WOLFENSCHIESSEN: Auch Tiefseetaucher finden die Kinder nicht

Ein Tiefseetauchgang hat am Freitag keine neuen Erkenntnisse über die seit einer Woche vermiss­ten Kinder im Kanton Nidwalden gebracht. Die Suche wird am Wochenende weitergeführt.

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Taucher im Vierwaldstättersee bei Buochs. (Bild Boris Bürgisser/ Neue LZ)

Taucher im Vierwaldstättersee bei Buochs. (Bild Boris Bürgisser/ Neue LZ)

Der Spezialist der Tauch-Treff AG in Zug tauchte am Nachmittag in Tiefen von bis zu 100 Metern ab. Mit einem Unterwasser­scooter mit Navigationsgerät suchte er ein definiertes Gebiet bei der Einmündung der Engelberger Aa in den Vierwaldstättersee systematisch ab.

Er fand dabei weder die Elfjährige noch den sechs Monate alten Knaben, die am Freitagabend vergangener Woche vermutlich vom hochgehenden Gerlibach bei Wolfenschiessen mitgerissen und heruntergespült wurden. Der Tiefseetaucher wurde vom Team der Tauchsportgruppe Poseidon unterstützt, welche bereits in den Vortagen den Einmündungsbereich mit mehreren Tauchern abgesucht hatte.

Am Wochenende soll die Suche auf der Wasseroberfläche fortgesetzt werden. Wie die Kantonspolizei Nidwalden schreibt, ist zusätzlich eine Flächensuche der Tauchsportgruppe Poseidon mit einer Unterwasserkamera vorgesehen.

Mutter der Elfjährigen zum ersten Mal befragt
Wie der Nidwaldner Verhörrichter Alexandre Vonwil am Freitag auf Anfrage sagte, stand die Befragung der Mutter der vermissten Elfjährigen unmittelbar bevor. Die 46-Jährige sei seit mehreren Tagen in stationärer Betreuung in einer psychiatrischen Klinik.

Eine erste polizeiliche Befragung fand gestern Donnerstag statt, nachdem sie vom Psychiater als einvernahmefähig beurteilt worden war. Auch der Vater der vermissten Elfjährigen sollte noch einvernommen werden.

Gegen die 46-Jährige wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Sie hatte ihre Tochter gemeinsam mit einem Baby und dessen vierjähriger Schwester einer anderen Familie am vergangenen Freitag vom Bahnhof Luzern aus allein nach Hause geschickt. Nur die Vierjährige kam wieder zum Vorschein. Ob gegen die Eltern der Vierjährigen und des vermissten Kleinkindes Ermittlungen wegen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht aufgenommen werden, war vorerst offen.

ap