WILLISAU: Menznau nimmt Abschied von den Opfern

Angehörige, Freunde und Arbeitskollegen haben am Donnerstagnachmittag in einem bewegenden Trauergottesdienst der Opfer des Amoklaufs von Menznau gedacht. Sie verbrannten als Zeichen der Trauer vor der Kirche Holzspäne.

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Trauergäste gedenken am Ende der Trauermesse ausserhalb der Kirche St. Paul und Peter in Willisau mit einem Holzschnitzel-Wunschfeuer und drei Rosen den Todesopfern des Amoklaufs in Menznau. (Bild: Eveline Beerkicher / Neue LZ)

Trauergäste gedenken am Ende der Trauermesse ausserhalb der Kirche St. Paul und Peter in Willisau mit einem Holzschnitzel-Wunschfeuer und drei Rosen den Todesopfern des Amoklaufs in Menznau. (Bild: Eveline Beerkicher / Neue LZ)

Mehrere hundert Personen hatten sich am Donnerstagnachmittag um 15 Uhr zum Trauergottesdienst in der Kirche St. Peter und Paul in Willisau versammelt. Auch viele Mitarbeiter der Firma Kronospan erwiesen den Verstorbenen die letzte Ehre. Zentrales Thema an der ökumenischen Feier war die Sprachlosigkeit.

Ein sichtlich mitgenommener und mit den Tränen kämpfender Firmenchef Mauro Capozzo sagte: «Wir sind fassungslos und traurig. In ein paar Minuten hat sich unsere Welt verändert. Ich wünschte mir, ich könnte die richtigen Worte finden. Die Frage nach dem Warum lässt uns nicht mehr los. Ich spreche allen Angehörigen mein Beileid aus.»

Mauro Capozzo, CEO der Kronospan, verlässt nach dem Gedenkgottesdienst die Kirche. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
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Blumen erinnern vor der Kirche an das tragische Schicksal. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Trauernde beschrifteten in der Kirche Holzspäne mit persönlichen Gedanken. Nach dem Gottesdienst werden diese vor der Kirche verbrannt. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Mehrere Hundert Trauernde versammelten sich nach dem Gottesdienst vor der Kirche. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Regierungsrat Robert Küng aus Willisau und Kantonsratspräsident Urs Dickerhof verlassen die Kirche St. Peter und Paul. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Regierungsrat Guido Graf beantwortet nach dem Trauergottesdienst Fragen der Medien. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Die Trauergemeinde vor der Kirche St. Peter und Paul in Willisau. (Bild: Leser Mhill Mirakaj)
Vor dem Gottesdienst werden in der Kirche St. Peter und Paul Blumen aufgestellt. (Bild: Keystone)
Regierungspräsident Guido Graf schreitet zum Gottesdienst. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Trauernde auf dem Weg zum Gottesdienst. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Mauro Capozzo, CEO der Kronospan, vor der Kirche. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Urs Fluder, Konzernleitungsmitglied der Kronospan, auf dem Weg zur Kirche. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Blumen vor der Kirche erinnern an die Tat. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Vor dem Eingang der Firma Kronospan in Menznau liegen Blumen und Kerzen. Die Fahnen wehen auf Halbmast. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)
Das Dorf Menznau. (Bild: Keystone)

Mauro Capozzo, CEO der Kronospan, verlässt nach dem Gedenkgottesdienst die Kirche. (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)

«Politik muss Tat verarbeiten»

Neben Kantonsratspräsident Urs Dickerhof und dem Menznauer Gemeinderat war auch die Luzerner Regierung beim Gottesdienst in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche durch RegierungspräsidentGuido Graf und dem aus Willisau stammenden Regierungsrat Robert Küng vertreten. «Diese Tat hat uns schockiert und sehr betroffen gemacht. Im Moment können wir nur eines: trauern», sagte Graf in seiner Rede. Auch die Politik müsse das Geschehene verarbeiten. «Wir müssen uns fragen, was wir tun können», so Graf. Erklärungsversuche für das Vorgefallene gab es keine.

Am Tag nach dem Furchtbaren nehme das Geschehene den Menschen noch immer das Wort und den Atem, sagte der katholische Pfarrer von Willisau, Martin Walter. Die Feier sei ein Zeichen der Menschlichkeit und könne der Anfang von Trost sein.

Die Feier bot den Anwesenden Gelegenheit, nach Worten zu suchen. Die Trauernden beschrifteten Holzspäne, um ihren Gedanken Ausdruck zu verleihen. Anschliessend an den Trauergottesdienst wurden die Holzspäne vor der Kirche verbrannt.

Am Freitag um 19.30 Uhr findet in der Pfarrkirche Menznau eine Gedenkfeier für die Opfer statt. Eingeladen sind neben den Mitarbeitern und Angehörigen auch die Einwohner von Menznau, Geiss und Menzberg.

rem/sda