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Ehemaliges Gefängnis: Willisauer Investoren müssen sich gedulden

Die potenziellen Käufer des Amtsgebäudes warten auf die Zonenplanrevision der Stadt. Gegen diese gibt es aber knapp 30 Einsprachen. Der Kanton bereitet derweil die nächste Liegenschaft für den Verkauf vor.
Alexander von Däniken
Zwei lokale Bauunternehmen wollen das Amtshaus und ehemalige Gefängnis Willisau für 1,65 Millionen Franken kaufen. (Bild: Manuela Jans-Koch, LZ, 12. November 2017)

Zwei lokale Bauunternehmen wollen das Amtshaus und ehemalige Gefängnis Willisau für 1,65 Millionen Franken kaufen. (Bild: Manuela Jans-Koch, LZ, 12. November 2017)

Zehn Zellen, Büroräume, eine 6-Zimmer-Wohnung: Für 1,65 Millionen Franken soll das Amtsgebäude in Willisau den Besitzer wechseln – vom Kanton zu einem privaten Eigentümer. Es handelt sich um jenes Haus, in dem als Aussenstelle bis 2010 noch Häftlinge des Haft- und Untersuchungsgefängnisses Grosshof untergebracht waren.

Bis heute ist hier auch der örtliche Polizeiposten ein paar Räume eingemietet. Der Buchwert des Gebäudes beträgt knapp 1,4 Millionen Franken, liegt also unter der Verkaufssumme. Der Regierungsrat hat kürzlich die entsprechende Botschaft zur Entwidmung des Grundstücks in der Willisauer Vorstadt veröffentlicht.

Die Entwidmung für den Verkauf ist nötig, weil das Amtsgebäude zu einem bestimmten öffentlichen Zweck gebaut worden war; nämlich für «Polizei-, Strafverfolgungs- und Bankzwecke». Der Auftrag kam vom damaligen Grossen Rat – und zwar in der Novembersession 1895, wie aus der Botschaft hervorgeht. Entsprechend ist das Parlament nach über 122 Jahren auch für die Entwidmung zuständig.

Käufer sind lokale Bauunternehmer

Kaufen soll das Amtsgebäude die «Einfache Gesellschaft Bahnhofstrasse Süd, Willisau». Diese gehört den Willisauer Unternehmen Stutz Generalbau AG und Emil Peyer AG Generalunternehmung. Geschäftsführer der Gesellschaft ist Oliver Küttel. Er äussert sich auf Anfrage optimistisch, was den Entscheid des Kantonsrats betrifft.

Doch selbst ein eindeutiges Ergebnis bedeutet für das Projekt noch kein grünes Licht, wie Küttel erklärt: «Wir müssen noch die Ortsplanungsrevision von Willisau abwarten. Parallel laufen auch die Abklärungen der Denkmalpflege, ob das Amtshaus als schützenswertes Objekt in das kommunale Bauinventar aufgenommen wird.» Die Ortsplanungsrevision sieht vor, das Gebiet um das Amtsgebäude in die Kernzone C zu überführen. Das wiederum bedeutet Gestaltungsplanpflicht. «Darum haben wir mit der konkreten Planung noch nicht begonnen», so Küttel.

Die Gesellschaft hat per 1. Januar dieses Jahres auch das benachbarte Grundstück mit dem alten Postgebäude übernommen. Der Polizeiposten soll ins Erdgeschoss des dortigen Neubaus umziehen. Sicher ist laut Küttel, dass auf beiden Grundstücken Wohnungen und Gewerberäume entstehen sollen: «Die Lage bietet sich für eine gemischte Nutzung an.»

Stadt führt Einspracheverhandlungen

Der Willisauer Stadtrat ist froh, dass für das Amtsgebäude ein Kaufinteressent gefunden wurde. «Vor allem freut uns, dass es derselbe Investor ist, welcher schon das Nachbargrundstück der Post gekauft hat», sagt Wendelin Hodel. Nun hofft auch er, dass die Ortsplanungsrevision bis Ende Jahr der Gemeindeversammlung vorgelegt werden kann. Im Frühling lag das Projekt öffentlich auf. Laut Hodel sind knapp 30 Einsprachen eingegangen. «Nun führen wir die Einspracheverhandlungen.»

Der Regierungsrat kündigt in der Botschaft den Verkauf eines weiteren Amtsgebäudes an: jenes in Schüpfheim an der Bahnhofstrasse 3. Dort ist – wie in Willisau – der örtliche Polizeiposten untergebracht. Ist auch für diesen ein neuer Platz in Aussicht oder wird er sogar geschlossen? Das Justiz- und Sicherheitsdepartement erklärt auf Anfrage: Eine Schliessung stehe nicht zur Diskussion. Es ist ein Ersatzgebäude geplant.

Der Regierungsrat kündigt darüber hinaus an, den für den Verkauf erforderlichen Entwurf zur Entwidmung des Amtsgebäudes Schüpfheim dem Kantonsrat «rechtzeitig» vorzulegen. Wie unsere Zeitung weiss, ist auch hier schon ein Kaufinteressent in den Startlöchern. Bis zum Verkauf einer weiteren kantonalen Liegenschaft dürfte es also nicht mehr lange dauern.

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