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WILLISAU: Kantonsschule blickt zurück

Die Kanti feiert heute ihr 150-Jahr-Jubiläum. Kurt Kneubühler (60) ist der dienstälteste Lehrer. Vor 31 Jahren habe er noch sämtliche 180 Schüler mit Namen gekannt.
In der Mitte sitzt der Rektor: Professor Ferdinand Wechsler (6. von links) und seine Lehrerschaft im Jahr 1906. (Bild: PD)

In der Mitte sitzt der Rektor: Professor Ferdinand Wechsler (6. von links) und seine Lehrerschaft im Jahr 1906. (Bild: PD)

claudio zanini

Manchmal sei es halt ein «Ghetz», sagt Kurt Kneubühler. Doch jetzt hat der 60-jährige Turn- und Geschichtslehrer der Kanti Willisau Zeit für einen Kaffee im Lehrerzimmer der Sportler. Hinter ihm liegen eine Doppelstunde Turnen und eine Notenkonferenz. Der zeitliche Druck scheint dem drahtigen Mann, der sich in drei Jahren pensionieren lassen will, nicht zuzusetzen. «Ich kann zwar nicht mehr ganz alle Übungen vorzeigen. Vor allem aber muss ich mich besser aufwärmen als früher.»

1984 kam Kurt Kneubühler nach Willisau an die Kanti nach kurzzeitigen Engagements in Ruswil und Sursee. An vier Tagen in der Woche unterrichtet er mittlerweile noch: 17 Lektionen Sport, 2 Lektionen Geschichte. Zudem ist er noch so was wie der technische Dienst in Personalunion. Funktioniert irgendwo ein Beamer nicht, rückt er aus. «In meinen Anfangszeiten hätte man ein kaputtes technisches Gerät noch repariert. Heute sind die Apparaturen für den Unterricht unverzichtbar. Deshalb bringe ich immer gleich ein Ersatzgerät.» Eine andere grosse Veränderung sei der Schülerzuwachs in den vergangenen 31 Jahren, auch wenn es in jüngster Vergangenheit wieder weniger wurden. «Als ich begann, waren es ungefähr 180 Schüler – heute sind wir bei 590, da kann ich nicht mehr von jedem den Namen wissen.»

Bogenschiessen und Modellflieger

Zur Schülerschaft, die bis zu 48 Jahre jünger ist als Kneubühler, pflegt er ein kollegiales Verhältnis. Einem Schüler verklickert er im Anschluss an die Turnstunde unaufgeregt, warum das unentschuldigte Fernbleiben bei einer Nachprüfung nicht tolerierbar ist. «Früher hätte ich die Schüler vehementer gemassregelt. Aber ihre Versäumnisse nehme ich schon lange nicht mehr persönlich.» Spricht Kneubühler von der Schülerschaft, tönt das eher wohlwollend. Er habe an der Kanti «eine Schülerschaft, die im kognitiven und im persönlichen Bereich ausgezeichnet ist». Für die Kanti Willisau wünscht er sich, dass die Innovativität und der Mut zu Experimenten beibehalten werden. «Wenn ich in einer Sonderwoche mit den Schülern Modellflieger basteln möchte oder das Freifach Bogenschiessen einführen will, werde ich unterstützt.» Es mache Spass, mit einer Schulleitung zu arbeiten, die «unheimlich Drive» habe.

Auftrag unter Spardruck erfüllen

Mut und Innovationskraft hängen aber nicht zuletzt von den dafür nötigen finan­ziellen Mitteln ab. Rektor Victor Kaufmann drückt es folgendermassen aus: «Es wird künftig sicherlich eine Herausforderung, mit den zur Verfügung gestellten Mitteln unseren Auftrag zu erfüllen. Und auch wir spüren, dass die Mittel gekürzt wurden.» Fundamental sei die Kantonsschule Willisau aber in den vergangenen Jahrzehnten nie in Frage gestellt gewesen, betont er. «Die Kantonsschule konnte vielmehr ausgebaut werden und hat sich sicher etabliert. Dennoch haben wir aufgrund der demografischen Entwicklung in den letzten Jahren rückläufige Schülerzahlen.» Im ländlichen Umfeld sieht Kaufmann aber auch viele Vorzüge: «So spüre ich bei unseren Schülern eine Natürlichkeit und Bodenständigkeit im besten Sinne, die wir in unserer täglichen Arbeit sehr schätzen.»

Das 150-Jahr-Jubiläum wolle man nun zum Anlass nehmen, um auf die «bewegte Geschichte» (siehe Kasten) der Kanti zurückzuschauen. Verschiedene Veranstaltungen fanden zum Jubiläum statt. So etwa eine Sternwanderung im September mit sämtlichen Lehrpersonen und Schülern auf den Napf – zweifellos ein Programm nach dem Geschmack des dienstältesten Lehrers.

Seit 1984 dabei: Kurt Kneubühler zeigt Schüler Fabian Mehr die richtige Schlagtechnik. (Bild Pius Amrein)

Seit 1984 dabei: Kurt Kneubühler zeigt Schüler Fabian Mehr die richtige Schlagtechnik. (Bild Pius Amrein)

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