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Wirbel um eine VBL-Billettkontrolle in der Stadt Luzern

Eine Frau reist mit gültigem Billett in der Stadt Luzern und erhält trotzdem eine Busse von 100 Franken. Die Verkehrsbetriebe Luzern sprechen von einem Missverständnis.
Sandra Monika Ziegler
Die VBL wird wegen ihrer Kontrollpraxis kritisiert. (Bild: Pius Amrein, 7. Februar 2014)

Die VBL wird wegen ihrer Kontrollpraxis kritisiert. (Bild: Pius Amrein, 7. Februar 2014)

Eine Frau steigt in der Stadt Luzern mit ihrem Velo, das einen Platten hat, in einen Bus der Linie 1. Kurz darauf kommt sie in eine Billettkontrolle. Die Frau zeigt ihre Billette – ihr Jahresabo sowie das Ticket fürs Velo. Sie ist überzeugt «alles richtig gemacht» zu haben, wie die 51-Jährige später sagt. Doch am Löwenplatz muss sie aussteigen, ihre Personalien angeben und erhält eine 100-Franken-Busse.

«Ich wäre am liebsten im Boden versunken, so habe ich mich geschämt vor all diesen Leuten, die am Löwenplatz rumstanden», erzählt die Frau. Auf die Frage, was sie denn falsch gemacht habe, bekommt sie keine klare Antwort, sie bleibt ratlos und «beschämt» stehen. Tags darauf geht sie an den Schalter der Verkehrsbetriebe Luzern und weist Abo und Velo-Billette nochmals vor. Sie fühlt sich im Recht und will die Rechnung von 100 Franken nicht bezahlen. Doch danach geschieht nichts.

Aus «Kulanzgründen» wird die Busse gestrichen

Sie doppelt mit E-Mails nach, doch sie erhält keine Antwort. Die Frau stammt ursprünglich aus Sri Lanka, lebt seit bald 27 Jahren in der Schweiz und ist seit 2006 eingebürgert. Sie arbeitet in einer 100-Prozent-Festanstellung und ist alleinerziehend. «Ich fahre seit Jahren mit dem Bus, habe seit 14 Jahren immer ein Jahresabo gelöst, das ist am einfachsten», erzählt sie. Als unsere Zeitung die VBL mit den Vorwürfen konfrontierte, sah plötzlich alles anders aus.

Der Frau wurde schriftlich mitgeteilt: «Wir sind als einmalige Ausnahme bereit, den Taxzuschlag aus Kulanz zu stornieren.» Die VBL sprechen dabei nicht von einer Busse, sondern von einem «Taxzuschlag plus Fahrpreispauschale». Die Rechnung muss demnach nicht bezahlt werden. Doch die Frage bleibt, was bei der Billettkontrolle genau geschehen ist. Wenn die Tickets in Ordnung waren, müssten sich die VBL doch bei der Frau entschuldigen – und nicht mit «Kulanz» argumentieren.

Die VBL schreiben dazu, man habe den Fall nochmals im Detail abgeklärt. Demnach habe die Frau laut dem Kontrolleur das falsche Ticket vorgewiesen. Weil die Frau mit ihrem Velo über Waldibrücke nach Eschenbach nach Luzern fuhr, löste sie zwei Billette für ihr Velo: eines der Zone 26 und eines der Zone 10.

Bei der Kontrolle habe sie jenes von Waldibrücke nach Eschenbach vorgewiesen. Deshalb sei ein Taxzuschlag fürs Velo erhoben worden. Da aber die Aussage des Kontrolleurs und die Aussage der Kundin sich widersprechen, habe man den Taxzuschlag als nichtig erklärt: «Weil es Aussage gegen Aussage war und die Kundin ein gültiges Billett vorweisen konnte, hat VBL den Taxzuschlag nachträglich gestrichen.

«Falls sich die Kundin missverstanden fühlte, tut uns das leid.» Die Kundin nimmt die Entschuldigung an, betont aber, sie hätte von den Kontrolleuren «mehr Respekt erwartet». Denn ohne Billett zu fahren, sei doch kriminell – und das sei sie bestimmt nicht.

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