WIRTSCHAFT: Hochdorf strebt nach Deutschland

Die Luzerner Nahrungsmittelgruppe Hochdorf expandiert nach Ostdeutschland. Um die Produktion von Babynahrung auszuweiten, übernimmt Hochdorf unter anderem 60 Prozent an der Uckermärker Milch GmbH.

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Mit der Übernahme des deutschen Milchpulververarbeiters stärkt Hochdorf seine Konkurrenzfähigkeit auf dem internationalen Markt. (Bild: Archiv Neue LZ)

Mit der Übernahme des deutschen Milchpulververarbeiters stärkt Hochdorf seine Konkurrenzfähigkeit auf dem internationalen Markt. (Bild: Archiv Neue LZ)

Hochdorf rechnet mit Gesamtinvestitionen bestehend aus dem Kaufpreis sowie Investitionen für die Babynahrung in den kommenden Jahren von etwa 20 bis 25 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Die Gruppe plant, diesen Betrag über eine Kapitalerhöhung und aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Informationen zur Kapitalerhöhung sollen später folgen.

Neben dem Mehrheitsanteil an der Uckermärker Milch übernimmt Hochdorf je 26 Prozent der Ostmilch Handels GmbH, der Ostmilch Handels GmbH & Co. Frischdienst Oberlausitz KG und der Ostmilch Handels GmbH & Co Frischdienst Magdeburg KG.

Die Ostmilch Handels GmbH bleibt mit 40 Prozent an der Uckermärker Milch GmbH beteiligt. Der Vollzug der Akquisition wird Anfang Januar 2015 erwartet.

Internationalisierung

Mit den Beteiligungen sollen der Bereich Baby Care und die klassischen Milchderivate erweitert werden. In der Uckermärker Milch mit Sitz in Prenzlau habe Hochdorf eine Firma gefunden, deren Trockenmilchwerk zu einem Werk für Babynahrung ausgebaut werden könne, erklärte Hochdorf-Chef Thomas Eisenring.

Die Hochdorf-Gruppe produziert bereits seit dem Jahre 1908 Babynahrung, bis 2006 hauptsächlich für den Schweizer Markt. In den letzten Jahren stiegen im Zuge der Internationalisierung die Absatzzahlen jedes Jahr im zweistelligen Bereich und die vorhandenen Produktionskapazitäten wurden ausgelastet, wie Hochdorf schreibt. Zusätzliche Kapazitäten wurden deshalb in der EU gesucht.

Mit der Übernahme stärke Hochdorf auch ihre internationale Konkurrenzfähigkeit, erklärte Hochdorf-Chef Eisenring weiter. In dem Werk solle unter anderem Babynahrung für Europa sowie für Mittel- und Südamerika produziert werden. Denn für diese Märkte sei der Produktionsstandort Schweiz und das Verkaufsargument «Swissness» von geringerer Bedeutung als beispielsweise für Asien.

sda/zim