Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Wohnbauzwang in der Stadt Luzern

Günstiger Wohnraum ist in Luzern Mangelware. Die Stadt will private Grundstückbesitzer zwingen können, gemeinnützig zu bauen. Das ist ein beispielloser Eingriff in die Rechte von Grundeigentümer. Es braucht deshalb einen neuen Plan.
Jérôme Martinu, Chefredaktor

Der Siedlungsdruck in den Ballungszentren wird immer stärker. Die Bevölkerung wächst und will zunehmend in den urbanen Einzugsgebieten wohnen. Auffällig viele Baukräne sind auch in und um Luzern zu sehen. Die Stadt wächst über die Grenzen hinaus in den Süden nach Kriens und Horw, in den Norden nach Emmen oder in nordöstlicher Richtung ins Rontal. Die Mietpreise in Neubauten liegen über Durchschnittsniveau. Im Idealfall führt das dazu, dass wegen Um- und Zuzüglern bestehende, günstigere Wohnungen frei werden. Das ist für eine gute Durchmischung der Bevölkerungsschichten wertvoll.

Die Realität sieht in Luzern aber anders aus: Günstiger Wohnraum ist Mangelware. Familien und sozial Schwächere kriegen das zu spüren. Das ist auch ein Grund, warum 2012 die Initiative «Für zahlbaren Wohnraum» angenommen wurde. Ziel: Der Anteil an gemeinnützigen Wohnungen muss bis 2037 von 14 auf 16 Prozent steigen. 2 Prozent – tönt nach wenig, ist aber enorm schwierig. Der Anteil an genossenschaftlichen, gemeinnützigen Wohnbauten wächst zu langsam. Die Stadtregierung hat darum im stillen Kämmerlein einen Plan entwickelt: Sie will die Bau- und Zonenordnung so anpassen, dass private Grundstückbesitzer gezwungen werden können, gemeinnützig zu bauen.

Dieser Wohnbauzwang bricht mit allem Bisherigen. Für betroffene private Bauherren bedeutet das eine massive Einschränkung: Gemeinnützige Wohnungen sind weniger profitabel, da deren Vermieter damit keinen Gewinn erzielen dürfen. Und die stadträtliche Regulierungskeule übervorteilt damit Wohnbaugenossenschaften. Es ist ein beispielloser, ungesunder Eingriff in die Rechte von Grundeigentümern. Kurz: Der Plan ist unausgereift, es braucht einen neuen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.