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WILLISAU: Sternsingen für die Klassenkasse

Seit fünf Jahren ziehen im Januar Schüler um die Häuser und bringen den Sternsingersegen. Damit bessern sie ihre Klassenbudget auf – und helfen Kindern in Indien.
Martina Odermatt
Die Willisauer Sternsinger sind wieder unterwegs. (Bild: Manuela Jans-Koch (Willisau, 4. Januar 2018))

Die Willisauer Sternsinger sind wieder unterwegs. (Bild: Manuela Jans-Koch (Willisau, 4. Januar 2018))

Ursprünglich suchte Lehrer Christoph Amrein einfach nach einem Weg, die Klassenkasse ­etwas aufzubessern und einen Batzen für das Klassenlager zu verdienen. Selbst ehemaliger Sternsinger, kam ihm die Idee dieses Brauchs. «Ich erkundigte mich bei der Schule und erfuhr, dass dies die letzten zehn Jahre nicht mehr gemacht wurde», sagt Amrein. Zusammen mit der Kirchgemeinde und der Schule gleiste er das Sternsingen auf – und sang darauf mit seiner Schulklasse in den Quartieren.

Das war 2013. Mittlerweile hat sich das Sternsingen auch dank Amrein in Willisau wieder etabliert. «Wir erhalten viele Anfragen von Leuten, die möchten, dass wir auch in ihre Nachbarschaft kommen. Die Resonanz ist sehr positiv», sagt Amrein.

Schüler geben Freizeit fürs Sternsingen her

In der Zwischenzeit ist Amrein mit seiner Klasse nicht mehr alleine. Eine weitere unterstützt sie beim Sternsingen. Und das ist auch nötig bei den sich mehrenden Anfragen. «Das Ziel wäre schon, dass irgendwann noch mehr Klassen mitmachen. Da ist definitiv Potenzial nach oben», erklärt Amrein. Doch das sei nicht selbstverständlich, denn das Sternsingen finde oft in den Ferien und nicht in der Schulzeit statt, ist sich der Lehrer bewusst. Dafür macht es ihn stolz, wenn er sieht, welchen Einsatz die Kinder in ihrer Freizeit leisten. In den vergangenen sechs Jahren sei die Bereitschaft von allen gross ­gewesen – auch von Kindern ­anderer Religionen. Es komme manchmal aber auch vor, dass zwei, drei Kinder zu Beginn noch nicht so motiviert seien. «Spätestens wenn wir unterwegs sind, ändert sich das aber.» Und ­Amrein fügt schmunzelnd an: «Ich fühle mich dann jeweils wieder wie ein Primarschüler, als ich selbst ein Sternsinger war.» Für die Kinder steht aber längst nicht mehr nur der Erlös für die Klassenkasse im Vordergrund. Die Hälfte der Einnahmen geht nämlich an Missio, die kirchliche ­Organisation, die hinter dem Sternsingen steht. Dieses Jahr sammelt Missio gegen Kinderarbeit in Indien. «Den Kindern ist der wohltätige Gedanke sehr wichtig und auch bewusst», sagt Amrein. Und: «Sie sind auch stolz, dass sie ihre Eltern damit bei der Finanzierung des Klassenlagers entlasten können.»

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Am Samstag um 17.30 Uhr findet in der Pfarrkirche Willisau ein Sternsinger-Gottesdienst statt.

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