Untertor-Brand in Willisau: Die Polizei geht von Brandstiftung aus

Das Feuer, das in der Nacht auf vorgestern das Restaurant Untertor zerstörte, wurde absichtlich gelegt. Eine Katastrophe konnte knapp abgewendet werden.

Thomas Heer
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Das Restaurant Untertor in Willisau wurde ein Raub der Flammen. (Bild: Radio Pilatus)

Das Restaurant Untertor in Willisau wurde ein Raub der Flammen. (Bild: Radio Pilatus)

«Das hoffen wir natürlich nicht», antwortete die Angestellte einer Willisauer Bäckerei vorgestern auf die Frage, ob die Feuersbrunst im Restaurant Untertor absichtlich von Menschenhand ausgelöst wurde. Nun ist aber davon auszugehen, dass der Brand tatsächlich böswillig gelegt wurde. Urs Wigger, Sprecher der Luzerner Polizei, sagt:

«Aufgrund des Spurenbildes geht man von Brandstiftung aus.»

Das ist die einzige Aussage, die Wigger im Zusammenhang des «Untertor»-Vorfalles bis gestern machte.

Das Restaurant Untertor stand lichterloh in Flammen. (Bild: Luzerner Polizei)
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Das Restaurant Untertor am Eingang zum Städtli Willisau wurde durch den Brand vollständig zerstört. (Bild: Radio Pilatus)
Das Restaurant Untertor stand lichterloh in Flammen. (Bild: Luzerner Polizei)
Die Flammen loderten, als die Feuerwehr Willisau-Gettnau zum Untertor ausrückte. (Bild: Feuerwehr Willisau-Gettnau)
Die Flammen loderten, als die Feuerwehr Willisau-Gettnau zum Untertor ausrückte. (Bild: Feuerwehr Willisau-Gettnau)
Das Restaurant Untertor am Eingang zum Städtli Willisau wurde durch den Brand vollständig zerstört. (Bild: Radio Pilatus)

Das Restaurant Untertor stand lichterloh in Flammen. (Bild: Luzerner Polizei)

Das Unglück ist in Willisau aber nach wie vor Gesprächsstoff Nummer eins. In der Nacht auf Freitag haben sich in der Altstadt dramatische Szenen abgespielt. Eine Frau, die um zirka 0.30 Uhr mit ihrem Auto zusammen mit einer Freundin durchs Städtli fahren wollte, erinnert sich: «Bereits bevor wir das ‹Untertor› passiert hatten, sahen wir, dass die Hauptgasse in dichten Nebel gehüllt war.» Davon ging die Willisauerin anfänglich aus. Bis sie nur Sekunden später realisierten, dass es sich um Rauch handelte. Kaum in der Altstadt angekommen, liess die Frau ihr Auto stehen und eilte zum Restaurant und sah sofort, dass im Lokal ein Feuer wütete.

«Mir war bereits beim ersten Anblick klar, dass da etwas nicht stimmt. So rasant können sich Flammen normalerweise gar nicht ausbreiten.»

Die Augenzeugin alarmiert sofort Polizei und Feuerwehr. Noch vor 1 Uhr war der Brand gelöscht.

In Willisau wird über folgende Begebenheit heftig diskutiert: Vom Restaurant Untertor soll sich bei Brandausbruch eine Person auffällig rasch wegbewegt haben. Bei der Spurensuche sei auch ein für diese Arbeit ausgebildeter Hund zum Einsatz gekommen sein. Hat die Polizei bereits einen Tatverdächtigen einvernommen oder gar festnehmen können? Dazu gibt es, wie eingangs angetönt, seitens der Behörden noch keine Informationen.

Menschen hätten sterben können

Zu keinerlei Auskünften bereit war gestern eine Person aus dem Kreis der Besitzerfamilie. In diesem Zusammenhang wäre interessant zu erfahren, ob es zwischen dem «Untertor»-Eigner und dem Restaurant-Pächter N. I.* möglicherweise zu Spannungen kam.

Sicher ist aber, dass der Brand von Willisau weit schlimmer hätte enden können. Die bereits erwähnte Augenzeugin sagt: «Als wir beim Brandort eintrafen, hörten wir Schreie.» Die kamen von jenen Leuten, die oberhalb des in Flammen stehenden Restaurants wohnen. Dank der professionellen Arbeit der Feuerwehr konnten fünf Personen gerettet werden. Ein 93-jähriger Rentner musste wegen Verdachts auf Rauchvergiftung hospitalisiert werden.

Hinweis: * Name der Redaktion bekannt. Wer sachdienliche Hinweise zum Brandfall «Untertor» machen kann, wird gebeten, sich bei der Luzerner Polizei unter 041 248 81 17 zu melden.