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WM aus Angst abgesagt? Um Krienser Squash-Juwel kursieren wirre Gerüchte

Die Elite der Squash-Junioren kämpft aktuell um den Weltmeistertitel im indischen Chennai. Prominente Absenz: Das Krienser Toptalent Ambre Allinckx. Um ihre Nicht-Teilnahme kursieren nun Spekulationen in der indischen Presse.
Kilian Küttel
Die Krienserin Ambre Allinckx bei einem Spiel im Rahmen der Schweizer Meisterschaft in Uster. (Foto: Stefan Kleiser, 13. April 2018)

Die Krienserin Ambre Allinckx bei einem Spiel im Rahmen der Schweizer Meisterschaft in Uster. (Foto: Stefan Kleiser, 13. April 2018)

Sie gilt als eine der grössten Nachwuchshoffnungen der Schweizer Squash Szene: Ambre Allinckx, 16 Jahre alt, vom Squash Club Pilatus Kriens. Dieses Jahr hat sie das U-19-Turnier an den Czech Open in Prag gewonnen, wurde Vierte an den U-19-Europameisterschaften in Polen. Und in der Kategorie der unter 19-Jährigen liegt sie in der landesweiten Rangliste aktuell an zweiter Stelle – obwohl sie aufgrund ihres Alters noch in der U17 spielen könnte.

Dieser Tage hätte sie die besten Voraussetzungen angetroffen, um ihr Talent auf der grossen Bühne unter Beweis zu stellen: Bis Sonntag misst sich die Crème de la Crème ihrer Altersklasse an den Junioren-Weltmeisterschaften im indischen Chennai. Ohne Allinckx, die auf einen Turnierstart verzichtet hat. Weshalb? Ist eine Verletzung schuld? Nein. Wie der «New Indian Express» schreibt, hätte Allinckx zwar gerne am Turnier teilgenommen, ihre Eltern hätten aber die Erlaubnis verweigert. Aus Angst um ihre Tochter: Bekanntermassen kommen immer wieder Fälle aus Indien an die Weltöffentlichkeit, bei denen Frauen sexuelle Gewalt angetan wurde. Oder um es mit den Worten des «Express» zu sagen: «Durch die internationale Berichterstattung über sexuelle Misshandlung von Frauen hat das Ansehen Indiens gelitten.»

Vorwurf von Falschmeldung wird laut

Im erwähnten Artikel kommen weder die Krienserin noch ihre Eltern zu Wort. Dafür wird der Trainer des Schweizer Teams, Pascal Bruhin, zitiert: «Ambre Allinckx’ Eltern haben Berichte im Internet über die unsichere Lage für Frauen in Indien gelesen und wollten das Risiko nicht eingehen, ihre Tochter hierhin zu schicken.» Weiter heisst es, auch andere Teams teilten die Bedenken. So lautet eine Aussage der Australischen Spielerin Alex Haydon, sie würde nie ohne männliche Begleitung vor die Tür gehen.

Die Berichterstattung stiess auf ein grosses Echo, mehrere andere Medien aus Indien und dem Ausland nahmen die Geschichte auf. Und die Kommentarspalten füllten sich mit Diskussionen über den Sinn und Unsinn von Allinckx’ Absage. Die Frage ist allerdings, ob tatsächlich Angst dafür ausschlaggebend war. Denn wie andere Medien aus Indien und der Fachwelt berichten, soll es sich um eine Falschmeldung handeln, die der «New Indian Express» und weitere Gazetten wie die renommierte «Times of India» gestreut haben. Gegenüber einer führenden Squash-Seite sollen Allinckx’ Eltern gesagt haben: «Wir waren niemals besorgt um die Sicherheit in Indien. Das ist eine journalistische Erfindung.»

Familie Allinckx weilt in den Ferien

Grund für die Turnier-Absage sei ein völlig anderer: Die Familie wollte zusammen in die Ferien. Und weil Vater Igor nur im Juli verreisen könne, habe man sich gegen die WM-Teilnahme entschieden. Zudem hätten die Eltern ihre Tochter physisch nicht überfordern wollen, da sie schliesslich erst 16 Jahre alt sei. Der Entscheid, die diesjährigen Weltmeisterschaften auszulassen, sei bereits letzten September gefallen.

Derweil beruft sich das Portal «The news minute» in einem Artikel auf Aussagen der kritisierten Zeitungen, die darauf beharren, die Antworten des Schweizer Trainers auf Band zu haben. Die Situation ist also verworren. Nicht zuletzt deshalb hätte unsere Zeitung gerne eine Stellungnahme von Ambre Allinckx oder ihren Eltern eingeholt. Mehrere Versuche, Kontakt mit den Betroffenen aufzunehmen, blieben erfolglos. Jedoch gab der älteste Bruder an, dass sich Schwester und Eltern im Ausland in den Ferien aufhielten.

Verband verweist auf Stellungnahme - und schweigt

Auch der Verband Swiss Squash äusserte sich in einer schriftlichen Stellungnahme. Darin richtet er deutliche Worte an die Adresse der indischen Presse. Swiss Squash spricht ebenfalls von Fehlinformationen und Falschaussagen: «Korrekt ist, dass die Eltern Ambre aufgrund ihres jungen Alters und aufgrund privater Familienpläne Ambre dieses Jahr noch nicht an die Junioren-WM schicken wollten. Mit dem Austragungsland hatte dieser Entscheid nicht im Geringsten was zu tun.»

Ambre könne an den nächsten zwei Junioren-Weltmeisterschaften teilnehmen und werde dies auch tun. Weitere Kommentare will der Verband keine abgeben. Auch auf die Frage, ob es möglich sei, mit dem Schweizer Trainer Pascal Bruhin zu telefonieren, erteilt er eine Absage. Dieser befinde sich schliesslich an der Weltmeisterschaft – und hat offenbar keine Zeit für Medienanfragen. Nach zwölftägiger Turnierdauer geht diese am Sonntag mit den Teamfinal zu Ende. Am Freitag trifft die Schweizer Herren Auswahl um 14.30 Uhr auf das Team aus Irland.

Die einzige Schweizerin an Youth Olympic Games

Und wie sieht die Zukunft für Ambre Allinckx aus? In ihrer noch jungen Karriere ist sie schon weit herum gekommen. So spielte sie unter anderem in Ägypten, Marokko, Tunesien oder Mexiko. Eine weitere Auslandreise wird die 16-Jährige im Oktober nach Argentinien führen. In Buenos Aires nimmt sie an den Youth Olympic Games teil, die nur alle vier Jahre stattfinden – als eine von nur sechs Athleten aus Europa. Und als einzige Schweizerin. An Selbstvertrauen mangelt es der jungen Kriensern nicht: Bereits als 14-Jährige sagte sie in einem Gespräch mit unserer Zeitung: «Ich will U19-Europameisterin werden und als Juniorin die British Open gewinnen.»

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