WINTERSPORT: Kurzarbeit für 142 Leute angemeldet

Weil wenig Schnee liegt, stehen einige Bergbahnen noch immer still. Vier Betriebe in Sörenberg und auf der Marbachegg haben Kurzarbeit beantragt.

Drucken
Teilen
Die Anlage im Gebiet Rischli in der Gemeinde Flühli ist wegen Schneemangel nicht in Betrieb. (Bild Pius Amrein)

Die Anlage im Gebiet Rischli in der Gemeinde Flühli ist wegen Schneemangel nicht in Betrieb. (Bild Pius Amrein)

Schneesportfans, die sich diesen Winter im Kanton Luzern beim Skifahren oder Snowboarden vergnügen wollen, müssen sich auf ein eingeschränktes Angebot einstellen. Dies wegen des milden Wetters und den spärlichen Niederschlägen.

Auf den Hängen im vorderen Teil der Wintersportdestination Sörenberg liegt zu wenig Schnee, um benutzerfähige Pisten präparieren zu können. Aufgrund der Moorschutzvorschriften kann in diesem Gebiet nicht durchgehend beschneit werden. An fetzige Abfahrten und elegante Schwünge war dort im ganzen Dezember und bisher auch im Januar nicht einmal zu denken. «Die Skilifte in der Ochsenweid und im Rischli waren diesen Winter noch nicht in Betrieb», bestätigt Karl Lustenberger, Direktor der Bergbahnen Sörenberg AG, auf Anfrage.

Rund 20 Mitarbeiter betroffen

Weil die beiden Betriebe Rischli und Ochsenweid im Dezember keinen einzigen Franken Einnahmen eingefahren haben, haben die Bergbahnen Sörenberg bei der kantonalen Dienststelle Wirtschaft und Arbeit (Wira) für Dezember Antrag auf Kurzarbeit gestellt. Dieser muss bis am 5. des Folgemonats eingereicht werden. Bei Kurzarbeit übernimmt die Arbeitslosenversicherung einen Teil der Lohnkosten (siehe Ausgabe vom Samstag).

Betroffen von der Kurzarbeit wären laut Otto Jenni, dem Leiter Administration bei den Bergbahnen Sörenberg AG, rund 20 Mitarbeiter. Nicht tangiert vom milden Winter ist jedoch das Restaurant direkt an der Skipiste Ochsenweid. Über die Feiertage haben viele Leute den Weg in die höher gelegenen Gebiete auf sich genommen, um sich nach einem Spaziergang oder einer Wanderung mit einer anschliessenden Stärkung an der Sonne zu erfreuen.

Im Kanton Luzern haben gemäss der Dienststelle Wirtschaft und Arbeit vier Wintersportbetriebe für maximal 142 Mitarbeiter einen Antrag auf Kurzarbeit eingereicht, wie Silvan Wechsler, Leitung Stab Recht auf Anfrage sagt. Direkt betroffen sind vorerst aber nur zirka 50 Ganz- oder Teilzeitbeschäftigte.

Neben den beiden Bahnbetrieben in Sörenberg hat das Skigebiet Marbachegg für die Mitarbeiter der Bergbahn Kurzarbeit beantragt. Wie auf den Pisten im Rischli und der Ochsenweid konnte auch das Skigebiet an der Grenze zum Emmental den Bahnbetrieb noch nicht aufnehmen. «Wir haben rückwirkend auf den Monat Dezember für vier Festangestellte, eine Person im Teilzeitarbeitsverhältnis sowie für 23 weitere Mitarbeiter, die im Stundenlohn angestellt sind, Antrag auf Kurzarbeit eingereicht», sagt Martin Knüsel, Geschäftsführer der Sportbahnen Marbachegg AG. Die betroffenen Personen seien im Normalbetrieb mit Arbeiten bei der Gondelbahn, beim Skilift sowie bei der Beschneiung der Pisten beschäftigt.

Skikurse verschoben

Von Normalbetrieb kann in Marbach aber keine Rede sein. Wo kein Schnee liegt, bleiben die Skischulen unterrichtsfrei. Darum wird der Start des Weekendkurses, der am letzten Samstag hätte stattfinden sollen, auf den kommenden Samstag, 16. Januar, verschoben. Hans Abbühl, Leiter der Skischule, sagt auf Anfrage, dass auch für die Skilehrer ein Antrag auf Kurzarbeit eingereicht wurde. Wie viele Personen betroffen sind, kann er nicht sagen. «Wir sind im Moment hinter den Kulissen mit Umbuchen der Kurse beschäftigt. Zahlen kann ich deshalb zurzeit keine nennen.»

Das Berggasthaus Marbachegg hingegen hat bis jetzt vom warmen Wetter und den zahlreichen sonnigen Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr profitiert. «Skifahren war zwar nicht möglich bei uns, trotzdem konnten wir über die Feiertage erstaunlich viele Leute begrüssen. Dies dank einem guten Alternativprogramm und vergünstigten Gondelbahnfahrten», sagt Knüsel.

Roger Rüegger