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WILLISAU: Grafiker und Jazz-Förderer Niklaus Troxler wird 70

Er machte Willisau zum „Mekka des Free Jazz“ und wurde mit seinen Plakaten zu einem der bekanntesten Grafiker weltweit: Am 1. Mai feiert Niklaus Troxler seinen 70. Geburtstag. Sein Werk wird in diesem Jahr mit verschiedenen Ausstellungen gewürdigt.
Nikalus Troxler wird am Montag, 1. Mai 2017, 70 Jahre alt. (Bild: Nicole Nars-Zimmer / Basellandschaftliche Zeitung)

Nikalus Troxler wird am Montag, 1. Mai 2017, 70 Jahre alt. (Bild: Nicole Nars-Zimmer / Basellandschaftliche Zeitung)

1966 organisierte Niklaus Troxler mit Pfadikollegen in Willisau sein erstes - noch sehr konventionelles - Jazzkonzert. Doch bald fand er Gefallen an zeitgenössischem Jazz - mit unerwartetem Erfolg. Als eine der damals noch raren Bühnen für den Free Jazz zog Willisau ein breites Publikum aus der ganzen Schweiz und aus dem benachbarten Ausland an. Ab 1975 organisierte Troxler jährlich ein Festival.

Die Medien aus dem In- und Ausland feierten das Luzerner Hinterland als „Mekka des Free Jazz“. Das Publikum war begeistert, und die Musiker zeigten sich dankbar für die schon damals keineswegs selbstverständlichen fairen Auftrittsbedingungen. Stellvertretend für seine Kollegen sprach der Pianist Keith Jarrett in den siebziger Jahren von Willisau als „one oft the best places for music in the world“.

Im Rückblick sehe das aus wie geplant, sagt Troxler. „Man meint, das sei so logisch abgelaufen über 40 Jahre lang.“ Das sei aber nicht so gewesen. „Es war kontrovers, es gab Reibungen und endlose Diskussionen, Auseinandersetzungen in der Presse... Und das war auch gut so. Aber davon redet man heute nicht mehr, man sieht nur noch eine runde Sache“.

International gefragter Grafiker

Troxler sorgte nicht nur mit seinen Konzerten für Aufsehen. Von Anfang an schuf er die Plakate für seine Konzerte und war bald ein gefragter Grafiker in und ausserhalb der Jazz-Szene. Seine Bildgebung ist geprägt von einem Spiel mit Farben und Formen, mit Instrumenten und Symbolen und mit der Typografie. Trotz wechselnden Stilen, die das jeweilige Thema oder die Musikrichtung der Konzerte aufnehmen, sind seine Plakate unverwechselbar.

Er habe das Glück gehabt, eine Arbeit zu haben, mit der er immer auf die Zeit reagieren musste, sagt Troxler. „Ich musste die Leute in der Gegenwart erreichen. Als Grafiker kommuniziere ich mit Leuten von heute, nicht mit jenen von gestern.“ Auf die heutige Zeit und ihre Arbeitsbedingungen angesprochen, meint Troxler, sie sei zu stark verplant und zu konzeptgläubig. Etwas mehr Spontaneität, wie in den siebziger Jahren, täte ihr gut.

Niklaus Troxler erhielt für sein Wirken zahlreiche Preise, unter anderem den Innerschweizer Kulturpreis (1982), zwei Mal die Toulouse-Lautrec-Medaille in Gold sowie Auszeichnungen in Finnland, China, Taiwan und den USA. Seine Arbeiten finden sich in den grossen internationalen Designsammlungen, so etwa im Museum of Modern Art in New York. Von 1998 bis 2013 war er Professor für Kommunikationsdesign an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart.

2010 übergab Niklaus Troxler die Leitung des Jazz Festivals Willisau seinem Neffen Arno Troxler. Sein Grafikatelier hat er ebenfalls geschlossen, doch gestaltet er gelegentlich noch Plakate. International gefragt ist er weiterhin als Jury-Mitglied. Troxler lebt in Willisau und Berlin.

Ausstellungen in der Schweiz und in Deutschland

Sein Werk wird regelmässig in Ausstellungen präsentiert. Im Jahr seines 70. Geburtstages sind gleich mehrere Veranstaltungen angesagt. Noch bis zum 21. Mai 2017 zeigt das Rappaz-Museum in Basel Jazz-Plakate von Niklaus Troxler.

Eine grosse Hommage unter dem Titel „World Wide Willisau“ wird in Sursee LU (19. August 2017 bis 7. Januar 2018) zelebriert. Sie umfasst Plakatausstellungen auf zwei Plätzen, mehrere Konzerte (u.a. mit Irène Schweizer und Pierre Favre, Hildegard lernt fliegen, Peter Schärli), Podiumsgespräche und ein offener Tag in Niklaus Troxlers Archiv in Willisau.

Am 28. September schliesslich wird im Folkwang-Museum in Essen (Deutschland) eine grosse Schau „Niklaus Troxler: Jazz’n’more“ eröffnet (bis 14. Januar 2018).

sda

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