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WOLHUSEN: 13-Millionen-Projekt auf Eis?

Ein Bauvorhaben für betreutes Wohnen verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Grund: eine einzige Einsprache. Nun versucht ein bekannter Wolhuser, die Wogen zu glätten.
Ismail Osman
So soll das Gebäude mit den Wohnungen für betreutes Wohnen in Wolhusen dereinst aussehen. Wegen des allfälligen Schattenwurfs ist noch eine Einsprache hängig. (Bild: Visualisierung/PD)

So soll das Gebäude mit den Wohnungen für betreutes Wohnen in Wolhusen dereinst aussehen. Wegen des allfälligen Schattenwurfs ist noch eine Einsprache hängig. (Bild: Visualisierung/PD)

Ismail Osman

Letztlich will halt jeder ein Plätzchen an der Sonne – im Falle eines Rechtsstreites in Wolhusen muss nun das Gericht entscheiden, wer wem in der Sonne steht. Im konkreten Fall geht es um das geplante Bauvorhaben «Wohnen am Wiggernweg». Das 13-Millionen-Projekt sieht auf acht Geschossen 27 Wohnungen für betreutes Wohnen im Alter vor. Diese wären mit einer Passerelle mit dem Wohn- und Pflegezentrum Berghof verbunden, welches sich auf dem Hügel darüber befindet (wir berichteten).

Schattenwurf beanstandet

Die Baugenossenschaft Wolhusen sowie die Wohnbaugenossenschaft Pro Familia treten als Bauherren auf. Im Februar sei die Baubewilligung erteilt worden. Doch der Baustart dürfte sich um unbestimmte Zeit verzögern. Grund ist die Einsprache eines direkten Anstössers, welche beim Verwaltungs­gericht eingereicht wurde und noch hängig ist. Wie ein Sprecher der beteiligten Baugenossenschaft gegenüber dem «Entlebucher Anzeiger» sagt, werden vor allem die Grösse und der daraus resultierende Schattenwurf beanstandet. Nun bekommen die Bauherren ungewöhnliche Schützenhilfe.

Anzeige publiziert

Im «Entlebucher Anzeiger» von vergangenem Freitag ist ein Kurzinterview mit dem Sprecher einer der zwei Genossenschaften publiziert. Darin wird der Stand der Dinge nochmals aufgerollt. Unterhalb dieses Artikels ist eine ungewöhnliche Anzeige platziert. Ihr Urheber ist Walter Imbach. Der frühere Inhaber der Logistikfirma Imbach ist in Wolhusen auch als ehemaliger Besitzer der Liegenschaft «Rössli» bekannt. Die Anzeige wendet sich direkt an den Einsprecher: «Tun Sie etwas Gutes – und ziehen Sie Ihre Einsprache zurück», lautet ihr Titel.

Auf rund 100 Zeilen plädiert Imbach, der Anwohner möge die Einsprache doch zurückziehen. So blockiere er ein «Wolhuser Generationenprojekt». Wolhuser würden «sterben, ohne ihren Lebensabend in einer altersgerechten Wohnung verbracht zu haben». Imbach schreibt weiter: «Ich bin überzeugt, dass beidseitig Fehler gemacht wurden. Fehler, von denen man den einen oder anderen inzwischen vielleicht sogar eingestehen würde – wenn nur nicht alles schon so festgefahren wäre.»

Als «Herzblut-Wolhuser» wolle Imbach dem Einsprecher die Hand reichen. Die An­zeige schliesst denn auch mit folgendem Angebot ab: Zieht der Anwohner seine Einsprache zurück, übernimmt Imbach sämtliche Kosten, die dem Einsprecher für dessen Anwalt und das Gerichtsverfahren entstanden sind. Walter Imbach wollte gegenüber unserer Zeitung gestern keine Stellung nehmen.

Aktion nicht abgesprochen

Die Wohnbaugenossenschaft pro ­Familia besteht seit 1948 in Wolhusen. Auch sie hat bisher mehrere 100 000 Franken in das Projekt investiert. Genossenschaftspräsident Anton Lichtsteiner bedauert, dass nun der juristische Weg eingeschlagen werden musste. «Wir sind von unserem Projekt jedoch überzeugt und zuversichtlich, diesen Bau realisieren können.» Zum vom Kläger beanstandeten Schattenwurf sagt Lichtsteiner: «Wir haben im Laufe der Planung selbst Schattendiagramme erstellen lassen. Diese waren eindeutig: Falls überhaupt, ist dies nur in den Wintermonaten Dezember und Januar ein Thema – und auch dann wäre dieser Schattenschlag nur minimal.»

Die Schützenhilfe von Walter Imbach sei für ihn «absolut überraschend» gekommen, sagt Lichtsteiner. Mit Pro Fami­lia Wolhusen sei die Aktion von Herrn Imbach jedenfalls nicht abgesprochen gewesen.

Bei der Bauherrschaft geht man davon aus, dass sich der Baustart um rund ein Jahr verzögert. Die Planung des Projekts beanspruchte bisher rund drei Jahre.

Ob Imbachs Plan, die Verzögerung zu verhindern, fruchtet und der betroffene Anwohner sein Angebot annimmt, ist indes noch ungewiss. Der Einsprecher seinerseits konnte gestern nicht erreicht werden.

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