WIRTSCHAFT: Arbeitslosenquote: Massiver Anstieg erwartet

Aufgrund des weltweiten Einbruchs der wirtschaftlichen Aktivitäten wird im laufenden Jahr auch die Luzerner Wirtschaft in eine Rezession fallen. Das prognostizieren Konjunkturforscher.

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Eine junge Frau bei der Durchsicht von Stellenanzeigen. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Eine junge Frau bei der Durchsicht von Stellenanzeigen. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Unter der weltweit nachlassenden Nachfrage und Investitionstätigkeit leiden auch viele Branchen im Kanton Luzern. Stark betroffen sind Unternehmen, die im Bereich «Metalle, Metallverarbeitung» und «Maschinenbau» tätig sind. Dies geht aus der «Luzerner Wirtschaftsprognose – Frühling 2009» der Luzerner Kantonalbank hervor, die in Zusammenarbeit mit den Konjunkturforschern von Bakbasel publiziert wird. Bei den Dienstleistungen werde vor allem das Gastgewerbe und der Finanzsektor ein schwieriges Jahr haben. Positiver beurteilen die Konjunkturforscher die Situation für den Luzerner Bausektor. Dieser blieb bis jetzt robust und dürfte im Jahr 2009 um 1,5% wachsen. Nicht zuletzt aufgrund staatlicher Konjunkturprogramme könnten sich jedoch auch Impulse ergeben.

Kleinerer Finanzsektor als Chance
Der von Bakbasel erwartete Rückgang der realen Luzerner Wertschöpfung von 1,6% fällt moderater aus als für die Gesamtschweiz (BIP 2009: minus 2.1 %). Einer der Gründe dafür ist, dass der Finanzsektor in Luzern im Vergleich zu Regionen wie Zürich, Genf oder Tessin weniger Gewicht besitzt und kaum auf Investment Banking ausgerichtet ist. Zudem wirken die privaten Konsumausgaben stabilisierend. Trotz deutlich gesunkener Konsumentenstimmung erwarten die Konjunkturforscher keine allzu grossen Abstriche bei den Gesamt-Konsumausgaben.

Das herausfordernde wirtschaftliche Klima hat auch Auswirkungen auf die Luzerner Arbeitslosenstatistik. Innerhalb der nächsten beiden Jahren erwartet Bakbasel, dass die Arbeitslosenquote von 2% (im Jahr 2008) auf gegen 3,5% ansteigt. Für das Jahr 2010 wird mit einer leichten Zunahme des realen BIP von 0,4% gerechnet. Die Prognoseunsicherheit ist jedoch sehr gross, da die Gefahr eines länger andauernden Wirtschaftsabschwungs nach wie vor besteht, wie es weiter heisst.

scd