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Jetzt hat auch Wolhusen sein KKL – dank einem bekannten Künstler und seinen Brüdern

Künstler Wetz alias Werner Zihlmann hat zusammen mit seinen Brüdern in Wolhusen einen Kultursaal geschaffen. Nicht nur drei Schafe erinnern ans KKLB beim Landessender Beromünster.
Evelyne Fischer
Die Brüder Willi, Werner alias Wetz, Guido und Daniel Zihlmann mit Louise. (Bild: Nadia Schärli, Wolhusen, 14. Mai 2019)

Die Brüder Willi, Werner alias Wetz, Guido und Daniel Zihlmann mit Louise. (Bild: Nadia Schärli, Wolhusen, 14. Mai 2019)

Im Zihlenfeldlöchli, in jenem Teil der Gewerbehalle auf dem Bergboden, den früher das Musikhaus Niederberger und eine Werkstatt beheimatete, geben künftig drei Brüder den Ton an: Guido (52), Willi (54) und Wetz (58), alias Werner Zihlmann. Sie eröffnen am Samstag mit geladenen Gästen das Kultur- und Kommunikationslokal Wolhusen, kurz KKLW. Zihlmanns gehen damit zu ihren Wurzeln zurück: Denn einst stand dort jener Kleinbauernhof, auf dem sie mit vier weiteren Brüdern aufgewachsen sind.

Das KKLW, 2,5 Monate Bauzeit, Kosten geheim, ist eine Institution für Körper und Geist: Willi Zihlmann, Inhaber der benachbarten Fitness Connection, hält hier interne Weiterbildungen seines Gesundheitszentrums ab, wird aber auch öffentliche Vorträge organisieren. Guido Zihlmann wiederum, der von 2008 bis 2018 für die CVP im Gemeinderat sass, hat den gleichnamigen Kulturverein gegründet. Zusammen mit Wetz verfolgen sie ein Ziel: «Wir möchten etwas für die Gesellschaft machen», sagt Guido Zihlmann. Ihr Anspruch? «Nichts weniger als in den Himmel kommen», sagt Wetz.

Willkommen ist, wer Vereinsmitglied wird

Das Konzept des KKLW scheint allerdings etwas im Widerspruch zur guten Absicht zu stehen: Sechs Kulturanlässe sind jährlich geplant, besuchen kann sie aber nur, wer für 100 Franken Mitglied wird. Also doch ein exklusiver Klub? Nein, sagt Guido Zihlmann. Bereits habe er 35 Mitglieder beisammen, vom 35-jährigen Bankführer bis zur 61-jährigen Hauswirtschaftsangestellten.

«Wir streben einen Grundstock von 150 Mitgliedern an, um unsere Veranstaltungen zu finanzieren. Wir wollen ohne öffentliche Gelder Kultur betreiben.»

Zur Einordnung: Die marktübliche Gage für Jazztrompeter Peter Schärli im Quartett, der im Herbst auftreten wird (siehe Hinweis am Ende des Textes), beträgt rund 2500 Franken.

Bislang hat in Wolhusen der 35-köpfige Verein Comebäck das kulturelle Leben geprägt – hauptsächlich mit dem Winterfestival. Die künftige Ausrichtung nach dem bevorstehenden Aus im Tropenhaus ist noch ungewiss. «Comebäck» hatte bereits Gelegenheit, das KKLW zu besichtigen und freut sich über den Zuwachs an Kulturmachern, wie Medienchef Dominik Unternährer sagt:

«Wir begrüssen es, dass Wetz und seine Brüder das Kulturleben in Wolhusen bereichern möchten. Konkurrenziert fühlen wir uns in keinster Weise.»

Zwei Zigarillos später führt Wetz wortreich durchs KKLW, mit der üblichen Prise Wahnsinn, gewichtigen Gesten und dem Gespür für gute Geschichten. Vivaldis «Frühling» läuft in der Endlosschlaufe. Beim Eingang hängen Nachttischlämpchen in fast fünf Metern Höhe kopfüber; zwei Discounter-Modelle, neu kombiniert.

Das Herzstück des Saals mit 140 Plätzen dürfte bei vielen für ein Déjà-vu sorgen: eine künstlerische Adaption des «Schweizer Landessaal» von Kunst und Kultur im Landessender Beromünster (KKLB). Klassischer Wetz-Parkett (ein selbstreinigender Rohholzboden, der Dreck fällt in die Ritzen) und eine Kassettendecke, bestehend aus 250 Kisten. Äste aus dem nahen Wald sorgen für die Akustik, Pendelleuchten für Ambiente. Und da, drei ausgestopfte Schafe, das Wetz’sche Markenzeichen. «William, Lana und Alice», sagt er.

Brüder arbeiten eng zusammen

Ein Gebrüder-Zihlmann-Projekt in der KKLW-Kombination gab es noch nie, in anderer Konstellation existiert eine Zusammenarbeit auf dem Werkplatz Bergboden schon seit Jahrzehnten: Bei der Zihlmann AG Bedachungen, Fassaden und Bauspenglerei sind Franz (61), Daniel (47) und Guido am Ruder, bei den Gebrüder Zihlmann Immobilien ist zusätzlich Willi mit im Boot. Dieser wiederum betreibt die Fitness Connection, die Therapie Wolhusen AG und die Cristall Gebäudereinigungen AG.

Dass sie sich nicht in die Haare geraten, ist wohl ihren unterschiedlichen Charakteren zu verdanken. Hier Guido, die soziale, integrierende Figur, dort Daniel, der unermüdliche Chrampfer, dann Willi, der risikofreudige Managertyp. Und zu guter Letzt Wetz, der kreative Kopf. Oder wie es Guido Zihlmann ausdrückt:

«Der Einzige mit der Lizenz, professionell unsinniges Zeug zu machen.»

Hinweis: Weitere Infos gibts unter www.kklw.ch. Voranzeige: 19. September, 20 Uhr, Jazztrompeter Peter Schärli mit «Don’t Change Your Hair For Me»; 25. Oktober, 20 Uhr, Filmabend «Köhlernächte», mit Regisseur Robert Müller vor Ort.

Kunsthaus im Otto's Sursee ist bald Geschichte

Vor einem Jahr hat Wetz im Discounter Otto’s das Kunsthaus Sursee eröffnet. «Anfänglich wurden wir noch als störender Umsatzvernichter angeschaut. Heute muss man sagen: Das Kunsthaus ist eine Erfolgsgeschichte», sagt Wetz. Noch bis am 1. Juni gibt’s im Otto’s die Ausstellung von Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger zu sehen. Danach ist vorläufig Schluss. «Uns geht es ähnlich wie der Luzerner Spitalkommission», sagt Wetz. «Wir müssen uns noch definitiv für den neuen Standort entscheiden. Zwei Standorte sind übrig geblieben: einer in Sursee und einer in Schenkon.»

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