Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

WILLISAU: «Wir sind nicht nur böse» – Biker zeigen sich volksnah

Das Städtchen stand gestern im Bann der Bike-Show. Dröhnende Motoren und unglaubliche Eigenbauten erstaunten die Passanten.
Stephan Santschi
Pirmin Birrer aus Daiwil ist Feuer und Flamme für sein Motorrad. (Bild Dominik Wunderli)

Pirmin Birrer aus Daiwil ist Feuer und Flamme für sein Motorrad. (Bild Dominik Wunderli)

Stephan Santschi

Vom Ober- bis zum Untertor standen sie aufgereiht, die Schaustücke der 14. Bike-Show im Willisauer Städtchen. Harley-Davidson, Yamaha, Honda, Kawasaki und wie sie alle hiessen – zu Hunderten waren die Maschinen von Motorradfreunden aus der Schweiz und dem nahen Europa zu bestaunen. «So etwas gibt es in der Schweiz sonst nicht. Nur etwa zehn Prozent der Maschinen hier sind Originale. Die meisten haben noch irgendetwas Individuelles angebracht. Wir zeigen, was wir haben», sagte Eddy, der Vizepräsident des organisierenden Iron Drivers Motorcycle Club. Und er betonte: «Wir sind nicht nur die Bösen. Wir sind volksnah.»

Grosses Rad und Flammenwerfer

Der Rahmen des Vorstellbaren werde gesprengt, hiess es vor dem Event. Ein Versprechen, das gehalten wurde. In der Kategorie Fun präsentierten findige Bastler ihre Eigenbauten. Das neuste Werk von Tüftler Kilian Vogel war ein Big Wheel. Der Ettiswiler steuerte sein meterlanges Gefährt in einem riesigen Hinterrad sitzend. Die WWD-Riders aus Daiwil mochten es derweil heiss. Der Auspuff und sogar ein Kuhkopf waren zu Flammenwerfern umfunktioniert worden. Auf einem anderen Exemplar entpuppte sich die Verbindungsstange zwischen Fahrer- und Rücksitz als Baumstamm.

Manch ein Passant konnte sich ein Lachen ebenso wenig verkneifen wie die Bemerkung: «Was für Sachen es doch alles gibt ...» Sepp Stalder (67) aus Udligenswil stiess auf einer Wanderung mit seiner Frau rein zufällig auf diesen Anlass. «Eigentlich wollten wir im Städtchen nur kurz etwas trinken. Verrückt», sagte er und staunte über die originellen Motorräder und die vielen Tätowierungen. Er möge es aber doch lieber etwas ruhiger, bemerkte er schmunzelnd, nachdem der nächste Motor direkt vor ihm aufheulte. Kein Zweifel: Das Klischee der Motorradszene wurde gestern reichlich bedient. Schwere Maschinen, dröhnende Motoren, tätowierte Fahrer, viel Schwarz, viel Leder. Leidenschaft und Stolz für das Hobby waren aber nicht minder spürbar. «Forever wild» – diese Lettern zierten die Harley-Davidson von Franziska Zurkirchen (47) aus Grosswangen. «Wir leben die Freiheit, wenn uns auf der Fahrt der Wind um den Kopf streift», erzählte sie. Seit 27 Jahren fahre sie Motorrad.

«Wir sind eine genügsame Szene»

«Leise ist scheisse.» Mit diesem Schriftzug zog Hansjörg Häfliger (58) aus Triengen die Blicke auf sein T-Shirt. Er betonte aber, dass es nicht darum gehe, die Leute mit Lärm zu verärgern. «Es geht um den kernigen Klang eines Motors. Und nicht um möglichst viele Dezibel.» Er lobte die Atmosphäre in Willisau, der Anlass sei zu einem Kulturgut geworden. Er freue sich nun auf interessante Benzingespräche, den Austausch mit Gleichgesinnten. «Wir sind eine genügsame Szene, die ihr Hobby lebt. So wie andere beim Schwimmen im See oder beim Spazieren im Wald.»

Die nächste Austragung der Bikershow findet in zwei Jahren statt. Dann werden die Iron Drivers 35 Jahre alt. Es ist nicht zu erwarten, dass es in Willisau dann weniger wild zu und her gehen wird.

Mehr Bilder von der 14. Bike-Show in Willisau finden Sie unter www.luzernerzeitung.ch/bilder

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.