WOLFENSCHIESSEN: Die Suche wird mit Tauchern fortgesetzt

Noch immer wird verzweifelt nach den beiden vermissten Kindern in Nidwalden gesucht. Nun kommen auch Taucher zum Einsatz. Die Baudirektorin ist erschüttert - und prüft Sofort­massnahmen.

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Polizei und Feuerwehr bei der Suche in der Buochser Bucht. (Bild: M. Christen/Neue LZ)

Polizei und Feuerwehr bei der Suche in der Buochser Bucht. (Bild: M. Christen/Neue LZ)

Die Suche nach einer Elfjährigen und einem sechs Monate alten Knaben, die bei Grafenort wahrscheinlich vom Hochwasser führenden Gerlibach in den Tod gerissen worden sind, ist auch am Montag erfolglos geblieben. Gefunden wurden lediglich eine Kinderrassel, ein Schlüsselband, eine Tasche, ein Schirm, ein Stück einer Jacke und ein Teil eines Kinderwagens - und zwar in der Engelbergeraa. Dies erklärte Kripo-Chef Jürg Wobmann auf Anfrage unserer Zeitung.

Gestern Montag waren auch die Eltern des vermissten Babys am Unglücksort an der Engelberger Aa und suchten den Fluss ab, wie Wobmann einen «Blick»-Bericht bestätigte. Sie hatten ihre Kinder der anderen Frau für die Ferien anvertraut, wussten aber offensichtlich über deren genaue Umständen und prekäre Verfassung nicht Bescheid.

Gegen die Mutter der Elfjährigen dürfte wegen fahrlässiger Tötung sowie Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht ermittelt werden, wie Verhörrichter Alexandre Vonwil sagt. Zudem werde geprüft, ob auch gegen die Mutter des vermissten Knaben ein Verfahren eingeleitet werde.

Früher war dort eine Brücke
Die Nidwaldner Baudirektorin Lisbeth Gabriel ist «tief erschüttert». Zusammen mit der Gemeinde Wolfenschiessen will sie nun prüfen, ob Sofortmassnahmen etwa eine hochwassertaugliche Fussgängerüberführung nötig sind. Bis 1998 führte übrigens keine Furt über den Gerlibach, sondern eine Brücke.

Nun kommen Taucher zum Einsatz
Wie die Kantonspolizei Nidwalden bekannt gibt, wird die Suche auch am (heutigen) Dienstag fortgesetzt. Bereits seit den frühen Morgenstunden sind Angehörige der Rettungskolonne daran, weitere Abschnitte der Engelberger Aa abzusuchen. Die Engelberger Aa führt Niederwasser. Dies wird durch das Elektrizitätswerk reguliert.

Die Angehörigen der Seepolizei sind zusammen mit Feuerwehrleuten mit mehreren Booten an der Suche im Seebuchtbereich Buochs und Ennetbürgen. Die Einsatzkräfte der Polizei suchen das Seeufer ab. Am Dienstagabend ab 18.30 Uhr werden Taucher die Suche bei der Einmündung Engelberger Aa Vierwaldstättersee aufnehmen.

Angesichts der schlechten Sichtverhältnisse sei aber unklar, ob neue Erkenntnisse möglich seien, sagte Wobmann. Danach werde die Lage neu beurteilt. Wobmann schloss nicht aus, dass in einem nächsten Schritt auch eine Unterwasserkamera und ein Sonargerät zum Einsatz kommen könnten, wie dies nach dem Militärunfall auf der Kander vor Jahresfrist der Fall war.

wy/sh/ost/get