WOLHUSEN: Das erste Teilziel ist erreicht

Morgen ziehen die Bagger aus der Kleinen Emme ab. Bis der Hochwasserschutz wieder vollständig hergestellt ist, wird es aber noch Wochen dauern.

Roger Rüegger
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Schweres Gerät: Bei der Felssturzstelle an der Kleinen Emme wurde gestern Nachmittag mit Hochdruck gearbeitet. (Bild Philipp Schmidli)

Schweres Gerät: Bei der Felssturzstelle an der Kleinen Emme wurde gestern Nachmittag mit Hochdruck gearbeitet. (Bild Philipp Schmidli)

Mir mehreren Baggern räumen Maschinisten in diesen Tagen Gesteinsmassen aus der Kleinen Emme. In regelmässigen Abständen wird das Material auf Lastwagen verladen. Rund 13 000 Tonnen Fels donnerten beim Felssturz in der Nacht auf den 11. Januar in den Fluss. Der Aufschlag beschädigte eine Hochwasserschutzmauer. Das Geröll blockierte ausserdem den Durchfluss der Kleinen Emme, sodass diese über die Ufer trat und Wohn- sowie Industriegebäude überflutete. Es entstanden Schäden in Millionenhöhe. Die genaue Summe ist bis heute nicht bekannt.

Die Absturzstelle aus der Vogelperspektive: Aufräumarbeiten in der Kleine Emme in Wolhusen am Dienstag, 26. Januar 2016 nach dem Felssturz. (Bild: Philipp Schmidli)
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Die Absturzstelle aus der Vogelperspektive: Aufräumarbeiten in der Kleine Emme in Wolhusen am Dienstag, 26. Januar 2016 nach dem Felssturz. (Bild: Philipp Schmidli)
Die Absturzstelle aus der Vogelperspektive: Aufräumarbeiten in der Kleine Emme in Wolhusen am Dienstag, 26. Januar 2016 nach dem Felssturz. (Bild: Philipp Schmidli)
Die Absturzstelle aus der Vogelperspektive: Aufräumarbeiten in der Kleine Emme in Wolhusen am Dienstag, 26. Januar 2016 nach dem Felssturz. (Bild: Philipp Schmidli)
Die Absturzstelle aus der Vogelperspektive: Aufräumarbeiten in der Kleine Emme in Wolhusen am Dienstag, 26. Januar 2016 nach dem Felssturz. (Bild: Philipp Schmidli)
Die Absturzstelle aus der Vogelperspektive: Aufräumarbeiten in der Kleine Emme in Wolhusen am Dienstag, 26. Januar 2016 nach dem Felssturz. (Bild: Philipp Schmidli)
Josef Imbach ist fassungslos – sein MG-Oldtimer wurde massiv beschädigt. (Bild: Manuela Jans)
Am Tag danach: Das grosse Aufräumen. Ein Mitarbeiter der Imbach AG hilft. (Bild: Manuela Jans)
Herumfliegende Felsbrocken rissen Löcher in mehrere Gebäude. (Bild: Manuela Jans)
Geologen schauen sich den Hang aus der Nähe an. (Bild: Manuela Jans)
Überall liegt das Geröll verteilt (Bild: Manuela Jans-Koch)
Das Schreckensbild von oben - aufgenommen von einer Drohne. (Bild: ZSO Emme)
Ein Bagger räumt die Felsbrocken aus dem Flussbett der kleinen Emme. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Das Geschiebe wird zurückgeschoben: Erste Räumungsarbeiten mit einem Trax. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Von der Badflue sind die Felsmassen herabgestürzt. Rund 5000 Kubikmeter Fels donnerten in die Kleine Emme. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Das erste Wasser ist weg. Gehölze und Geschiebe ist geblieben. (Bild: Leserreporter)
Als sei etwas explodiert: Die Fassade eines Gewerbegebäudes. (Bild: Leserreporter)
Das Vordach mitsamt Industriekran wurde zu Boden gerissen. (Bild: Leserreporter)
Auch das Dach des Wohnhauses (links) zeigt Spuren der Verwüstung. (Bild: Leserreporter)
Ein Bagger entfernt Schlamm und Geröll, im Hintergrund die Felswand mit der Abbruchstelle. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Durch das Molassegestein wurde das Flussbett der kleinen Emme auf einer Länge von ca. 50 x 20 Meter verschüttet. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Der Haufen von Felsbrocken mitten im Fluss, fotografiert in der Nähe der Abbruchstelle. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Mit einem Damm, 1 Meter hoch und 25 Meter breit, versuchten die Einsatzkräfte, die Wassermassen zurück ins Bachbett zu leiten. (Bild: Christian Volken / luzernerzeitung.ch)
Die Kleine Emme trat über die Ufer ... (Bild: Luzerner Polizei)
... und bahnte sich einen neuen Weg entlang des Flussbettes bis Wolhusen Markt. (Bild: Luzerner Polizei)
Gebäude im betroffenen Gebiet wurden vom Wasser geflutet... (Bild: Luzerner Polizei)
... ebenso eine Eisenbahnunterführung. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Dieser Garten wurde arg in Mitleidenschaft gezogen. (Bild: Christian Volken / Luzernerzeitung.ch)
Nach den Wassermassen das Aufräumen. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Ein Bagger macht den Weg frei, damit das Wasser abfliessen kann. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Feuerwehrleute an der Schadenstelle. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Wasser fliesst durch das Kieswerkareal. (Bild: Leserreporter)
Die Abbruchstelle, aus der Ferne betrachtet. (Bild: Leserbild Edi Ulmi)
Das betroffene Gebiet, aus der Luft betrachtet. (Bild: ZSO Emme)
Diese Felsmassen haben zu Rückstau und zur Überflutung geführt. (Bild: ZSO Emme)
«Das Wasser strömte durch das gesamte Areal unserer Firma», so Geschäftsführerin Brigitte Imbach vom Kies- und Betonwerk Imbach AG. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Bürogebäude, Einstellhalle und das gesamte Kies- und Betonwerk standen gemäss Imbach unter Wasser. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
«Das Wasser hatte einen ziemlichen Zug drauf. Der Schaden kann noch nicht beziffert werden», so Imbach weiter. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Die Kleine Emme fliesst durch diesen Garten. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Das Wasser läuft zurück in die Kleine Emme. (Bild: Pius Amrein (Neue LZ))
Das Wasser hat ein grosses Chaos hinterlassen. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Haustüre und Garagentor eines betroffenen Hauses. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Dieser Personenwagen wurde übel zugerichtet. (Bild: Leserreporter)
Auch dieses Nutzfahrzeug geriet in die Wasser- und Gesteinsmassen. (Bild: Leserreporter)
Feuerwehrleute inspizieren die Schäden. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Die Feuerwehr errichtete einen Damm, um schlimmeres zu verhindern. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Bis am Mittag hatte sich das Wasser flächenmässig weit zurückgezogen. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Aus Sicherheitsgründen durfte mit der Räumung des Flussbettes erst am Nachmittag begonnen werden. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Äste und Geröll liegen herum. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Schäden an einem Hausdach. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Die Feuerwehr, die mit 80 Personen ausgerückt war, errichtete noch am frühen Morgen quer über die Strasse einen 25 Meter langen und einen Meter hohen Erdwall und spitzte eine Mauer am Fluss ab, damit das Wasser zurück in das Bett fliessen konnte. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Geologe Louis Klaus geht nicht davon aus, dass sich weitere Felsbrocken lösen könnten. Ein aussergewöhnliches Ereignis, das den Felssturz ausgelöste, habe es nicht gegeben. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Der Molassefels sei einfach zum Absturz bereit gewesen. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)
Das überschwemmte Gebiet (blau) und die Gefahrenzone (rot). (Bild: Grafik: Martin Ludwig)

Die Absturzstelle aus der Vogelperspektive: Aufräumarbeiten in der Kleine Emme in Wolhusen am Dienstag, 26. Januar 2016 nach dem Felssturz. (Bild: Philipp Schmidli)

Abfluss ist wieder frei

Das Freilegen des Wasserlaufs von Gesteinsbrocken und Geröll ist Teil der Sofortmassnahmen, die nach dem Felssturz vorgenommen werden mussten. «Diese Arbeiten gehen planmässig voran. Unser prioritäres Ziel war, dass der Abfluss der Kleinen Emme möglichst bald wieder so ist wie vor dem Ereignis. Bis Ende Woche sollte dies erreicht sein. Die Maschinen werden voraussichtlich am Donnerstagabend ihren Einsatz beenden», sagt Fredy Röösli, Gemeindeammann von Werthenstein.

Wer bezahlt Sofortmassnahmen?

Noch nicht abgeschlossen ist die Wiederinstandstellung der beschädigten Stützmauer. «Der Aufbau der Hochwasserschutzmauer, die im Jahr 2004 errichtet worden ist, wird bestimmt noch einige Wochen in Anspruch nehmen», sagt Röösli. Gestern Nachmittag haben verantwortliche des Kantons und der Gemeinden Werthenstein und Wolhusen den Abschluss der Sofortmassnahmen besprochen. Dabei wurden auch die Kosten der Sofortmassnahmen beziffert. Diese betragen laut Röösli 850 000 bis 900 000 Franken. Übernommen werden sie von den Gemeinden Wolhusen und Werthenstein sowie dem Kanton Luzern und dem Bund. Die Kostenteilung ist allerdings noch nicht definiert, wie Gemeindeammann Röösli sagt. «Wir werden diesbezüglich bis Ende Woche einen Antrag an den Kanton stellen.»

Langfristige Sicherung unklar

In einem weiteren Schritt werden Geologen und Experten vom Kanton Luzern mit den betroffenen Gemeinden Wolhusen und Werthenstein das weitere Vorgehen besprechen. Sprich: die langfristige Sicherung des Felsens. Es wird laut Rössli darum gehen, welche Möglichkeiten machbar und finanzierbar sind. Ausserdem gelte es, einen Zeithorizont festzulegen. Die derzeitigen Arbeiten unterhalb des Felsens können nach der ersten Sicherung, die nach dem Felssturz erfolgte, jedoch gefahrlos durchgeführt werden. «Der Geologe hat uns für die Sofortmassnahmen grünes Licht gegeben», sagt Röösli. Die Stelle wird periodisch von einem Spezialisten überwacht.

Roger Rüegger