Wird es am Rotsee diesen Samstag von Joggern wimmeln wegen der Stadtlauf-App?

Als Alternative zum abgesagten Luzerner Stadtlauf können Läufer am Samstag über eine App trotzdem gemeinsam starten – irgendwo. Das könnte da und dort zu hoher Jogger-Dichte führen.

Roman Hodel
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Zwei Jogger am Rotsee.

Zwei Jogger am Rotsee.

Bild: Alexandra Wey/Keystone, Luzern 26. März 2020

Wer am Samstag trotz Absage des Luzerner Stadtlaufs ein paar Kilometer rennen möchte, und das erst noch in Gemeinschaft, der kann bekanntlich auf eine App zurückgreifen (wir berichteten). Man rennt dann zwar beispielsweise um 18 Uhr nicht physisch zusammen die Musegg-Classic-Strecke über sieben Kilometer – aber man ist über die App miteinander verbunden. Denn jede(r) soll irgendwo laufen – am besten auf seiner üblichen Stammstrecke. So lassen sich die Social-Distancing-Regeln in Zeiten von Corona einhalten. Doch was ist, wenn am Samstag um 18 Uhr dann plötzlich Horden von Joggern rund um den Rotsee rennen? Stadtlauf-Geschäftsführer Andreas Grüter sagt:

«Das wird kaum der Fall sein, weil sich die Teilnehmer auf die ganze Schweiz verteilen.» 

Bislang haben sich über 400 Läuferinnen und Läufer auf der App für den virtuellen Stadtlauf angemeldet – und zwar:

  • 84 Anmeldungen für die 1,5 Kilometer Familien- und Kinderrennen am Samstag um 15 Uhr.
  • 104 Anmeldungen für die 3,8 Kilometer Altstadt Classic am Samstag um 17 Uhr.
  • 170 Anmeldungen für die 7 Kilometer Musegg Classic am Samstag um 18 Uhr.
  • 21 Anmeldungen für die 1,5 Kilometer Familien- und Kinderrennen am Sonntag um 10 Uhr.

«Damit sind wir zufrieden – wir hatten ja nicht mit Tausenden gerechnet», so Grüter. Zum Vergleich: Am letzten Stadtlauf nahmen fast 14'000 Läuferinnen und Läufer teil. Auch wenn gerade bei den Familienrennen pro Anmeldung mit mehreren Teilnehmern zu rechnen ist, geht Grüter von einer überschaubaren Anzahl Läufern aus – und er gibt noch etwas anderes zu bedenken:

«Von den Stadtlauf-Teilnehmern stammen jeweils nur etwa 20 Prozent aus der Stadt Luzern.»

50 Prozent seien aus dem weiteren Kantonsgebiet und der Zentralschweiz sowie der Rest aus der ganzen Schweiz. Umgemünzt auf die 160 Registrierungen für den Musegg Classic bedeutet dies: Theoretisch könnten etwa 30 aus der Stadt kommen und es ist laut Grüter kaum anzunehmen, dass diese alle den Rotsee als Laufstrecke wählen.

Die Luzerner Polizei hat Kenntnis von diesem virtuellen Rennen, wie Sprecher Urs Wigger sagt: «Wir gehen davon aus, dass sich die Teilnehmer, wie auch vom Veranstalter kommuniziert wird, an die Vorgaben der Behörden bezüglich Social Distancing halten werden.»

Hinweis: Mehr Infos zum virtuellen Lauf unter www.luzernerstadtlauf.ch

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