WINTER: Schneesportlager kämpfen gegen Konkurrenz

In Luzern läuft derzeit die Anmeldung für die kantonalen Ski- und Tourenlager. Solche Angebote werden immer rarer – auch wegen kultureller Gepflogenheiten.

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Schneesportlager sind oft auch Ergänzungen zu Sportlagern von Schulen und Vereinen. Auf dem Bild: Eine Schülergruppe beim Skifahren. (Bild: Corinne Glanzmann (Rigi Kaltbad, 30. Januar 2015))

Schneesportlager sind oft auch Ergänzungen zu Sportlagern von Schulen und Vereinen. Auf dem Bild: Eine Schülergruppe beim Skifahren. (Bild: Corinne Glanzmann (Rigi Kaltbad, 30. Januar 2015))

Für junge Fasnachtsmuffel hat Luzern eine Alternative parat: Die kantonale Sportförderung nimmt derzeit Anmeldungen für die Winterlager unter dem Zepter von J+S-Leiterteams entgegen. Vom 19. bis 25. Februar 2017 findet das Schneesportlager in Saas-Grund statt. Teilnehmen können Jugendliche der Jahrgänge 1999 bis 2005. Wer lieber abseits der markierten Pisten unterwegs ist, hat im Ski- und Snow­boardtouren-Lager in Finhaut VS vom 20. bis 25. Februar Gelegenheit, mit einem Bergführer verschneite Gipfel zu erklimmen.

In beiden Lagern gibt es je 35 Plätze. «Eine frühe Anmeldung lohnt sich, die Lagerplätze sind jeweils sehr beliebt», sagt Philipp Wermelinger, Beauftragter für Sport und Bewegung der Sportförderung. Zur Schneesicherheit sagt er: «Glücklicherweise mussten unsere Lager bisher noch nie aufgrund von Schneemangel abgesagt werden.»

«Ergänzung zu Sportlagern von Schulen und Vereinen»

Das Interesse an den beiden Lagern ist gross: «Beim Schneesportlager sind die Teilnehmerzahlen über die letzten fünf bis zehn Jahre betrachtet relativ konstant», sagt Wermelinger. «Wir haben aber festgestellt, dass beim Tourenlager das Teilnehmeralter höher geworden ist. Auch wächst der Anteil Skifahrer wieder, während die Snowboarder eher weniger werden.»

Nehmen an kantonalen Lagerwochen vorwiegend Jugendliche aus Gemeinden ohne solche Angebote teil? «Auf der Suche nach Alternativen werden jene Schüler sicher teils in kantonalen Lagern fündig», sagt Wermelinger von der Sportförderung. Generell seien Herkunft und Alter der Teilnehmer aber sehr unterschiedlich. Die kantonalen Sportlager seien als Ergänzung zu den Lagern von Schulen und Vereinen zu verstehen. «In der Regel besuchen Jugendliche das Lager ihrer Schulen, daran wollen wir auch nichts ändern.»

In den letzten Jahren gab es allerdings immer weniger Schneesportlager in der Schweiz. Gemäss dem Bundesamt für Sport (Baspo) nahm die Zahl dieser Lager allein von 2005 (2600) bis 2015 (2300) um gut 300 ab. Der Rückgang ist auch in Luzern spürbar: Wurden 2005 noch 82 J+S- Lager organisiert, waren es zehn Jahre später noch 67. In der Statistik des Baspo sind allerdings nur Skilager verzeichnet, die nach J+S- Vorgaben durchgeführt wurden.

Konkurrenz durch Billigferien am Meer

Dass immer weniger Lager organisiert werden, hat laut Baspo vielerlei Gründe: Viele Lehrer sind nicht gewillt, ausserhalb des Unterrichts die Verantwortung zu übernehmen. Zudem werde ein 24-Stunden-Einsatz im Lager kaum noch honoriert. Für die Eltern wiederum ist die Lagerteilnahme der Kinder mit grossen Ausgaben verbunden. In Familien mit Migrationshintergrund ist die Schneesporttradition generell geringer. Druck auf Skilager gibts ferner von Konkurrenzsportarten oder Billigferien am Meer.

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

Hinweis:Alle Infos zur Anmeldung gibts unter <i>www.sport.lu.ch/sportlager<span style="display: none;">&nbsp;</span></i>