Wintersport

Abgesperrte Krienser Schlittelpiste soll wieder öffnen - auf eigene Verantwortung

Die Schlittelpiste Krienseregg-Kriens ist trotz aktuell genügend Schnee gesperrt. Doch nach Diskussionen im Einwohnerrat will der Stadtrat nochmals über die Bücher gehen.

Roman Hodel
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Zu wenig Schnee, zu teuer im Unterhalt, zu unsichere Route: Mit einem klaren Nein hat der Krienser Stadtrat nach Gesprächen mit den Pilatusbahnen in einem Bericht die Forderung mehrerer Vorstösse beerdigt, wonach die Schlittelpiste von der Krienseregg nach Kriens wieder geöffnet werden soll (wir berichteten). Zwar sei es nicht verboten, dort bei Schnee trotzdem zu schlitteln. Aber man werde dafür sorgen, dass nicht der Eindruck einer offiziellen Piste entstehe. Deshalb werde auf der Krienseregg klar signalisiert, dass die Schlittelpiste von der Fräkmüntegg zu Ende ist und nicht weiterführt. Dies zeigt folgendes Foto:

Bild: PD/Patrick Koch (6. Dezember 2020)

Hinzu kommt, dass die Langwasenstrasse neuerdings schwarzgeräumt wird, hier im Bild:

Bild: PD/Patrick Koch (6. Dezember 2020)

Damit soll laut Stadtrat verhindert werden, dass Schlittler weiterhin über die Strasse Richtung Kriens fahren. Doch genau diese Massnahmen gaben am Donnerstag im Einwohnerrat zu reden. Patrick Koch (SVP), Postulant des Vorstosses «Für den Erhalt der traditionellen Schlittelpiste Krienseregg - Kriens», ärgerte sich zunächst über das generelle Nein des Stadtrats zum Erhalt der Schlittelpiste:

«Ich bin seit 16 Jahren in diesem Provinzparlament, aber noch nie wurde ich derart enttäuscht, offenbar ist dem Stadtrat dieses Thema einfach nicht wichtig.»

Es brauche doch keine Entwässerung und grösseren Umbauten für den Erhalt der Schlittelpiste. Der «absolute Hammer» sei aber, dass die Stadt die Strassen jetzt noch aktiv salze, um das Schlitteln zu verhindern. Dabei handle es sich hier klar um eine Sondernutzungszone Wintersport. «Es muss doch möglich sein, hier vor der Haustüre eigenverantwortlich Wintersport zu betreiben, wenn es genügend Schnee hat», sagte Koch.

An die Eigenverantwortlichkeit appellierte auch Beat Tanner (FDP) und fragte: «Warum kann man keine Tafeln mit der Aufschrift ‹Schlitteln auf eigene Gefahr› aufstellen?» Wenn Schnee liege, müsse es doch möglich sein, zu schlitteln.

Laut Bauvorsteher Maurus Frey ist die Sache kompliziert

Bauvorsteher Maurus Frey (Grüne) bekräftige noch einmal, dass der reguläre Betrieb der Schlittelpiste mit Investitionen verbunden wäre wegen Sicherheitsbestimmungen: «Diese könnten wir jedoch nicht abschreiben, weil meistens der Schnee fehlt.» Und überhaupt sei es nicht Aufgabe der Stadt, eine solche Schlittelpiste zu betreiben «Wir sind kein Schneesportbetrieb», so Frey. Offen zeigte sich der Bauvorsteher aber bezüglich eigenverantwortlichem Schlitteln: «Diesen Wunsch anerkennen wir», sagte Frey. Aber es sei kompliziert. «Es stellen sich Fragen zur Verantwortung, zur Verkehrssicherheit und irgendwo hört nun mal die offizielle Piste auf.» Er stellte aber in Aussicht, das Anliegen zu prüfen.

Postulant Koch hat vorsorglich ein neues Postulat eingereicht. Darin fordert er den Stadtrat auf, «als Vollzugsbehörde die nötigen Schritte einzuleiten, damit das Schlitteln auf der Schlittelpiste wieder möglich ist.» Ansonsten werde gegen die Stadt eine Aufsichtsbeschwerde beim Regierungsrat eingereicht. Dieser Vorstoss wird allerdings erst an einer der nächsten Sitzungen behandelt.