WOLHUSEN: Fussgänger absichtlich angefahren – 18 Monate bedingt

Das Kantonsgericht Luzern hat einen Mann zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe verurteilt, weil er 2012 in Wolhusen einen Passanten absichtlich angefahren und verletzt hat. Das Gericht sprach den Mann der versuchten schweren Körperverletzung schuldig.

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Die Bahnhofstrasse in Wolhusen. (Bild: Maps Google)

Die Bahnhofstrasse in Wolhusen. (Bild: Maps Google)

Der Verurteilte muss ins Gefängnis. Das Gericht legte fest, dass die Hälfte der Strafe unbedingt zu vollziehen sei, die restlichen 18 Monate bedingt. Das am Mittwoch veröffentlichte Urteil ist rechtskräftig. Es bestätigt den Schuldspruch der Vorinstanz.

Das Gericht stützte sein Urteil auf das technische Gutachten, das einen Defekt an der Leitung und an der Bremse des Lieferwagens ausschloss, und auf die widersprüchlichen Aussagen des Täters. Dieser hatte drei verschiedene Versionen zu Protokoll gegeben: die Bremse sei blockiert gewesen, er sei wegen eines Telefonats abgelenkt gewesen, und er sei vom Bremspedal abgerutscht.

Das Gericht schaute es aber als erwiesen an, dass der Lieferwagenchauffeur den Passanten absichtlich angefahren habe, allerdings nicht, um diesen zu töten. Er habe sein Fahrzeug vor der Kollision abgebremst, und es fehlten Beweise für eine Tötungsabsicht, erklärte das Gericht.

Zur Tat bewogen worden war der Mann offenbar durch Prinzipien der albanischen Blutrache. Der Lieferwagenfahrer war davon ausgegangen, dass ihn der Passant im Jahr zuvor geschlagen und verletzt habe, eine Vermutung, die gemäss Gericht falsch war.

Der Verurteilte war am 3. April 2012 auf der Bahnhofstrasse in Wolhusen über die Gegenfahrbahn auf das Trottoir und dort in einen Passanten gefahren. Dieser erlitt eine offene Unterschenkelfraktur. Die Verletzung fielt gemäss Gericht nur deswegen nicht schwerer aus, weil das Opfer von anderen Fussgängern gewarnt worden war und zur Seite springen konnte. (sda)