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Woher unser Trinkwasser kommt – und woher immer weniger: Die grosse Übersicht

Die Wasserversorgungen der Region Luzern sind untereinander stark vernetzt. Dadurch besteht grosse Versorgungssicherheit. Trotzdem kann in trockenen Zeiten vor allem das Quellwasser knapp werden.
Beatrice Vogel

Hitze, Trockenheit, Dürre – das Wetter ist derzeit Thema Nummer eins. Mehrere Luzerner Gemeinden haben den Verbrauch ihrer Brunnen zurückgeschraubt und die Bevölkerung zum Wassersparen aufgerufen. Doch wie steht es um die Trinkwasserversorgung der Region Luzern? Grundsätzlich kann man sagen: Die Region ist in einer glücklichen Lage. Der Vierwaldstättersee sowie die Grundwasservorkommen entlang der Reuss und der Kleinen Emme sind zwar nicht unerschöpflich aber noch lange nicht ausgeschöpft. Am ehesten versiegen Quellen, die von Regen- und Schmelzwasser gespiesen werden.

Deswegen und auch im Fall von Leitungsbrüchen oder Werkausfällen sind die Gemeinden gut vernetzt (siehe Grafik). Fast alle Wasserversorgungen sind untereinander durch Verbundleitungen abgesichert. Im Notfall können diese aktiviert werden – auch wenn keine regulären Wasserlieferverträge bestehen. «Gerade in wetterbedingten Situationen wie jetzt ist es umso wichtiger auf ein verlässliches zweites und drittes Standbein zurückgreifen zu können», sagt Marcel von Arx, Verantwortlicher der Wasserversorgung Udligenswil.

Sichere Versorgung dank Verbundleitungen

Die grössten Wasserversorgungen haben die Stadt Luzern sowie die Gemeinden Emmen und Ebikon. Luzern, deren Wasserversorgung in der Hand von EWL (Energie Wasser Luzern) liegt, fördert jährlich rund 10,7 Millionen Kubikmeter Trinkwasser. Damit werden über 100000 Personen versorgt. Mit praktisch allen umliegenden Gemeinden bestehen Verbundleitungen. Hinzu kommt das von der regulären Wasserversorgung getrennte Brunnennetz Luzerns, das mit Quellwasser gespiesen wird. Laut EWL ist die Stadt also gut darauf vorbereitet, «besondere Ereignisse zu bewältigen».

Auch Emmen, das mit 3,7 Millionen Kubikmetern Wasser pro Jahr rund 38000 Personen versorgt, und Ebikon (2 Millionen Kubikmeter jährlich, 26500 Personen) müssen sich keine grosse Sorgen machen. Beide Gemeinden beziehen ihr Wasser aus dem Grundwasserstrom der Reuss. Wie Luzern sind sie wichtige Zulieferer für andere Gemeinden, die kein oder nur wenig eigenes Wasser fördern. So kaufen etwa Rothenburg, Buchrain oder Adligenswil ihr gesamtes Wasser ein.

Manche Gemeinden kaufen ihr Trinkwasser ein, andere sind autonom

Doch auch die grossen Lieferanten sind teils auf Wasser anderer Versorgungen angewiesen, meist aus geo- oder topografischen Gründen. So bezieht Ebikon für die Gebiete Rathausen, Althof und Seehof Wasser aus Emmen. Und Emmen lässt die Gebiete Wolfisbühl, Innerrain, Rainmühle und Geisselermoos von anderen Wasserversorgungen beliefern. Horw bezieht aus leitungstechnischen Gründen für die Biregg Wasser von EWL.

Während einzelne Gemeinden ihr gesamtes Trinkwasser einkaufen, sind andere vollständig autonom. So ist Malters durch eigene Quellen und das Grundwasser der Kleinen Emme so gut versorgt, dass keine Verbundleitungen nötig sind. Nur entlegene Teile des Gemeindegebiets werden durch kleinere genossenschaftliche Wasserversorgungen bedient. Auch Root ist weitgehend autonom, wobei die Gemeinde durch eine Verbundleitung mit Dierikon abgesichert ist. Der Vorteil dieser Unabhängigkeit liegt auf der Hand: «Die Wasserversorgung Root kann sich auf die Anforderungen des Versorgungsgebiets schnell und mit kurzen Entscheidungsprozessen anpassen», sagt Urs Arnet von der Personalkorporation Root.

Quellen liefern derzeit wenig Wasser

Die Region Luzern hat also noch Wasserreserven – warum dann die Aufrufe zum Wassersparen? Gerade in Gemeinden, die hauptsächlich Quellwasser beziehen, kann es knapp werden. Die Gemeinde Kriens, die aus Eigenproduktion nur Quellwasser schöpft, bezieht 60 Prozent des Trinkwassers von EWL. Muss mehr Wasser zugekauft werden, wird das teurer – weshalb Kriens die Wassermenge der öffentlichen Brunnen reduziert hat (Ausgabe vom 27. Juli). Meggen, das sein Rigi-Quellwasser über eine 23 Kilometer lange Leitung transportiert und dadurch eigentlich autonom ist, kann bei Trockenheit Seewasser aus Luzern beziehen. Wie stark der Ertrag von Quellwasser schwanken kann, zeigen aktuelle Zahlen von EWL: Während im Jahresschnitt 12 Prozent des Luzerner Trinkwassers Quellwasser ist, besteht derzeit der Mix aus nur 3 Prozent Quellwasser, dafür 40 Prozent Grundwasser.

«Bei einigen Landwirten besteht ein Notstand. Sie müssen mittels Transport Trinkwasser von der Gemeinde beziehen.»

In manchen Gemeinden gibt es zudem Bauernhöfe, die eigene Quellen besitzen, bei Trockenheit aber auf zusätzliches Wasser angewiesen sind. Dies ist derzeit in Meierskappel der Fall. «Bei einigen Landwirten besteht ein Notstand. Sie müssen mittels Transport Trinkwasser von der Gemeinde beziehen», sagt Gemeindeamtfrau Monika Dilger. Knapp die Hälfte des Trinkwassers bezieht Meierskappel aus Quellen – diese bringen laut Wassermeister Urs Portmann im Moment wenig Wasser. Deshalb musste Meierskappel kürzlich auf die Verbundleitung mit Küssnacht am Rigi zurückgreifen, um die Reservoire zu füllen. «Wir sind froh, dass das neue Reservoir Seilerhof Anfang Juni in Betrieb genommen werden konnte», so Monika Dilger. Dadurch müsse nicht ständig Wasser hochgepumpt werden, denn der Verbrauch sei wegen der Trockenheit massiv gestiegen.

In gewissen Gebieten musste dieser Tage auch schon auf notfallmässige Übergangslösungen gesetzt werden. «Wir haben einer Freizeitsportanlage in Neuenkirch während einiger Tage Wasser zur Bewässerung abgegeben», sagt Thomas Sager von der Korporation Wasserversorgung Rothenburg. Nicht zu vergessen ist zudem, dass genügend Löschwasserreserven vorhanden sein müssen. Auch deshalb ist ein sparsamer Umgang mit Wasser angesagt.

Wasserverkauf: Kein Profit für Lieferanten

Gemeinden mit grossen Vorkommen verkaufen Wasser an andere. Profit daraus schlagen dürfen sie allerdings nicht: Gemäss dem kantonalen Wasserversorgungsreglement dürfen Gebühren nur zur Kostendeckung erhoben werden. Für die Lieferanten besteht der Vorteil, dass ihre Werke und Leitungen optimal amortisiert werden. Die Tarife für den Mengenverbrauch in der Region liegen nicht weit auseinander: Ein Kubikmeter kostet zwischen 75 Rappen und 1.70 Franken. Obenaus schwingt Udligenswil mit 3.20 Franken. Dies liegt an der Topografie: Udligenswil muss Wasser von anderen Gemeinden hochpumpen und hat so höhere Energie- und Unterhaltskosten. Zusätzlich zur Verbrauchsgebühr werden überall auch Anschluss- und Abwassergebühren erhoben. (bev)

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