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WOLHUSEN: Verkehr rollt ab Freitag wieder

Ein Dorf atmet auf: Bis im April ist die Strasse trotz Baustelle wieder beidseitig befahrbar. Das Gewerbe hofft, dass es Einbussen nun teils wettmachen kann.
Roseline Troxler
Die Kantonsstrasse in Wolhusen ist seit Mai wegen Bauarbeiten nur einspurig befahrbar. Dies führt immer wieder zu Stau wie hier beim Rösslikreisel. Ab morgen ist die Strasse wieder beidseitig offen. (Archivbild Pius Amrein)

Die Kantonsstrasse in Wolhusen ist seit Mai wegen Bauarbeiten nur einspurig befahrbar. Dies führt immer wieder zu Stau wie hier beim Rösslikreisel. Ab morgen ist die Strasse wieder beidseitig offen. (Archivbild Pius Amrein)

Roseline Troxler

In Wolhusen kommt es fast täglich zu Stau und stockendem Verkehr. Grund ist die Grossbaustelle an der Kantonsstrasse. Weil diese totalsaniert wird, ist sie seit dem 11. Mai nur einspurig befahrbar. Doch nun können das Dorf und auch das ganze Entlebuch aufatmen. «Die Strasse ist ab morgen Abend wieder zweispurig befahrbar – zumindest vorläufig», erklärt Armin Wicki, Projektleiter bei der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur. Ab April ist die Strasse dann wieder nur einspurig befahrbar (siehe Box). Gemeindepräsident Peter Bigler sagt: «Der Verkehr in Wolhusen wird dadurch wieder erträglicher. Staus sollen so nur noch zu Spitzenzeiten vorkommen.»

Umsatzeinbussen bis zu 40 Prozent

Gross ist die Freude daher bei den Autofahrern, aber auch beim Gewerbe. Marco Bühlmann, Präsident des Gewerbevereins Wolhusen-Wertenstein, sagt: «Viele Kunden sind in den letzten Monaten nach Willisau, Schüpfheim oder Ruswil für ihre Einkäufe ausgewichen. Wir hoffen, dass sie nun wieder hier einkaufen.» Manuela Bachmann, Detaillistenobfrau vom Gewerbeverein Wolhusen-Werthenstein, die an der Entlebucherstrasse beim Kreisel ein Blumengeschäft betreibt, sagt: «Wir sind enorm erleichtert, dass die Strasse morgen wieder zweispurig offen ist.» Das Gewerbe im Zentrum habe durch den Stau gelitten. «Gewisse Geschäfte haben Umsatzeinbussen von bis zu 40 Prozent zu verkraften. Auch in meinem Geschäft gab es rechte Einbussen.» Bachmann spricht aber einen Dank an die «treuen Kunden aus, die trotzdem gekommen sind». Obwohl sie mit Stau gerechnet hat, sagt sie: «Es tat mehr weh, als ich vermutet hatte.»

«Die Laufkundschaft blieb weg»

Franz Aregger, Pächter des Gasthofs Krone, spricht von einem Umsatzrückgang von einem Drittel. «Viele Gäste sind natürlich nicht bereit, für einen Kaffee eine Viertelstunde im Stau zu stehen.» Das Restaurant war laut Aregger auch mittags weniger voll. «Wer auf der anderen Seite des Dorfes arbeitet, kommt während der kurzen Mittagszeit nicht vorbei, um dann noch im Stau zu stehen.» Zudem würden weniger Autofahrer, die durch Wolhusen fahren, ins Restaurant kommen. «Wenn es dann auf der Strasse mal wieder läuft, hält man nicht nochmals an, um einzukehren.» Auch Gemeindepräsident Peter Bigler geht davon aus, dass Geschäfte Umsatzeinbussen von 30 bis 40 Prozent verkraften mussten, abhängig von der Branche. «Vor allem die Laufkundschaft blieb weg.» Der Transitverkehr habe Wolhusen teils umfahren.

Guido Roos, Geschäftsführer des Verbands Region Luzern West, zieht eine ähnliche Zwischenbilanz: «Die Baustelle hatte für die Wirtschaft teils einschneidende Auswirkungen. Die Detaillisten und Gewerbler im Kern haben die Bauarbeiten stark gespürt.» Weniger massiv seien die Auswirkungen auf den Tourismus gewesen, weil es Alternativen mit dem öffentlichen Verkehr gibt. Trotz Stau betont Roos, dass die Bauarbeiten nötig seien. «Der Stau zeigt die Bedeutung des Rösslikreisels, des Seetalplatzes der westlichen Kantonshälfte, als Knotenpunkt.»

Mit Coupons auf Kundenfang

Laut Detaillistenobfrau Manuela Bachmann ist die Öffnung der Strasse enorm wichtig: «Die kommenden Monate sind für das Herbst- und Wintergeschäft sehr relevant.» Laut Marco Bühlmann ist ein Grund für die Öffnung die kommende Skisaison. Und er sagt: «Beim Gewerbe sind die Reserven teils aufgebraucht.» Gemeindepräsident Peter Bigler hofft, dass das Gewerbe nun in den umsatzstarken Monaten einen Teil der Einbussen aufholen kann. Von einem Wettmachen der Einbussen geht Franz Aregger allerdings nicht aus. «Ich hoffe aber, dass die Leute nun wieder vermehrt bei uns einkehren.» Er versucht zusätzliche Gäste mit Veranstaltungen zu gewinnen. Der Gewerbeverein ist ebenfalls aktiv: Er lanciert ein Newsheft mit Coupons, das er in Wolhusen und den umliegenden Gemeinden verteilen will, um so die Kunden zurück nach Wolhusen zu holen und ein Dankeschön auszusprechen. «Wir sind bereit, unsere Kunden zu bedienen. Wolhusen freut sich darauf», sagt Marco Bühlmann.

Die Bauarbeiten

Wolhusen rt. Im Herbst und Winter wird in Wolhusen und Werthenstein weiter gebaut. «Wir nehmen bei den Trottoirs Werkleitungsarbeiten vor, erstellen in Wolhusen den Rössliplatz und in Werthenstein den Marktplatz», erklärt Armin Wicki, Dienststelle Verkehr und Infrastruktur. Von April bis voraussichtlich August 2016 ist die Strasse dann wieder nur einspurig befahrbar. Dann werden die Marktbrücke und die Strasse ab Marktbrücke bis zur Migros Werthenstein saniert.

«Wir sind im Zeitplan»

Wicki sagt zu den Arbeiten: «Wir sind auf den Tag genau im Zeitplan. Gut die Hälfte der Arbeiten ist umgesetzt.» Stau werde es zu den Stosszeiten auch künftig wieder geben, wie vor Beginn der Baustelle, da mit dem Projekt keine Kapazitätserweiterung vorgenommen werde. Gemeindepräsident Peter Bigler sagt: «Wolhusen braucht nach wie vor eine Umfahrungsstrasse.» Das 100-Millionen-Projekt soll laut dem Kanton Luzern nach 2018 angegangen werden.

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