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WOHNUNGSMARKT: Immer mehr Wohnungen werden frei

Im Kanton Luzern sind mehr als 1700 Wohnungen unbesetzt. In der Stadt Luzern herrscht dennoch Wohnungsnot.
Wohnungen der Überbauung Ebilife in Ebikon. Unser Bild wurde im Januar 2015 gemacht, damals standen die Eigentumswohnungen bereits seit über einem Jahr leer. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Wohnungen der Überbauung Ebilife in Ebikon. Unser Bild wurde im Januar 2015 gemacht, damals standen die Eigentumswohnungen bereits seit über einem Jahr leer. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Sarah Weissmann

Im Kanton Luzern stehen derzeit 1731 Wohnungen leer. Das sind 260 mehr als im Vorjahr. Bei 84 Prozent handelt es sich um Mietwohnungen, bei 16 Prozent um Kaufobjekte. Lustat Statistik Luzern teilte dies gestern mit und zählte zudem 372 leer stehende Neubauten, die in den letzten zwei Jahren fertiggestellt wurden. Damit stieg die Zahl der leeren Neubauwohnungen im Vergleich zum Vorjahr um 33 Prozent.

Trotzdem gibt es laut Beat Wicki, Geschäftsführer Mieterinnen- und Mieterverband Luzern, im Kanton eine Wohnungsnot. Das zeigt die aktuelle Leerwohnungsziffer, die kantonsweit bei 0,94 Prozent liegt und die 1-Prozent-Marke somit seit acht Jahren nicht mehr erreicht. «Um einen gesunden Wohnungsmarkt zu erreichen müsste die Lehrwohnungsziffer bei 2 bis 3 Prozent liegen», sagt Wicki.

Mittelgrosse Wohnungen sind frei

Die meisten leeren Wohnungen sind mittelgrosse Neubauten. Über die Hälfte der Drei- und Vierzimmerwohnungen machen den Luzerner Gesamtwohnungsbestandes aus. Hier stehen 510 respektive 600 Wohnungen leer, was einer Leerwohnungsziffer von 1,16 respektiv 1,05 Prozent entspricht.

Nur selten stehen Einzimmerwohnungen leer, derzeit sind es 123 im Kanton Luzern. Gemessen am Wohnungsbestand der jeweiligen Grössenkategorie ist der Anteil Leerwohnungen bei Kleinstwohnungen mit 1,56 Prozent am höchsten. Und von den Fünfzimmerwohnungen sind 0,54 Prozent unbesetzt. Anteilsmässig am wenigstens Leerstände gab es unter den Sechs- und Mehrzimmerwohnungen mit 0,33 Prozent.

Entlebuch: Viele freie Wohnungen

Die Region Entlebuch wies mit 1,48 Prozent am meisten freie Wohnungen auf. Im Raum Rottal-Wolhusen wurden am wenigsten leer stehende Wohnungen gemeldet. Gemäss Lustat Statistik beläuft sich die Leerwohnungsziffer in diesem Gebiet auf 0,29 Prozent. Grund dafür ist gemäss Beat Wicki, dass das Wohnen in urbanen Gebieten in den letzten 25 Jahren wieder attraktiver wurde. «In der Stadt sowie Agglomeration kann man wegen der guten ÖV-Verbindungen auf ein Auto verzichten, da die wirtschaftlichen Zentren wie Zug und Zürich sehr gut erschlossen sind.»

In der Stadt Luzern bleibt die Wohnungssituation mit einer Leerwohnungsziffer von 0,85 Prozent oder 385 Wohnungen stabil. Im Vorjahr betrug der Wert 0,90 Prozent. Hier sieht Wicki das Problem vor allem in den Mietpreisen. «Grosse Wohnungen liegen in einem hohen Preissegment. Eine Familie benötigt eine grössere Wohnung, doch gerade wenn die Kinder noch klein sind und die Familie mit nur einem Einkommen leben muss, können sie sich eine solche Wohnungen nicht leisten.»

Das Mietrecht wird ausgehebelt

Die Marktsituation im Kanton Luzern ist für Wicki denn auch der Grund, dass das Mietrecht ausgehebelt wird. «Seit Jahren sinkt der Referenzzinssatz. Was bedeutet, die Mieten müssten sinken. Statistiken zeigen aber, dass die Mieten seit Jahren steigen.» Wicki erklärt, dass die grosse Nachfrage von den Vermietern ausgenutzt und bei einem Wohnungswechsel die Mieten erhöht werden.

Bis zum Stichtag vom 1. Juni wurden im Kanton Luzern die unbesetzten Wohnungen und Einfamilienhäuser, die zur Vermietung oder zum Kauf ausgeschrieben sind, gezählt. Aus diesen Resultaten lässt sich die Leerwohnungsziffer berechnen. Diese setzt die Zahl der leer stehenden Wohnungen ins Verhältnis zum gesamten Wohnungsbestand.

Leer stehende Wohnungen im Kanton Luzern in der Übersicht. (Bild: Grafik: Lea Siegwart)

Leer stehende Wohnungen im Kanton Luzern in der Übersicht. (Bild: Grafik: Lea Siegwart)

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