Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Eine Luzerner Schule, die das Anderssein feiert

Die Heilpädagogische Schule Willisau ist die jüngste ihrer Art im Kanton Luzern. Nun kann sie ihr 25-Jahr-Jubiläum feiern. Rektorin Ruth Duss-Hunkeler zeigt, wie sich die Schule in den letzten Jahren gewandelt hat.
Roseline Troxler
Schüler der Heilpädagogischen Schule Willisau proben bei der Stiftung Brändi zusammen mit Betreuer des Zivilschutz für ihren Auftritt zum 25-Jahr-Jubiläum. Bild: Dominik Wunderli (21. Juni 2018).

Schüler der Heilpädagogischen Schule Willisau proben bei der Stiftung Brändi zusammen mit Betreuer des Zivilschutz für ihren Auftritt zum 25-Jahr-Jubiläum. Bild: Dominik Wunderli (21. Juni 2018).

Mit einer Klasse von gerade mal acht Kindern wurde die Heil­- pädagogische Tagesschule (HPS) Willisau vor 25 Jahren aus der Taufe gehoben. Ein Vierteljahrhundert später werden hier 73 leicht bis schwer mehrfach geistig behinderte Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 18 Jahren unterrichtet. Ausserdem werden rund 55 Schüler mit einer geistigen Behinderung an ihrem Wohnort integrativ geschult. Hierbei fungiert die Schule als Kompetenzzentrum.

Rektorin Ruth Duss-Hunkeler leitet die Schule seit sechs Jahren: «Wenn ich sehe, wie die Kinder jeden Morgen mit grosser Freude in die Schule kommen, weiss ich, dass sie am richtigen Ort sind.»

«Wir wollen die hohe Lebensqualität zeigen»

Ruth Duss ist klar der Meinung, dass eine heilpädagogische Schule ihr Anderssein zeigen muss. Das Jubiläum bietet diese Möglichkeit. «Wir können so nach aussen treten und aufzeigen, weshalb wir als Schule auf der Luzerner Bildungslandschaft eine zentrale Bedeutung haben, und wir wollen deutlich machen, dass die Lebensqualität auch hoch sein kann, wenn ein Kind stark eingeschränkt ist.» Das Jubiläumsfest morgen Samstag soll eines für die Kinder und ihre Familien, aber auch für weitere Interessierte sein. Es werden auch Einblicke in die Arbeiten der Projektwoche gewährt, die derzeit stattfindet. Die Schüler haben sich für eines von 14 Ateliers angemeldet. Entsprechend bunt ging es gestern im Schulhaus zu und her. Hier üben Kinder und Jugendliche einen Tanz ein, dort wird ein Feuer vorbereitet, um die selbst gemachten Hamburger zu grillieren. In einem anderen Atelier, in dem es ums Thema Wasser geht, versuchen die Teilnehmer, möglichst grosse Seifenblasen zu machen.

Ruth Duss sagt: «Die Kinder sollen entdecken und experimentieren können.» Gleichzeitig betont sie: «Unsere Schule hat einen klaren Bildungsauftrag vom Kanton. Wir sind keine Wohlfühlinsel. So sind wir Heilpädagogen nicht da, um die Kinder zu hüten, sondern wir wollen sie fördern und fordern.»

Möglichkeit, Beruf den Männern näherzubringen

Die HPS Willisau setzt bei der Projektwoche und für das Jubiläum auf die Zivilschutzorganisation Napf. Die Zivilschützer helfen auch in den Ateliers mit. Christoph Mehr, Chef Betreuung, sagt: «Für uns ist dies eine schöne Erfahrung. Ausserdem können wir so auch für einen Ernstfall trainieren, bei dem Familien betroffen sind.» Duss sieht weitere Vorteile: «Die Kinder schätzen die Abwechslung, und wir bringen Männern diesen Beruf näher, der noch stark in Frauenhand ist.»

Ruth Duss ist seit 30 Jahren Heilpädagogin. Verändert hat sich in der Zeit vor allem die Methodik und Technik, die vielen Kindern, die keine Lautsprache haben, erlaubt, sich mitteilen zu können. Ihr fällt ausserdem auf: «Wir haben im Vergleich zu früher mehr schwerer behinderte Kinder.» Grund ist, dass vermehrt Kinder in die Regelschule integriert werden. Die Rektorin begrüsst dies, sagt aber: «Es darf keine Scheinintegration geben. Ein Kind muss nicht nur im Schulzimmer integriert sein, die soziale Integration soll auch ausserhalb sichtbar sein.» Deshalb brauche es eine regelmässige Überprüfung mit der Möglichkeit eines Wechsels von der Regel- in die Sonderschule und umgekehrt. Duss stellt fest, dass die Zahlen bei der integrativen Sonderschule, die in den letzten Jahren steil nach oben zeigten, seit rund drei Jahren eher stagnieren. Sie glaubt nicht, dass in Zukunft viel weniger Kinder mit einer Behinderung zu fördern sind, und unterstreicht: «Zentral bleibt sowieso, dass alle Kinder teilhaben können» – ganz getreu dem Schulmotto «Mittendrin dabei».

Hinweis: Das Jubiläumsfest ist öffentlich und findet am Samstag, 23. Juni, zwischen 11 und 17 Uhr an der Schlossfeldstrasse 14 in Willisau statt. Es gibt Einblicke in die Projektwoche, Attraktionen wie Ponyreiten und Karussell sowie eine Festwirtschaft. Um 13 sowie um 15 Uhr singt der HPS-Chor.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.