Landauf, landab
Wo ein Wille ist, ist auch...

Aus der Region, für die Region. Unser Reporter hat sich redlich bemüht, das heimische Gewerbe zu unterstützen. Zu fast jedem Preis. Doch für einmal war es die Mühe nicht wert.

Roger Rüegger
Roger Rüegger
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Selbstverständlich unterstütze ich das lokale Gewerbe. Die Eier hole ich immer beim Bauern in meinem Wohnort, fürs Fleisch fahre ich meistens zum Hofladen in einer Nachbargemeinde und das Bier trage ich nicht selten von einer Rampe in der Region Sursee zu meinem Auto.

Sehr gerne würde ich auch das Textil beim Handel um die Ecke erwerben. Für eine nicht billige Denim-Weste suchte ich daher einen Shop bei Luzern auf, obwohl das Stück deutlich günstiger frei Haus geliefert worden wäre.

Leider war meine Grösse im besagten Laden nicht vorhanden. Die Inhaberin meinte, dass mir auch eine etwas zu kleine Weste prima stehen würde, halt einfach nicht zugeknöpft... «Lieber nicht», entgegnete ich. Also zeigte sie mir ein Modell aus ähnlichem Stoff, aber mit unmöglichem Schnitt. «Danke, nicht mein Stil», wehrte ich ab.

Die Eifrige heftete sich nun an meine Fersen und riss nach und nach das halbe Sortiment von den Bügeln. Sie wollte mich offensichtlich partout als Kunden verbuchen an diesem Tag. «Sorry! Nein! Hör auf», flehte ich. Zu guter Letzt riet sie mir, eine Jeansjacke zu kaufen und dieser die Ärmel abzutrennen. Es war ihr ernst! Ich flüchtete.

Beim Shopping lasse ich mich gerne beraten, aber nicht für dumm verkaufen. Das Denim kaufte ich in Zürich, ein dazu passendes Shirt (das der Luzerner Shop führte) bestellte ich aus Trotz online. Es wurde letzthin aus einer Region in Britannien ins Wiggertal geliefert. Immerhin, ich hab’s versucht. Wo ein Wille ist, ist auch eine Weste.

Hinweis: Am Freitag äussern sich jeweils Gastkolumnisten und Redaktoren unserer Zeitung zu einem frei gewählten Thema.