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Wirtschaftsförderung: Luzern, dann brüll mal schön laut

Dominik Buholzer, Leiter «Zentralschweiz am Sonntag» zum Wechsel an der Spitze der Luzerner Wirtschaftsförderung.
Dominik Buholzer, Leiter «zentralschweiz Am Sonntag»,
Dominik Buholzer (Bild: Pius Amrein / LZ)

Dominik Buholzer (Bild: Pius Amrein / LZ)

An der Spitze der Luzerner Wirtschaftsförderung kommt es zu einem Wechsel. Walter Stalder übergibt sein Amt an Ivan Buck. Stalder hat die Wirtschaftsförderung während zwölf Jahren geprägt wie kein Zweiter. Zum Ende seiner Amtszeit kann er sich eine kritische Bemerkung nicht verkneifen: «Dass man unser Erfolgsmodell immer wieder in Frage stellt, ärgert mich ...», sagte er im Interview mit der «Luzerner Zeitung». Gewiss, hinterfragt wurde die Leistung seines Teams immer wieder. Doch ist dies ein Grund, sich zu ärgern? Wirtschaftsförderung ist zuweilen eine undankbare Angelegenheit. Viel zu oft sind die Bemühungen, neue Firmen anzusiedeln und Anwesende zu halten, begleitet von überzogenen Erwartungen. Das ist in Luzern nicht anders. Erst recht nicht, als sich der Kanton anschickte, die Gewinnsteuersätze für Unternehmen auf das schweizweit tiefste Niveau zu senken. Man versprach sich viel. Zu viel? Kann man von einem Scheitern der Tiefsteuerpolitik reden?

Die Antwort darauf ist gar nicht so einfach. Luzern befand sich lange in einer ungünstigen Ausgangslage. Zug und Schwyz spielen als Firmenstandort schon lange in einer eigenen Liga. Doch mit Nidwalden, Obwalden und Uri machten auch andere Zentralschweizer Kantone Terrain gut und setzten Luzern unter Zugzwang. Hat man zu voreilig gehandelt? Nicht unbedingt. Luzern erhält weniger Geld aus dem nationalen Finanzausgleich (NFA). Dies ist untrüglich ein Signal dafür, dass der Kanton finanziell stärker geworden ist. Auf der anderen Seite lag die Anzahl zugezogener Firmen 2016 so tief wie seit 2008 nicht. Der dritte Hinweis ist die Anzahl neuer Arbeitsplätze, und da müssen wir uns auf Schätzungen verlassen. 2016 sollen es laut Wirtschaftsförderung 311 gewesen sein – weniger als 2014 und 2015, aber mehr als 2013. Wirklich aufgegangen ist die Rechnung bislang nicht, sonst müsste der Kanton nicht immer wieder neue Sparpakete schnüren. Was gilt es also zu tun? Für Stalder gibt es vor allem eine Erkenntnis: «Wir müssen uns aktiver einbringen und vermehrt von uns aus kommunizieren – auch wenn es sich nicht um grosse Fische handelt», sagt er im Abschiedsinterview. Man kann ihm schlecht widersprechen. Dann brüllt mal schön laut, dass man euch über die Kantonsgrenzen wahrnimmt. Luzern kann positive Schlagzeilen gebrauchen.

Dominik Buholzer, Leiter «Zentralschweiz am Sonntag»,

dominik.buholzer@luzernerzeitung.ch

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