WINTER: Salzvorräte: Der Kanton Luzern ist gerüstet

3000 Tonnen Salz lagert der Kanton derzeit für die kalte Jahreszeit. Im Notfall muss eine Fläche gestreut werden, die achtmal den Rotsee umfasst – davon allein 171 Kilometer auf Autobahnen.

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Blick in das Salzlager der Stadt Luzern an der Reusseggstrasse. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 15. Dezember 2010))

Blick in das Salzlager der Stadt Luzern an der Reusseggstrasse. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 15. Dezember 2010))

Hier hofft niemand, dass es glatt läuft – höchstens im übertragenen Sinn. Wenn die Temperaturen fallen und sich Raureif, Schnee oder Eis auf die Fahrbahnen legen, ist der Winterdienst gefragt. In Luzern sind die Gemeinden in der Regel für ihre Strassen und Wege zuständig, der Kanton übernimmt neben 502 Kilometern Kantonsstrassen und 137 Kilometern Rad- und Gehwegen (ausserorts) auch 51 Kilometer auf Gemeindestrassen und 171 Kilometer auf den Autobahnen. Das macht eine Streufläche von insgesamt knapp 4 Millionen Quadratmetern, was etwa der achtfachen Fläche des Rotsees entspricht.

Bezogen wird das Salz in der Regel von einer Quelle: der Schweizer Salinen AG. Hier hält der Kanton – wie alle anderen Stände – eine Aktienbeteiligung, um eine grosse Bezugsmenge zu einem tiefen Preis garantiert zu bekommen. Zum Winterstart ­stehen in den Lagerhallen für die Schweizer Gemeinden und Kantone rund 200000 Tonnen Salz zur Verfügung, wie die Salinen Anfang November mitteilten. Und das, nachdem die Behörden ihre eigenen Vorräte über den Sommer bereits aufgefüllt haben.

Allein der Kanton Luzern – ohne die Gemeinden – hält in seinen Lagern derzeit 3000 Tonnen Salz bereit. Dazu kommen 350000 Liter Salzsole. Platz hat es in den kantonalen Depots für 4120 Tonnen Salz und 605000 Liter Sole. Dies erklärt Roger ­Flori von der kantonalen Dienststelle Verkehr und Infrastruktur auf Anfrage. Wie viel Salz und Sole die Gemeinden gelagert haben, darüber gibt es keine Statistik. Die Flüssigkeit ist indes bei den Gemeinden kein Thema, da sie überwiegend auf Autobahnen zum Einsatz kommt (Ausgabe vom 21. Dezember).

Bis jetzt 920000 Franken für Salz ausgegeben

Der Kanton kann bei Bedarf innert weniger Tage Salz und Salzsole nachbestellen. Dieser Fall kann durchaus eintreffen. Denn 2015 hat der Kanton über 7000 Tonnen Salz und eine Million ­Liter Sole benötigt – also mehr als das Doppelte der jetzt gelagerten Mengen. Allein die im Vorjahr bezogene Menge Salz hat den Kanton rund 2 Millionen Franken gekostet. In diesem Jahr beträgt der bezogene Salzwert bis dato 920 000 Franken, sagt Roger Flori.

Der Kanton hat auf den Streustrecken der National- und Kantonsstrassen seit dem 1. November Winterdienstbereitschaft. Flori: «Zwischen dem 6. und dem 30. Oktober wurden die Unternehmer, die im Auftrag des Kantons Luzern Winterdiensteinsätze fahren, mit Streugeräten und Pflügen ausgerüstet. Dabei wurden die höher gelegenen Strecken bevorzugt, um auch im ­Falle eines vorzeitigen Wintereinbruchs gerüstet zu sein.»

Alexander von Däniken

alexander.vondaeniken@ luzernerzeitung.ch