Würzenbach muss sich gedulden: Laut Stadtrat dauert es noch Jahre bis zur Quartierentwicklung

Der gewünschte Zeitplan im Bevölkerungsantrag für die Quartierentwicklung kann nicht eingehalten werden. Der Stadt Luzern fehlen die personellen Ressourcen.

Sandra Monika Ziegler
Drucken
Teilen
Blick auf die Bushaltestelle Würzenbachmatte mit Neubau im Hintergrund.

Blick auf die Bushaltestelle Würzenbachmatte mit Neubau im Hintergrund.

Pius Amrein
(Luzern, 28. September 2020)

Mit einem Bevölkerungsantrag hat die Gruppe Zukunft Würzenbach der Stadt Luzern Vorschläge zur Attraktivierung des Quartiers vorgelegt. So halte die Wohnbauentwicklung nicht mit der demografischen Entwicklung Schritt, es fehle an Angeboten für das Wohnen im Alter. Gefordert werden auch die Stärkung des Quartierzentrums, eine Aufwertung der öffentlichen Räume, bessere Durchwegung sowie ein attraktiver Wohnungsmix.

Konkret erwartet die Gruppe bis Ende 2021 vom Luzerner Stadtrat planerische Grundlagen, wie etwa einen Bebauungsplan für die weitere Quartierentwicklung. Hier steht die künftige Nutzung des Schulhauses Schädrüti im Fokus. Dafür hatte der Stadtrat drei Optionen in der Antwort auf das Postulat von Rieska Dorman (FDP) vom November 2018 aufgezeigt: Die Vermietung an Dritte, die Nutzung als «Haus der Musik» und der Abbruch des ehemaligen Schulhauses verbunden mit einem anschliessenden Neubau für Wohnen im Alter. Der Stadtrat wird voraussichtlich Ende 2020 über das weitere Vorgehen entscheiden.

Erst 2024 wieder genügend Ressourcen

Der Luzerner Stadtrat nimmt den Bevölkerungsantrag teilweise als Motion entgegen, wie er in seiner nun vorliegenden Stellungnahme mitteilt. Zum geforderten Terminplan schreibt er: «Da die bestehenden Personalressourcen der Dienstabteilung Stadtplanung in den kommenden Jahren bereits verplant sind, können die planerischen Grundlagen nicht sofort erarbeitet werden und werden nicht wie gefordert bereits Ende 2021 vorliegen.» Gemäss Stadtrat stehen frühestens im Jahr 2024 wieder genügend personelle Ressourcen zur Verfügung. Dann sei auch eine Neubeurteilung erforderlich.

Die Entwicklungsarbeit könne trotzdem 2022 in Angriff genommen werden, schreibt der Stadtrat weiter. Dies, weil der Kanton Luzern bei gewissen Projekten im Rückstand sei. Als erstes stehe ein Entwicklungskonzept an, das die nächsten 15 Jahre abbilde. Zwei Jahre rechnet der Stadtrat für die Erstellung eines Betriebs- und Gestaltungskonzepts und zwei weitere Jahre für die Realisierung.

Planung der Weiterentwicklung frühestens 2022

Die Kosten für den Quartierentwicklungsprozess im Würzenbach schätzt der Stadtrat ähnlich hoch ein wie für den rund fünf Jahre dauernden Entwicklungsprozess des Reussbogens. Das waren 220'000 Franken für den Planungsprozess und 225'000 Franken für die 30 Stellenprozente über fünf Jahre. Diese Summe wurde 2017 bewilligt. Für das Würzenbachquartier muss ein ähnlich hoher Betrag erst noch ordentlich beantragt, budgetiert und bewilligt werden. Somit kann mit der Planung der Weiterentwicklung der Quartiergestaltung frühestens 2022 gerechnet werden, wie der Stadtrat in seiner Stellungnahme festhält.