«Wöschtag» geht glatt über die Bühne

Sauber gings am Sonntag an der Dörfli-Fasnacht in Dierikon zu und her - nur der «Zaubertrank» blieb giftig grün.

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Die Gruppe Holdrio aus Dierikon mit dem Motto: «Wöschtag mit Verschnuuf-Puuse». (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Die Gruppe Holdrio aus Dierikon mit dem Motto: «Wöschtag mit Verschnuuf-Puuse». (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Angeführt von der Guuggenmusig Schlitzäugler bewegte sich am Sonntag ein abwechslungsreicher Fasnachtsumzug mit 20 Nummern durchs Dörfli. Rund 532 Teilnehmern begeisterten 1000 Zuschauer. Zum Umzug aufgerufen hatte die Dörfli-Zunft Dierikon. Gegründet wurde diese im Jahr 2005. Seither steht ihr Max Hess aus Dierikon als Zunftpräsident vor. Die besten Teilnehmer wurden prämiert. Gewonnen hat die Gruppe Holdrio aus Dierikon, gefolgt von der Gruppe Fafadi und den Chomer Weckhäxe.

Der Ideenreichtum der teilnehmenden Gruppen liess keine Wünsche offen. So bastelte die auf dem ersten Rang klassierte Gruppe Holdrio aus Waschpulver-Kartonpackungen originelle Handtaschen. Unter dem Motto «Wöschtag met Verschnuuf-Puuse» gönnten sie dem Zunftmeisterpaar eine kleine Verschnaufpause.

«Wollen nicht grösser werden»

«Den Umzug indes gibts schon seit 25 Jahren. Anfänglich waren es nur sieben bis acht, heute sind es gegen 20 Nummern. «Wir sind langsam gewachsen, wollen aber nicht grösser werden. Die Dörflifasnacht Dierikon soll ein kleiner Anlass bleiben», betont Dierikons Zunftpräsident Hess. Viele Dieriker haben sich gestern auf die Beine gemacht, um das Fasnachtsmotto «Wöschtag» des Zunftmeisterpaares Ernst und Elvira Dober umzusetzen. Warum «Wöschtag»? Das hat einen «wäschehaltigen» Grund. Beide sind mit dem Waschen auf irgendeine Weise verhängt. Ernst Dober ist Leiter der Entwicklungsabteilung für Waschmaschinen bei der V-Zug. Seine Gattin arbeitet in Dierikon an einer Tankstelle – selbstverständlich mit Waschanlage.

Kaffee nach der grossen Wäsche

Vollgas gab die Feuerwehr Ebikon Dierikon, die mit ihrem Feuerwehrfahrzeug für einmal nicht einen Brand löschen musste, sondern Kaffeewasser kochte. «Am hötige Tag, do wird au Wasser kochet, ned för Wösch, es esch ned mender, es ged Kafi, ond das för jede». Der Wäschetag sei ein «Wyber-Tag», lautet die Devise der Füürwehr Ebikon Dierikon. Dass der Wäschetag nicht nur eine reine Frauensache ist, bestätigte uns Feuerwehrmann Max Rüetschi. «Ich wasche und bügle selber», verriet er uns stolz. «Doch heute koche ich Kaffee, fürs leibliche Wohl, nach dr grosse Wösch».

Aus dem Dottenberger Hexenwald bei Adligenswil kamen die Dottebärger Häxe und verteilten einen giftgrünen Zaubertrank. «Nichts Giftiges. Früchtetee mit Lebensmittelfarbe gemischt ist es», verriet uns Hexe Angela Amrhyn. Im Anschluss an den Umzug schränzten die Guugger auf dem Schulhausplatz um die Wette.

Monika van de Giessen