WOLFENSCHIESSEN/GRAFENORT: Weiterhin keine Spur von vermissten Kindern

Die Suche nach zwei Kindern, die im Kanton Nidwalden wahrscheinlich von einem Hochwasser führenden Bach in den Tod gerissen worden sind, ist auch am Sonntag erfolglos geblieben. Von den Kindern fehlte weiterhin jede Spur.

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Die Einmündung der Engelberger Aa in den Vierwaldstättersee bei Buochs. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Die Einmündung der Engelberger Aa in den Vierwaldstättersee bei Buochs. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Die aufwendige Suche nach den seit Freitagabend vermissten Kindern - einem elfjährigen Mädchen und einem halbjährigen Knaben - war über Nacht unterbrochen worden. Am Sonntag suchten Kräfte von Kantons- und Seepolizei, Angehörige der Feuerwehren von Ennetbürgen, Buochs und Beckenried sowie Mitglieder der Rettungskolonne des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) nach den Vermissten. Zeitweise beteiligten sich am Wochenende auch die Rettungsflugwacht sowie Kanuten.

Durch Polizei- und Feuerwehrboote abgesucht wurden das Seebecken und die Uferzonen in Buochs und Ennetbürgen. Die Suche wurde gemäss Mitteilung durch Schwemmholz erschwert. Der Flusslauf der Engelberger Aa ging am Sonntag leicht zurück, die Trübung des Wassers liess nach. Canyoning-Spezialisten der SAC-Rettungskolonne prüften eine allfällige Suche im Flusslauf der Engelberger Aa. Von den vermissten Kindern wurden laut einem Polizeisprecher persönliche Gegenstände der Kinder in der Seebucht vor Ennetbürgen geborgen.

Kinder alleine auf dem Heimweg
Das elfjährige Mädchen und der sechs Monate alte Knabe waren am vergangenen Freitagabend zusammen mit einem vierjährigen Mädchen vom Weiler Grafenort Richtung Wolfenschiessen unterwegs gewesen. Die Mutter der Elfjährigen hatte die drei Kinder zuvor am Bahnhof Luzern abgesetzt und sie allein nach Hause fahren lassen. Das vierjährige Mädchen und deren sechs Monate alten Bruder hatte sie laut Polizei zur Beaufsichtigung bei sich gehabt.

Die Polizei geht davon aus, dass die Elfjährige zusammen mit dem sechs Monate alten Knaben vom Hochwasser führenden Gerlibach mitgerissen und in die Engelberger Aa gespült wurden. Der Bach führt kurz vor der Mündung in einer künstlichen Furt über den Weg - normalerweise als Rinnsal, nach den heftigen Niederschlägen aber als reissender Bach. Nach einer Vermisstmeldung wurde später klar, dass sich ein Drama abgespielt haben könnte.

Vierjähriges Mädchen wieder zu Hause
Das vierjährige Mädchen war nach dem Unglück zurückgelaufen und hatte völlig durchnässt bei einem Bauernhof angeklopft. Es wurde vorübergehend in die Obhut des Kantonsspitals Nidwalden gegeben, war laut einem Polizeisprecher am Sonntag aber wieder in der Obhut seiner Angehörigen. Das Mädchen sagte laut Polizeiangaben später aus, die beiden anderen Kinder seien «baden gegangen». In ärztlicher Behandlung befand sich am Sonntag die Mutter der Elfjährigen.

ap

Der Übergang über den Gerlibach bei Grafenort. Vermutlich hier sind die beiden Kinder vom Bach mitgerissen worden. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)