicht äussern. Anders als beim ersten Hotel verzichtet er auf ein öffentlich zugängliches Bistro. «Durch die geringe Entfernung der beiden Gebäude können sich alle Gäste am selben Ort verpflegen.» Das Baugesuch für das neue Aparthotel lag bis am 2. August öffentlich auf. Laut der Gemeinde ist eine Einsprache gegen das Gesuch eingereicht worden.

Das Projekt in Dagmersellen ist nicht das einzige in der Region: Die Agrovision Ressourcen AG will der Steinermühle in Alberswil neues Leben einhauchen. Der ehemalige Mühlenbetrieb soll einem Wohnhaus und Aparthotel weichen. So sind acht Ein- und Zweizimmerwohnungen mit 24 Betten geplant.

Frankenstärke kaum ein Thema

Die nationale Hotelbranche leidet aktuell unter dem starken Franken. Die Region Willisau spürt dies laut Corinne Müller hingegen weniger: «Der Grossteil der Gäste stammt aus der Schweiz, insbesondere in der Parahotellerie.» In der Hotellerie werden die Schweizer Gäste jedoch dicht gefolgt von jenen aus Deutschland und dem übrigen Europa – etwa Holland. Sie betont allerdings, dass die Betriebe unterschiedlich betroffen seien. So würden Gäste auf günstigere Unterkünfte ausweichen, und Hoteliers würden öfters in Preisdiskussionen verwickelt – auch mit Businesskunden. Im Gegenzug seien laut Müller «die Gästeerwartungen gestiegen».

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