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WIRTSCHAFT: So brummt Luzerns Tourismusmotor

Mehr Betten, mehr Gäste, mehr Geld: Die Entwicklung der Tourismusbranche im Kanton Luzern zeigt nur in eine Richtung.
Yasmin Kunz
Souvenirkauf im Stadtluzerner Geschäft Casagrande. Der touristische Detailhandel erzielt 19 Prozent der Wertschöpfung. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Souvenirkauf im Stadtluzerner Geschäft Casagrande. Der touristische Detailhandel erzielt 19 Prozent der Wertschöpfung. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Yasmin Kunz

Jetzt rollt in Luzern wieder die Touristenhochsaison an. Die Souvenirläden machen den Umsatz des Jahres, die 188 Hotels im Kanton können ihre fast 13 000 Betten besetzen, Bergbahnen und Schifffahrtsgesellschaft verzeichnen wieder mehr Gäste. Über 11 000 Vollzeitbeschäftigte arbeiten derzeit im Luzerner Tourismus. Welche wirtschaftliche Bedeutung dem Tourismus im Kanton Luzern zukommt, zeigt jetzt eine neue Studie: Über 1 Milliarde Franken wurde 2014 mit dem Tourismus erwirtschaftet. Das entspricht 5 Prozent der kantonalen Wertschöpfung. Der Tourismus hat fast 200 Millionen Franken oder 19 Prozent mehr erwirtschaftet als 2005. Zum Vergleich: Die touristische Wertschöpfung der Kantone Ob- und Nidwalden beläuft sich auf 330 Millionen Franken. Das hält das Beratungsunternehmen BHP Hanser und Partner AG aus Zürich in der eben erschienenen Studie fest. Auftraggeber der Studie sind die Luzern Tourismus AG und die kantonale Dienststelle Raum und Wirtschaft.

Kanton zieht positives Fazit

Vor zehn Jahren wurden die Wertschöpfungszahlen des Luzerner Tourismus schon einmal erhoben. Mit der neuen Studie wollte man laut Samuel Graf, Fachleiter Wirtschafts- und Regionalentwicklung beim Kanton Luzern, die Daten auf den neusten Stand bringen. Zu den Ergebnissen sagt Graf: «Es freut uns, dass der Tourismus sich im Kanton Luzern positiv entwickelt.» Der Kanton sei vorwiegend an strategischen Grundlagen interessiert und würde Schwerpunkte daraus destillieren. Graf erklärt an einem Beispiel: «In den Regionen Sempachersee und Seetal sieht man etwa, dass das gesteigerte Bettenangebot auch die Nachfrage erhöht hat. In diesen Regionen sind folglich Wachstumspotenziale festzustellen.» Mit den Resultaten der Studie will man nun weiterarbeiten, um den Tourismus in allen Regionen weiterhin zu fördern.

Nächstes Ziel: Qualität steigern

Bei Luzern Tourismus schätze man den Wertschöpfungsbetrag von 1,004 Milliarden als hoch und sehr erfreulich ein, sagt Tourismusdirektor Marcel Perren auf Anfrage. Auch wenn der Tourismus nur 5 Prozent der gesamten kantonalen Wertschöpfung ausmacht? «Das ist nicht wenig», erklärt Perren. Der Tourismus zusammen mit dem Grosshandel und den Unternehmensdienstleistungen sei einer der drei wichtigsten Player punkto Luzerner Wertschöpfung. Anders gesagt: «Damit bewegt sich der Tourismus im gleichen Rahmen wie die Chemie- und die Kunststoffindustrie.» Perren führt noch ein weiteres Beispiel an: «Der Tourismus ist für den Kanton Luzern wichtiger als der Flughafen Kloten für den Kanton Zürich.» Einen definierten Ertrag für die kommenden Jahre strebe man nicht an. Doch wolle man weiterhin die touristische Wertschöpfung steigern, sagt Perren. «Wir verfolgen generell das Ziel, qualitativ zu wachsen.» Das heisst, man will unter anderem eine längere Aufenthaltsdauer der Gäste erreichen und eine idealere Verteilung der Touristen über das Jahr erzielen.

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Logiernächte

Der Kanton Luzern zählte letztes Jahr 1,9 Millionen Logiernächte. Das ist gegenüber dem Jahr 2006 ein Plus von 21 Prozent (siehe Tabelle). Demzufolge haben auch die Angestellten im Tourismussektor stark zugelegt. Arbeiten heute mehr als 11 000 Personen im Tourismus, waren es vor zehn Jahren etwa 9000.

Den Grossteil der Touristen zieht es klar in die Stadtregion. Diese hat den Bettenzuwachs in den vergangenen zehn Jahren um 15 Prozent auf 7541 Betten gesteigert. Im gleichen Zeitraum hat die Zahl der Übernachtungen ebenfalls zugelegt, und zwar um 25 Prozent.

Region Sempach wächst sehr stark

Besonders erfreut über die Ergebnisse der Studie ist man bei Sempachersee Tourismus. Präsident Guido Durrer sagt: «Wir werden nun die Entwicklung genauer analysieren und Massnahmen prüfen, damit wir den Trend weiter positiv beeinflussen können.»

Seit 2006 konnte die Region Sempachersee die Zahl der Hotellogiernächte um 69 Prozent auf rund 125 000 steigern. Damit hat sie vergangenes Jahr 10 Prozent oder 101,8 Millionen Franken zum Wertschöpfungstopf beigetragen. Wesentlich beteiligt an diesem guten Resultat sind gemäss Durrer regionale Leistungsträger wie Campus Sursee, Seminarhotel oder Golfplätze.

Luzerns Riviera mit Weggis, Vitznau und Rigi hatte seit 2006 die Bettenanzahl um 35 Prozent auf 2221 gesteigert. In den Jahren 2010 bis 2013 verzeichnete diese Region allerdings einen Rückgang an Logiernächten, weil aufgrund der landesweiten Konjunkturkrise Gäste ausgeblieben sind. Inzwischen hat sich der Tourismus an Luzerns Riviera erholt die Rekordzahl von asiatischen Touristen auf der Rigi in diesem Jahr ist ein Beleg dafür (Siehe: «Asiatische Gäste stürmen auf die Rigi»).

Diese Branchen wurden analysiert

Die neue Studie unterscheidet bei der Erhebung der touristischen Wertschöpfung des Kantons Luzern zwischen Leistungsträgern, die direkt mit dem Tourismus in Beziehung stehen, und tourismusnahen Branchen. Ausgewertet wurden Statistiken, finanzielle Kennzahlen und Befragungsresultate. Die Studienverfasser leiten daraus Tendenzen ab und betonen, dass «keine einhundertprozentig präzise Erfassung» möglich sei.

  • Touristische Leistungsträger: Beherbergung (Hotels, Pensionen, Ferienunterkünfte, Gastronomie inkl. Bars, Discos), Transport (Eisen-/Bergbahnen, Schifffahrt), Reiseveranstalter, Unterhaltung/Kultur/Sport (u. a. Museen, Veranstaltungen), Detailhandel mit Uhren, Schmuck und Souvenirs.
  • Tourismusnahe Branchen: Dazu zählen der übrige Detailhandel, Tankstellen, Alkoholhersteller, Gesundheitswesen (etwa Spezialkliniken), Druck-/Werbebranche oder Betreiber von Parkhäusern und Parkplätzen.
Bild: Grafik Loris Succo / Neue LZ

Bild: Grafik Loris Succo / Neue LZ

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