«Wir sind sehr gespannt» – die Fusionsprüfung kommt in Honau im November vor die Gemeindeversammlung

Am 27. November werden die Honauer Stimmbürger entscheiden, ob der Gemeinderat eine Fusion mit den beiden Nachbargemeinden Root und Gisikon prüfen soll.

Simon Mathis
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Fusion – ja oder nein? Die Gemeinde Honau stellt Ende November die Weichen für ihre Zukunft.

Fusion – ja oder nein? Die Gemeinde Honau stellt Ende November die Weichen für ihre Zukunft.

Bild: Eveline Beerkircher (Honau, 25. Juni 2020)

In der Rontaler Kleingemeinde Honau zieht es normalerweise nicht sehr viele Stimmbürger an die Gemeindeversammlungen. Vergangenen Herbst sassen 38 von rund 300 Stimmberechtigten im Saal, ein Jahr früher waren es 18. Bei der nächsten Versammlung am 27. November könnte sich das ändern; der Gemeinderat rechnet mit einem Ansturm. Grund ist ein Traktandum, das hitzige Diskussionen verspricht: Eine Gemeindeinitiative, die erste Abklärungen einer möglichen Fusion mit den Nachbargemeinden Root und/oder Gisikon verlangt.

«Wir sind sehr gespannt», sagt Beatrice Barnikol (CVP), seit 2018 Honauer Gemeindepräsidentin. Man hört ihr die Vorfreude auf diese besondere Versammlung an. Sie sagt:

«Sollte es tatsächlich zu einem Ansturm kommen, müssen wir die Versammlung eventuell nach draussen verlegen.»

Gut möglich, dass sich die Zahl der Teilnehmer mindestens verdoppelt: Denn die Initiative, die jetzt zur Diskussion steht, haben immerhin 85 Honauer unterschrieben.

Kanton Luzern steht beratend zur Seite

Beatrice Barnikol (CVP), Gemeindepräsidentin von Honau.

Beatrice Barnikol (CVP), Gemeindepräsidentin von Honau.

Bild: Jakob Ineichen (Honau, 26. Juni 2018)

Der Gemeinderat empfiehlt der Bevölkerung die Annahme der Initiative. «Wir stehen voll und ganz hinter ihr», so Barnikol. «Wir finden es sehr wichtig, dass die Bevölkerung eine Chance erhält, über die Zukunft unserer kleinen Gemeinde zu entscheiden.» So deutlich hat sich der Gemeinderat bisher noch nicht geäussert. Bei einem Ja würde die Exekutive ein Unternehmen beauftragen, Vor- und Nachteile einer Fusion zu prüfen. Ausserdem würde Honau Vorabklärungen bei Root und Gisikon anstellen. Beide Gemeinden zeigten sich bereits offen für allfällige Fusionspläne.

Ein externer Planungsbericht sei allerdings mit einem Preisschild versehen, erläutert Beatrice Barnikol. Wie hoch die Kosten voraussichtlich ausfallen, kläre Honau zurzeit mit dem Kanton Luzern. Dieser unterstützt die Gemeinde beratend – und übernähme auch 50 Prozent der Kosten, die für den Bericht anfielen.

Die Fusionsfrage weckt Emotionen

«Eine mögliche Fusion wird im Dorf heiss diskutiert, die Meinungen gehen stark auseinander», erzählt Beatrice Barnikol.

«Die einen finden es einen fertigen Habakuk, die anderen sagen: ‹Endlich kommt dieser Gedanke auf!›»

Eine geplante Gemeindefusion wecke immer auch die Sorge des Identitätsverlusts. Barnikol: «Hier ist es wichtig, dass wir die Leute abholen, ihre Bedenken ernst nehmen.»

Der Entscheid zur Fusionsprüfung hätte bereits im Sommer fallen sollen. Die Coronakrise zwang die Exekutive jedoch, die Gemeindeversammlung am 24. Juni zu verschieben. «Wir hoffen sehr, dass wir die Versammlung nun im November durchführen dürfen und können», sagt Barnikol. «Notfalls auch mit Masken.»

Das allerletzte Wort wird aber so schnell nicht fallen: Im Verlaufe 2021 soll der Bericht ausgearbeitet und voraussichtlich 2022 der Bevölkerung vorgestellt werden. Die definitive Abstimmung über eine Fusion wird somit nicht vor 2023 stattfinden. «Ein früherer Termin wäre auch nicht sinnvoll», findet Beatrice Barnikol. «Solche Vorhaben sind zum Scheitern verurteilt, wenn man sie übers Knie bricht.»