WILLISAUER SPRÜCHLIABEND: Amtsschimmel erntete Hohn vom Hirsch

Am Güdismontag war im «Kreuz» Chropfleerete, es kam alles auf den Tisch, was ausgespuckt werden musste.

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Die «Värslibrönzler» in Aktion. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Die «Värslibrönzler» in Aktion. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Jetzt ist klar, was die Hinterwäldler bewegt. Rätschwyber Zell: «D Willisauer versänke Millione i Entlaschtigskanal, för d Leuefassade gets kei Tschent, das fende mer fatal.» Sie verabschiedeten sich mit einer Anspielung an den nun freien Personenverkehr: «Imene Johr chöme mer weder ond senge Hauchdeutsch, dass üs alli verstöi, ou s öschtliche Glöitsch.»

Viel zu reden gab das Verwirrspiel um die Vergabe des Jagdreviers West. Was die fünf Värslibrönzler an Primarschüler erinnerte: «D Lehreri verzwiflet do, jetzt han i Schnouze voll, Ihr tüend jo wirkli blöder no, als d Jäger z Willisou.» Weitere Zielscheiben waren der emsige Leserbriefschreiber Seppi Schaller und die hochschwangere Bäckersfrau, die auf der Angebotstafel verlauten liess: Heute Wehentag.

Sehnsüchtig erwartet wurden Karnöffelpräsident Don Callinio mit Engel Flying Hirsch und Beichtmobil. Sie kennen alle Willisauersünden, wissen, wo die Speisekarten schneller wechseln als die Gäste, warum der «Kreuz»-Saal zur Kreuzgarage wird und der Schwanen eher ein Puff als das Städtli verkehrsfrei.

Grossartig gefallen haben Mer di Grüene durch gesanglich anspruchsvolle Vorträge. Kostprobe: «Liebe Mobiliar, am Tag, bevor ich von der Zürich zu Concordia wechselte, fuhr ich mit dem Velo dem Gehsteig entlang und plötzlich bewegte sich dieser ... noch vöre noch hendre, noch rächts, noch lenks ...»

Albert Schafflützel