WILLISAU, TAGWACHE: Gfürchige Gestalten machen Kälte den Garaus

Es war ein Guuggertreffen im familiären Kreis. An der Tagwache in Willisau lockte sogar eine Holländerin.

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Urchige Enzilochmannen heizten den Fasnächtlern an der Tagwache in Willisau ein. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Urchige Enzilochmannen heizten den Fasnächtlern an der Tagwache in Willisau ein. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

In Willisau knallte es am Donnerstag später. Erst um 6 statt um 5 Uhr. «Wir haben die Tagwache vor einigen Jahren verschoben, weil die Leute sonst nicht aus den Federn kamen», sagte Zunftmeister Rolf Villiger schmunzelnd. Auch so hielt sich der Ansturm in Grenzen: Nur rund 100 Fasnächtler waren gekommen.

«Diese Fröhlichkeit!»
«Schade, dass es nicht mehr sind», fand Anne-Lies Wigger. Die 53-Jährige aus Willisau liess sich den Spass nicht verderben und schunkelte tapfer gegen die eisigen Temperaturen an. «Ich habe gerade eine Freundin aus Holland zu Besuch, der ich unbedingt die Tagwache zeigen wollte.» Die Betreffende war begeistert: «Diese Fröhlichkeit! So etwas gibt es in Holland nicht. Es ist so schön», schwärmte Anneke (25) aus Veen und liess sich mit den gfürchigen Enzilochmannen im Tannengwändli fotografieren, die mit Besen durchs Städtli jagten. Sie wolle in Holland eine Guuggenmusig auf die Beine stellen.

Gut eine Stunde lang sangen, tanzten und schränzten die neun Guuggenmusigen, anschliessend gab es Frühstück im Rathaus. Sehr zur Freude der beiden «Ghostbusters» (Geisterjäger) Manuel und Florian, beide 18, im silbernen Gwändli mit einer staubsaugerartigen Konstruktion auf dem Rücken. «Es ist mega kalt, aber die Stimmung ist gut», lautete ihr Fazit.

«Die Tagwache in Willisau ist eine Tradition, die man beibehalten sollte», sagte Marie-Theres (40), wie Tochter Alicia (5) als Hexe verkleidet, «aber man müsste sie attraktiver machen. Früher gingen die Guuggenmusigen etwa noch von Haus zu Haus.»

Mirjam Gast