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WOLHUSEN: Dieser Job ist «Familientradition»

Kurt Unternährer (64) erlebte auf der Verwaltung noch die Zeiten von mechanischen Buchungsmaschinen und Umdruckern. Nun fand ein spezieller Generationenwechsel statt.
Ernesto Piazza
Kurt Unternährer (links) kennt seinen Nachfolger auf der Verwaltung bestens – es ist Sohn Flavio. Bild: Nadia Schärli (Wolhusen, 22. Februar 2017)

Kurt Unternährer (links) kennt seinen Nachfolger auf der Verwaltung bestens – es ist Sohn Flavio. Bild: Nadia Schärli (Wolhusen, 22. Februar 2017)

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Der Dialekt lässt keine Zweifel offen: Seine Heimat ist das Entlebuch. «Ich bin in Romoos aufgewachsen», sagt Kurt Unternährer und schmunzelt. Allerdings ist Wolhusen mittlerweile schon viele Jahre der Lebensmittelpunkt des 64-Jährigen. Während fast 44 Jahren arbeitete er in verschiedenen Funktionen auf der Verwaltung der 4300-Seelen-Gemeinde. Das letzte Vierteljahrhundert seines Berufslebens leitete er das Ressort Finanzen und gehörte zudem der Geschäftsleitung an.

Am Güdiszischtig tritt der verheiratete Vater von zwei erwachsenen Söhnen jedoch in den Ruhestand. Noch gebe es einiges aufzuräumen, sagt er. Schliesslich will er seinen jahrzehntelangen Arbeitsplatz «mit einem guten Gefühl» verlassen.

Aufgrund der bevorstehenden Ferienzeit fand die Amtsübergabe zwar bereits am 1. Februar statt. Doch bestimmt wird Kurt Unternährer noch einige Akten seinem Nachfolger persönlich in die Hand drücken. Wen wunderts? Die Leitung der Wolhuser Gemeindefinanzen obliegt künftig seinem Sohn Flavio. Dieser ist am 1. Januar nach zehn Jahren als Abteilungsleiter Finanzen bei der Gemeinde Buttisholz nach Wolhusen zurückgekehrt. Dort hatte der 36-Jährige schon die Ausbildung zum Kaufmann absolviert.

Ohne Einführung ins kalte Wasser geworfen

Denselben beruflichen Einstieg – und erst noch am selben Ort – hatte schon sein Vater gewählt. Nach einem Abstecher ins Grundbuchamt Luzern-Land in Kriens kehrte er 1973 als Verwaltungsangestellter nach Wolhusen zurück. Später wählte man ihn als Steuerbeamten. 1991 trat er die Stelle als Gemeindebuchhalter an. «Ich bin ein Zahlenmensch», sagt er.

In seinem Berufsleben gab es natürlich auch Momente, «die nicht ganz einfach waren», so Unternährer. Welche, verrät er jedoch nicht. «Auf der Verwaltung ist die Verschwiegenheit das A und O.» Als Steuerbeamter erlebte er es zudem, exponiert zu sein. Deshalb machte er sich auch einmal Gedanken wegzuziehen.

Doch dann bot sich ihm die Gelegenheit, die Wolhuser Finanzen zu übernehmen. Dort wurde er ohne Einführung ins kalte Wasser geworfen. Zugleich musste er eine Person in die Steuergeheimnisse einführen. «Diese Zeit war die grösste Herausforderung in all meinen Berufsjahren.»

Als Lehrling sei er sogar Zivilschutzstellenleiter der Gemeinde Wolhusen gewesen, so Unternährer. Er erlebte also noch die Zeiten der Buchungsmaschine und der Umdrucker. «Mutationslisten der Einwohnerkontrolle wurden in achtfacher Ausführung erstellt – ohne Korrekturtaste.» Dann hielt die Elektronik Einzug. Die Zusammenarbeit mit Werthenstein wurde intensiviert. Man fand Kooperationen mit Gemeinden bei der Buchhaltung, dem Bau- und Steueramt. Als erfüllend empfand er, Lernenden fürs weitere Berufsleben «etwas mitzugeben».

Kurt Unternährer hat einige Vorgesetzte erlebt, mit vielen Gemeinderäten zusammengearbeitet. Früher, als die Verwaltung räumlich und personell noch kleiner war, empfand er die Nähe «sehr bereichernd». Er sei ein harmoniebedürftiger Mensch, sagt der 64-Jährige. Für ihn sei es sehr wichtig, sich in einem stimmigen Umfeld bewegen zu können. «Richtig eingenistet fühle ich mich am wohlsten.»

Kurt Unternährer ist überzeugt, den Übergang in den nächsten Lebensabschnitt problemlos zu schaffen. «Das habe ich schon gemerkt, als ich nach den 14 Tagen als Volontär an den Ski-Weltmeisterschaften in St. Moritz diese Woche nochmals an meinen Arbeitsplatz zurückkehrte. Die Zeit im Bündnerland gab mir bereits einige Distanz.»

Biken, Tennisspielen, Skifahren und auch Wandern: Der künftige Pensionär hat viele Steckenpferde. Deshalb wird Langeweile für ihn ein Fremdwort bleiben. Und da wären noch die beiden Grosskinder. Mit ihnen will er noch mehr Zeit verbringen. «Darauf freue ich mich ganz besonders.» Man spürt es, sie sind sein ganz grosser Stolz. Am 29. Februar wird Kurt Unternährer 65 Jahre alt. Und da 2017 kein Schaltjahr ist, «werde ich den Geburtstag halt zweimal feiern»: am 28. Februar und am 1. März. Er schmunzelt, wirkt locker und entspannt.

Flavio Unternährer andererseits freut sich, «das Erbe vom Vater anzutreten». Und er wird, sollte es einmal nötig sein, bestimmt auf sein breites Wissen zählen dürfen. Kurt Unternährer lächelt – und nickt zustimmend.

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