WOLHUSEN: Coop will das Tropenhaus kaufen

Mit der Übernahme sämtlicher Aktien will der Basler Detailhandelskonzern Coop das Tropenhaus noch stärker in die Firmengruppe integrieren. Die gute Nachricht für das Personal: Die Stellen in Wolhusen bleiben gesichert.

Thomas Heer
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Das Tropenhaus schrieb im vergangenen Jahr rote Zahlen. Nun soll Coop den Betrieb übernehmen. (Bild: Roger Gruetter (Wolhusen, 2. Juni 2017))

Das Tropenhaus schrieb im vergangenen Jahr rote Zahlen. Nun soll Coop den Betrieb übernehmen. (Bild: Roger Gruetter (Wolhusen, 2. Juni 2017))

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch

Die Zielvorgabe ist klar. In der zweiten Hälfte des laufenden Jahres will Coop die Tropenhaus Wolhusen AG vollständig übernehmen. Dies bestätigt Urs Meier, Leiter der Medienstelle am Hauptsitz in Basel. Bereits heute ist Coop der grösste Aktionär des Tropenhauses. Im kommenden Spätsommer oder im Herbst wird der zweitgrösste Detailhändler der Schweiz den übrigen Aktionären ein schriftliches Angebot für den Kauf der Wertpapiere unterbreiten.

Wie Abklärungen der «Zentralschweiz am Sonntag» ergeben, wird es darauf hinauslaufen, dass Coop den Anteilseignern einen Betrag in der Höhe des Aktien-Nennwertes offerieren wird. Das ist ein faires Angebot, angesichts der Tatsache, dass die Tropenhaus Wolhusen AG auch 2016 rote Zahlen schrieb. Wie hoch der Verlust im vergangenen Jahr war, will Urs Meier nicht sagen.

Erinnerungen an das Jahr 2012

Das Aktienkapital des Tropenhauses wird im Handelsregister mit 2,6 Millionen Franken ausgewiesen. Davon entfallen 2,5 Millionen auf 5000 Namenaktien mit dem Nennwert von 500 Franken. Es bleiben 5000 weitere Aktien mit einem Nennwert von jedoch lediglich 20 Franken. An diesen Wert erinnert sich womöglich die eine oder andere Leserin der «Zentralschweiz am Sonntag».

Denn am 12. Februar 2012 berichtete diese Zeitung ausführlich über die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, in denen sich das Unternehmen damals befand. Ein unüberhörbares Gieren im Gebälk des Tropenhauses war zu vernehmen. 2011 schrieb die Firma nämlich einen Verlust von 1,4 Millionen Franken. Das hatte zur Folge, dass die Firmenleitung drastische Massnahmen ergreifen musste. Es kam zu einem Kapitalschnitt. Für die Aktionäre bedeutete das: Die Wertpapiere, die sie einst für 1000 Franken erwarben, hatten lediglich noch einen Wert von 20 Franken. Das war für zahlreiche Investoren schwerverdauliche Kost.

Eine weitere Sanierungsmassnahme bestand darin, dass Coop damals auf die Rückzahlung eines Darlehens in der Höhe von 10 Millionen Franken verzichtete. Und nun wieder zurück in die Gegenwart: Ein weiterer Grund, weshalb Coop das Tropenhaus nun vollständig übernehmen will, fasst Meier mit folgenden Worten zusammen: «Wir möchten verhindern, dass den Aktionären nach der Bilanzsanierung 2012 erneut ein finanzieller Schaden entsteht.»

Die Absichten von Coop stossen bei Pius Marti, Geschäftsführer der Tropenhaus Wolhusen AG, auf Anklang, wie er auf Anfrage bestätigt. Das hängt sicher auch damit zusammen, dass Coop betrieblich keinerlei Veränderungen anstrebt. Das heisst unter anderem: Die Jobs in Wolhusen bleiben gesichert. Die 55 Angestellten, die sich insgesamt 3000 Stellenprozente teilen, werden auch künftig für dieses Wolhuser KMU arbeiten können.

Das Tropenhaus, mit angeschlossenem Restaurationsbetrieb, steht in der Zentralschweiz einzigartig da. Geheizt durch die Abwärme einer Gaspipeline, eröffnet sich dem Besucher im Inneren des Gebäudes eine wunderbare Welt. Für diejenigen Gäste, die bereits einmal in Gebieten des tropischen Südamerika oder Afrika weilten, kommen unweigerlich Erinnerungen an vergangene erlebnisreiche Zeiten fernab der Heimat auf.

Bernhard Aumann schneidet das Zitronengras im Tropenhaus in Wolhusen. (Bild: Roger Grütter)

Bernhard Aumann schneidet das Zitronengras im Tropenhaus in Wolhusen. (Bild: Roger Grütter)

Eine Mitarbeiterin des Tropenhauses in Wolhusen pflückt Papayas. (Bild: Roger Grütter)

Eine Mitarbeiterin des Tropenhauses in Wolhusen pflückt Papayas. (Bild: Roger Grütter)

Blick ins Tropenhaus in Wolhusen. (Bild: Roger Grütter)

Blick ins Tropenhaus in Wolhusen. (Bild: Roger Grütter)

Blick ins Tropenhaus in Wolhusen. (Bild: Roger Grütter)

Blick ins Tropenhaus in Wolhusen. (Bild: Roger Grütter)

Blick ins Tropenhaus in Wolhusen. (Bild: Roger Grütter)

Blick ins Tropenhaus in Wolhusen. (Bild: Roger Grütter)