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Nachklang-Festival in Sigigen: Hier
ist alles Handarbeit

Das Nachklang-Festival findet trotz verregneter Premiere dieses Wochenende wieder statt. Das ist umso erfreulicher, weil sonst fast alle kleinen Open Airs von der Landkarte verschwunden sind.
Michael Graber
Die letzte Ausgabe des Nachklang-Festival war nasskalt. Der Stimmung habe das aber keinen Abbruch getan, sagt OK-Präsident Simon Hafner. (Bild: PD/Marco Schaffner)

Die letzte Ausgabe des Nachklang-Festival war nasskalt. Der Stimmung habe das aber keinen Abbruch getan, sagt OK-Präsident Simon Hafner. (Bild: PD/Marco Schaffner)

In Sigigen wird gehämmert und gebaut: Am Freitag und Samstag findet dort das Nachklang-Festival statt. Die Bühne muss aufgestellt werden, Zelte gespannt und Material auf das Gelände über Ruswil gebracht werden. Zehn Leute im OK und rund fünfzig Helfer sind schliesslich am Festival beteiligt – ganz schön viel Aufwand. Erwartet werden pro Abend zirka 300 Besucher.

Begonnen hat alles ganz harmlos: «Am Anfang stand, wie so oft, eine Bieridee. Wir hatten einfach Lust, ein Festival zu machen», sagt OK-Präsident Simon Hafner. Geboren ist die Idee im Umfeld der Band The Espionne, dort spielt Hafner mit und das Gelände liegt auf dem Bauernhof seiner Eltern.

In diesem Jahr findet das Nachklang-Festival zum zweiten Mal statt. Die erste Ausgabe 2017 wurde kräftig verregnet, den Mut der Veranstalter konnte der Regen aber nicht brechen. Im Gegenteil: «Ich habe dort gemerkt, dass es gar nicht so wichtig ist, was für Wetter es ist. Die Stimmung war trotz Pelerinen und Gummistiefeln fantastisch», sagt Hafner. Es sei sofort klar gewesen, dass man es noch einmal durchführe, sagt Hafner. Einzig die Strukturen habe man verbessert, die Lasten auf mehr Schultern verteilt, kurzum: Etwas professionalisiert. Damit vergrössert man aber auch sofort das Risiko. Das Budget bewegt sich im fünfstelligen Bereich, wie Hafner sagt. Keine Riesensumme, aber auch kein Betrag, den man einfach schnell mal aus dem eigenen Sack bezahlen will.

Geblieben sind nur die Mittleren und Grossen

So versuchen die Nachklang-Macher mit ihren bescheidenen Mitteln, die grösstmögliche Wirkung zu erzielen. Werbung läuft primär über soziale Medien und Mund-zu-Mund-Propaganda. Zu kämpfen hat das Festival mit der allgemeinen Unverbindlichkeit: «Viele sagen, dass sie schon kommen werden, aber im Vorverkauf gehen fast keine Tickets weg», sagt Hafner. Das ist für das Festival in doppelter Hinsicht mühsam: Man hat im Vorfeld keine Sicherheit, dass genug Personen kommen und zum anderen erschwert das auch die Planung bezüglich Mengen an Essen und Trinken enorm.

Warum das so ist, kann Hafner nicht sagen: «Junge Leute legen sich einfach oft erst im letzten Moment fest.» Er klingt dabei maximal leicht resigniert, aber nicht frustriert. Sowieso: Die Freude an diesem Festival ist im Gespräch stets spürbar. Es braucht eine gehörige Portion Leidenschaft um ein solches Open Air auf die Beine zu stellen.

Vielleicht auch darum ist das Nachklang-Festival ziemlich einzigartig geworden im Kanton Luzern. Es gab Zeiten, da hatte fast jede Gemeinde ihr eigenes Musikfestival. Das Bachrausch in Inwil, das Leschair in Grosswangen, das Ankenland in Ruswil und viele mehr. Mittlerweile sind sie alle von der Festival-Landkarte verschwunden – kleine Open Airs gibt es keine mehr. Manchmal ist es an den Finanzen gescheitert, manchmal an fehlendem Nachwuchs im OK. Geblieben sind die mittleren und grossen Festivals – eine leicht andere Tendenz spürt man derzeit bei Electro-Festivals, da vermerkt man einen Wachstum.

Das Festival setzt auf Handgemachtes

Beim Nachklang ist alles Handarbeit: Sogar die Eintrittsbändeli machen die Veranstalter selber. Auch beim Essen setzen sie auf Selbstgemachtes. Es gibt unter anderem Wok-Gerichte, Würste zum Selberbraten und Crêpes. Mit Bands wie Ney-No (Freitag) und Captain Komodo & The Carnival Caravan (Samstag) setzt das Festival auf ehrliche, handgemachte Musik und nicht auf grosse Namen – die könnte sich das Sigiger-Open-Air auch gar nicht leisten. Mit Electro-DJs wird dann die Nacht noch «ziemlich Open-End verlängert», sagt Simon Hafner. Er spielt mit seiner Band The Espionne auch noch selber – das Festival sei aber nicht einfach erdacht worden, um eine Auftrittsmöglichkeit zu schaffen.

Die Wetteraussichten sind derzeit übrigens noch recht durchzogen. Aber sicher ist: Hafner und seine Kollegen werden sich dadurch das Fest nicht vermiesen lassen.

Hinweis

Nachklang-Festival diesen Freitag und Samstag in Sigigen. Ab Ruswil (Rottalcenter) verkehren Shuttle-Busse zum Festivalgelände. Infos: www.nachklang.ch

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